Prozess ausgesetzt

Missbrauchsverdacht: Prozess ausgesetzt

Es ist der fünfte Verhandlungstag vor der 3. Jugendkammer am Landgericht Weiden: Der Verteidiger des 45-jährigen Angeklagten stellt einen Befangenheitsantrag gegen die Richter. Der Prozess wird vorerst ausgesetzt.

von Autor hcz

 

 

 

 

 

Die Verteidiger kämpften auch am fünften Prozesstag mit scharfen Waffen. Die Verhandlung vor der. 3. Jugendkammer des Landgerichts Weiden gegen einen 45-Jährigen, der sich an zwei Jungen seiner Lebensgefährtin vergangen haben soll, gipfelte am Freitag mit einem Antrag auf Ablehnung der gesamten Kammer des Gerichts. Rechtsanwalt Philip Müller (München) begründete dies mit der „Besorgnis der Befangenheit“ gegen seinen Mandanten.

Zusammen mit seinen Kollegen Rouven Colbatz (Weiden) und Florian Zenger (München) verteidigt Müller den Mann aus dem Landkreis Tirschenreuth, der von einem 23-Jährigen und einem 15-Jährigen beschuldigt wird, sie als Zwölf- und Acht-Jährige sexuell missbraucht zu haben. Da sich bei den Aussagen des Arbeitslosen und des Schülers Unstimmigkeiten aufgetan hatten und zudem die Großmutter des Jüngeren von einem verhängnisvollen Satz berichtet hatte, hatten die Verteidiger ein psychologisches Fachgutachten bezüglich der Glaubwürdigkeit der Männer beantragt. Die 72-Jährige hatte als Zeugin ausgesagt, der Ältere habe in ihrem Beisein gesagt: „Jetzt haben wir ihn, wo er hingehört und können richtig absahnen“.

Über den Befangenheitsantrag muss nun eine andere Kammer des Landgerichts entscheiden. Sollte diese dem Antrag stattgeben, muss der ganze Prozess von vorne beginnen. Ansonsten wird er am Freitag, 28. Dezember, um 10 Uhr fortgesetzt.

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2018-12-08T05:06:19+00:00 Von |