Strafverteidigung ist Kampf um das beste Ergebnis

Ob Freispruch, Verfahrenseinstellung oder eine angemessene Strafe – die besten Ergebnisse erfordern bedingungslosen Einsatz für die Rechtsposition des Mandanten.

Denn im Strafprozess gibt es kein Siegen durch Nachgeben! Die ureigenste Aufgabe eines Strafverteidigers besteht darin, seinem Mandanten den Zugang zum Recht zu verschaffen und ihn vor gerichtlichen Fehlentscheidungen zu bewahren. Gerade im Strafrecht ist das Ergebnis offen, vor allem dann, wenn beweiserhebliche Tatsachen nicht eindeutig sind, Sachbeweise fehlen oder Zeugen widersprüchliche Angaben machen. Auch aus rechtlicher Sicht können sich oft genug juristische Probleme ergeben, die am Ende ein ganz anderes Ergebnis erwarten lassen. Ein Verteidiger muss daher den Mut und die Durchsetzungskraft haben, fehlerhafte Anordnungen eines Gerichts nicht widerspruchslos hinzunehmen, auch in einem laufenden Verfahren gegen den Willen des Gerichtes komplexe Beweiserhebungen zu erzwingen und voreingenommene Richter wegen Besorgnis der Befangenheit abzulehnen. Kurzum: Der Anwalt hat alle strafprozessualen und rechtlichen Mittel für das bestmögliche Ergebnis vor Gericht einzusetzen!

Obwohl dies eigentlich als völlig selbstverständlich gelten müsste, scheuen nicht wenige Rechtsanwälte ein solch „konfrontatives“ Vorgehen: Manche wollen es sich mit dem Gericht nicht verscherzen, um auch künftig  als Pflichtverteidiger bestellt zu werden, andere sind generell konfliktscheu und wollen in der Hauptverhandlung nicht weiter auffallen, während wieder andere auf eine positive Atmosphäre im Gerichtssaal setzen. Wir halten dies für falsch. Die gerichtliche Verurteilungsquote liegt in Deutschland bei weit über 80 %. Gerade in Prozessen bei denen eine hohe Straferwartung und/oder großes öffentliches Interesse drohen ist ein besonders hoher Grad der Vorverurteilung durch die Öffentlichkeit, die Medien und nicht zuletzt leider auch durch das Gericht zu beobachten. Naives Vertrauen auf einen positiven Ausgang ist da leider verfehlt.

Natürlich kann es nach einer umfassenden Analyse des Falls auch einmal sinnvoll sein, ein langwieriges Verfahren durch eine Verfahrensabsprache (sog. Deal) abzukürzen oder in offensichtlichen Fällen das Strafmaß durch eine geständige Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden zu reduzieren. Aber die Tätigkeit des Verteidigers auf eine reine „Urteilsbegleitung“ zu reduzieren kann und darf nicht der Regelfall sein, will man sein Recht auf ein faires, objektives und rechtsstaatliches Verfahren nicht aufgeben.

Vor allem dann, wenn begründete Aussicht auf eine andere Bewertung des angeklagten Sachverhalts besteht z.B. weil sich die Tat(en) nicht mit der für eine Verurteilung erforderlichen Sicherheit beweisen lässt (lassen), problematische Rechtsfragen bestehen oder andere vielfältige Gründe vorliegen, die den Schluss nahe legen, ein besseres Ergebnis für den Mandanten erzielen zu können, ist trotz aller Berücksichtigung möglicher Verfahrens- und außenprozessualer Nachteile eine geständige Strafmaßverteidigung überhaupt nicht zielführend, zumal Verfahrensabsprachen nur allzu gern von Gerichten und Staatsanwaltschaften als arbeits- und zeiterleichternde Drohkulisse„angeboten“ werden, nicht zuletzt angesichts chronischer Überlastung.

 

Unsere Kanzlei hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit engagierter, seriöser, und sachkundiger Expertise sämtliche rechtlichen Möglichkeiten des Strafverfahrens auszuschöpfen und hierfür hocheffektive Verteidigungsstrategien zu entwickeln, die gerade auch auf die typischen Schwachpunkte des Justizsystems zielen. Denn man darf nicht verkennen, dass es im Strafrecht für den Betroffenen um Viel, wenn nicht sogar um Alles geht – schließlich kennt kein anderes Rechtsgebiet so scharfe Sanktionen bis hin zur lebenslangen Freiheitsstrafe.

Nicht selten erfordert dies aber eine rigorose Umsetzung der Rechtsposition des Mandanten. Deshalb interessiert uns auch nicht, ob Gerichte – unter dem Deckmantel der „Effektivität des Strafverfahrens“ und des „Opferschutzes“ – jede auf Freispruch abzielende Verteidigung bereits als „Zumutung“ empfinden. Die freiheitliche demokratische Werteordnung basiert ganz maßgeblich auf der Unschuldsvermutung und dem Grundrecht auf ein faires Verfahren, und nicht – wie es in der Justizpraxis leider oft anmutet – „im Zweifel GEGEN den Angeklagten„!

Umso wichtiger ist für uns gerade in Fällen, in welchen sich das Gericht entgegen der tatsächlichen Beweislage auf sturem „Verurteilungskurs“ befindet, alle rechtsstaatlichen Register zu ziehen – selbst wenn dies nur mit umfangreichen Beweisanträgen oder gar Befangenheitsanträgen gegen die erkennenden Richter zu erreichen ist.  Denn eine sachgerechte und effektive Verteidigung darf den notwendigen Konflikt mit der Justiz nicht scheuen, ist aber auf keinen Fall gleichzusetzen mit aggressivem Aktionismus! Unser Erfolg gründet sich vielmehr auf einer der individuellen Fallkonstellation angepassten zielgerichteten Mischung aus notwendiger Härte und kluger Diplomatie.

2019-01-17T04:05:13+00:00