Im Gespräch mit Gisela Friedrichsen zu #metoo

{…} Nach Auffassung des Münchner Strafrechtlers Alexander Stevens, eines vehementen Kritikers vor allem der jüngsten Änderung des Sexualstrafrechts, habe sich dieses Problem durch die „von gefährlicher Unschärfe gezeichnete ‚Nein heißt Nein‘-Regelung“ noch verschärft. Denn wo vormals noch ein Nötigungsmittel wie etwa Gewalt oder Drohung die Voraussetzung für eine Strafbarkeit wegen Vergewaltigung gewesen sei, verzichte der Gesetzgeber mittlerweile komplett darauf, sodass auch die letzten „objektivierbaren Anhaltspunkte“ für ein Gericht weggefallen seien.

Stevens: „Tatsächlich wird nach dem Wortlaut des neuen Gesetzes die Vergewaltigung ohne jeglichen Gewalteinsatz sogar eher der Regelfall sein.“ Für die Verfechter der #MeToo-Kampagne künftig eine Steilvorlage.

Denn nun bedarf es nicht einmal mehr eines ausdrücklichen „Neins“. Die Befindlichkeit des „Opfers“, ein trauriger Blick etwa oder die nachträgliche Feststellung, man könne dies „unter diesen Umständen“ nicht gewollt haben, genügt, um eine Strafbarkeit zu begründen. Das Wort vom „sexuellen Abenteuer“ bekomme inzwischen eine ganz neue Bedeutung, unkt Stevens.{…}

 

https://www.welt.de/vermischtes/article172184533/Nun-auch-Dieter-Wedel-Mediale-Hinrichtung-per-MeToo-Schluss-damit.html

2018-02-24T15:04:55+00:00 Von |

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