Spezialisierte Kanzlei für Sexualstrafrecht

sexueller Missbrauch

  • Zu oft werden Anschuldigungen nicht ernst genommen (weil man sich z.B. keiner Schuld bewusst ist oder die angebliche Tat lange zurückliegt)

  • Missbräuchliche Anschuldigungen erfolgen oft im Zusammenhang mit familiären Auseinandersetzungen (Missbrauch mit dem Missbrauch)

  • Es droht vielfache Zeugenbeeinflussung – gerade von Kindern – bei Vernehmungen durch forensisch ungeschulte Angehörige, Pädagogen oder Polizisten

  • Ohne fundierte Kenntnisse – vor allem im Bereich der Aussagepsychologie und methodenkritischer Gutachten – ist eine effektive Verteidigung kaum möglich!

  • Manche Anzeigen erfolgen erst nach vielen Jahren – so können Tatvorwürfe noch bis zu 50 Jahre später verfolgt werden

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Jeglicher Vorwurf einer Sexualstraftat ist existenzbedrohend – völlig unabhängig davon, ob zutreffend oder nicht. Besonders zu Unrecht Beschuldigte unterschätzen dabei die erhebliche Gefahr von Falschbeschuldigungen, sei es bewusst oder aufgrund von falschen Erinnerungen oder psychischen Erkrankungen.

Gerade Vorwürfe sexuellen Missbrauchs treffen Beschuldigte aus heiterem Himmel, oftmals weil die behauptete Tat viele Jahre zurück liegt.
Aufgrund der erhöhten öffentlichen Thematisierung ist die Anzeigebereitschaft stark gestiegen, was zu immer mehr Anzeigen und damit auch einer höheren Zahl an Falschanzeigen und falschen Verdächtigungen führt – gerade bei Beziehungs- und Familienkonflikten, aber auch durch suggestive Befragungen  seitens übereifriger Umgangspersonen.

Leider zieht sich regelmäßig eine massive Vorverurteilung durch Missbrauchsverfahren, die einseitige ErmittlungenBeeinflussung von kindlichen Zeugen und schlimmstenfalls eine ungerechte Verurteilung mit harter Bestrafung des “leugnenden Täters” zur Folge haben kann.

Gleichzeitig bestehen – ähnlich wie beim Vorwurf Vergewaltigung – erhebliche Beweisprobleme (Stichwort: Aussage gegen Aussage) sodass es meist allein auf die Glaubwürdigkeit (und Aussagefähigkeit) des Opfers ankommt.

Leider wird mittlerweile fast immer ohne jegliche kritische Überprüfung dem vermeintlichen Opfer geglaubt – auch aufgrund der in diesem Zusammenhang oft verbreiteten Behauptung, Falschbeschuldigungen kämen angeblich kaum vor.

Anders als im sonstigen Strafrecht werden bei den Sexualdelikten die Weichen für den Ausgang des Verfahrens bereits entscheidend bei Anzeigeerstattung gestellt, sodass unbedingt so früh wie möglich alle strafprozessualen Möglichkeiten ausgeschöpft werden müssen: Insbesondere bei der Vernehmung minderjähriger Zeugen gelten spezielle strafprozessuale Regeln, es besteht regelmäßig nur eine einzige Gelegenheit, minderjährige Zeugen mit Widersprüchen zu konfrontieren und kritisch zu befragen (sogenannte ermittlungsrichterliche Vernehmung)! Hierfür ist ein spezialisierter Anwalt unabdingbar. Denn alleine auf Grundlage dieser frühen Vernehmung kann später eine Verurteilung erfolgen!

Dabei ist die Beweislage zu Beginn völlig offen (Stichwort: Aussage gegen Aussage), so dass es von Anfang an entscheidend auf eine dem Einzelfall angepasste Verteidigung durch einen spezialisierten Fachanwalt ankommt.

Beratung

Verteidigung bei Missbrauchsvorwürfen

Vorwurf unzutreffend

Falschbelastung durch Suggestion, Scheinerinnerungen oder durch Dritte

Gerade bei lange zurückliegenden Tatvorwürfen wird die Gefahr einer Falschbeschuldigung oft unterschätzt. Diese sind bei Minderjährigen regelmäßig auf Zeugenbeeinflussung bei „Befragungen“ durch oder „Offenbarungen“ gegenüber forensisch ungeschulten Angehörigen, Pädagogen oder Polizisten zurückzuführen.

Die Gefahr fremdsuggestiver Einflüsse durch unprofessionelle „Aufdeckungsarbeit“ und tendenziöse Befragungen kann gerade bei Kindern gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Aber auch psychische Defekte, Autosuggestion (Träume, Therapie) oder gar die Flucht in die Opferrolle aufgrund von externem Rechtfertigungsdruck (z. B. bei jugendlichen „Ausreißerinnen“) können zu gefährlichen Falschbelastungen führen!

Nicht zuletzt aufgrund übertriebener gesellschafts-politischer Erwartungen ist der auf den Staatsanwaltschaften und Gerichten lastende „Verurteilungsdruck“ bei  Sexualdelikten extrem hoch und führt mittlerweile zu einer regelrechten Flut an Ermittlungen und Anklagen.

Vorwurf zutreffend

Strafmilderung durch opferschonendes Verhalten

Bei Verkehr eines Erwachsenen mit einer Person unter 14 Jahren (schwerer sexueller Missbrauch von Kindern) sieht das Gesetz eine Mindeststrafe von 2 Jahren Haft vor, eine Bewährungsstrafe ist in diesen Fällen nahezu ausschließlich bei einem Geständnis und einer Einigung mit dem Opfer möglich.

Auf der anderen Seite wird die Übernahme von Verantwortung eigenen sexuellen Fehlverhaltens dem Täter von den Gerichten regelmäßig hoch angerechnet und kann zu einer ganz erheblichen Strafmilderung führen. Bei pädosexuellen Neigungen kann eine ernsthaft betriebene Sexualtherapie („Kein Täter werden“) die Strafprognose stark verbessern. Da viele Täter auch mit Erwachsenen eine erfüllende Sexualität erleben können, sind die Therapieaussichten gerade bei Ersttätern oftmals sehr gut.

Eine frühe Verständigung (Deal) mit der Staatsanwaltschaft und dem Gericht kann ein langes und belastendes Verfahren für alle Beteiligten deutlich abkürzen und in vielen Fällen eine Haftstrafe abwenden!

Erfolgreiche Verteidigung bei Sexualdelikten

Fast immer steht es Aussage gegen Aussage

Tatzeugen gibt es bei Missbrauchsvorwürfen selten und meist auch keine Sachbeweise, entweder weil sich das mutmaßliche Opfer erst lange Zeit nach der angegebenen Tat meldet und damit Spuren schlicht nicht (mehr) vorhanden sind.

Man könnte also meinen, mit der bloßen Aussage gegen Aussage läge eine „Patt-Situation“ vor, wem soll man schließlich glauben. Einzig logische Konsequenz sollte eigentlich eine Verfahrenseinstellung oder Freispruch sein – schließlich fehlt das Maß an Sicherheit einen Schuldspruch fällen zu können.

Leider ist es Gerichten hierzulande aber nicht vorgeschrieben, unter welchen Voraussetzungen eine Tatsache für bewiesen oder nicht bewiesen gilt. Der Richter ist in der Beweiswürdigung und damit auch in der Bewertung von Aussagen völlig frei und muss selbst bei mehreren möglichen Schlussfolgerungen nicht die dem Angeklagten günstigste wählen.
Der Richter kann also aufgrund einer zweifelhaften Zeugenaussage verurteilen, 
obwohl Anschuldigungen gerade bei Sexualdelikten oftmals falsch sind. Dabei sind in sehr vielen Fällen Pseudoerinnerungen, Beeinflussung, psychische Erkrankung und Autosuggestion (Phantasie) die Ursache für falsche Anschuldigungen.

Freispruch-Verteidigung bei unzutreffenden Vorwürfen

Neben den besonderen Chancen und Risiken der Verteidigung in der Konstellation „Aussage gegen Aussage“ (siehe oben) muss sich die Verteidigungsstrategie bei Falschbeschuldigungen von Anfang an auf die Persönlichkeit und die Motive des (vermeintlichen) Opfers konzentrieren. Eine zentrale Frage lautet: Was war der Auslöser für die Anzeige?

Ein wichtiger Punkt für die erfolgreiche Verteidigung bei unzutreffenden Vorwürfen liegt darin aufzuklären, ob es sich bei der Anzeige um eine planvolle Lüge handelt, ein zwar subjektiv als wahr aber objektiv falsch erinnertes Fehlverhalten, um eine „Notlüge“ aus sozialem Rechtfertigungsdruck oder um das Ergebnis intensiver Beeinflussung. Nicht selten ist es gar eine Kombination aus all diesen Faktoren, fast immer verbunden mit der verhängnisvollen Haltung, dass der Beschuldigte eine Bestrafung „verdient“ habe – letzteres oft auf Grundlage strafloser, aber als Kränkung oder moralisch verwerflich empfundener Ereignisse.

Dabei hat das „Opfer“ (oft in der Rolle der Nebenklage) natürlich – ebenso wie der Angeklagte / Beschuldigte – ein vordergründiges Interesse am Ausgang des Verfahrens und sei es nur, dass man ihm glaubt. Wer selbst betroffen ist, kann kein neutraler Beobachter sein und ist in seiner „Parteirolle“ auch nicht frei von der Motivation zu unter- oder zu übertreiben, etwas wegzulassen, etwas Falsches zu ergänzen oder gar zu lügen.

Egal, ob es sich bei den falschen Vorwürfen um eine planvolle, intelligente Falschbeschuldigung handelt; ob das vermeintliche Opfer aufgrund eines Irrtums, eines groben Missverständnisses, eines psychischen Defekts oder als Ergebnis von Autosuggestion (Träume, Therapie) oder aufgrund individueller (möglicherweise überzogener) Moralvorstellungen selbst fest von einer angeblichen Straftat überzeugt ist; ob fremdsuggestive Einflüsse durch unprofessionelle „Aufdeckungsarbeit“ und tendenziöse Befragungen zu den gewünschten Aussagen geführt haben; oder ob der Grund für die Falschbelastung sich als Flucht in die Opferrolle aufgrund von externem Rechtfertigungsdruck zu suchen ist: Alle Falschbeschuldigungen können sich als extrem gefährlich erweisen!

Unser Erfolgskonzept

Strafmaß-Verteidigung bei eingestandenem Fehlverhalten

Nach zahlreichen „Reformen“ über die letzten Jahre drohen nunmehr selbst bei verhältnismäßig „niederschwelligen“ Sexualdelikten hohe Mindeststrafen und langjährige Eintragungen ins Führungszeugnis. Bei z. B. schwerem sexuellen Missbrauch eines Kindes (wozu auch gewaltfreier Geschlechtsverkehr zwischen einem Erwachsenen und einer dreizehnjährigen Person gehört) ist eine bewährungsfähige Strafe nur möglich, wenn eine die Mindeststrafe von 2 Jahren aufgrund besonderer mildernder Umstände herabgesetzt werden kann.

Ein im Sexualstrafrecht immens relevanter Strafmilderungsgrund ist der sogenannte „Täter-Opfer-Ausgleich“. Hierfür muss der Täter ernsthafte Verantwortung für das Geschehen übernehmen und einen „kommunikativen Prozess“ mit dem Opfer anstreben – meist durch ein Geständnis, verbunden mit einer angemessenen Schmerzensgeldzahlung. Durch einen erfolgreichen Täter-Opfer-Ausgleich wird die Mindeststrafe von 2 Jahren auf „nur“ 6 Monate Freiheitsstrafe herabgesetzt, bei sexuellem Missbrauch ohne Geschlechtsverkehr ist statt einer Mindestfreiheitsstrafe von 6 Monaten sogar eine Geldstrafe möglich.

Rechtslage bei Vorwürfen sexuellen Missbrauchs

Sexueller Missbrauch von Kindern, § 176 StGB

Am häufigsten wird der Vorwurf sexuellen Missbrauchs in Bezug auf Kinder erhoben. “Kinder” im Rechtssinn sind in Deutschland alle Personen unter 14 Jahren. Deren sexuelle Selbstbestimmung ist strafrechtlich absolut geschützt, Ausnahmen sind nicht vorgesehen. Es ist also aus strafrechtlicher Sicht grundsätzlich erst einmal völlig egal, ob ein Kind von 13 Jahren für sein Alter bereits weit entwickelt ist oder ob ein junger Mensch über 14 Jahren eher ein “Spätentwickler” ist; die Altersgrenze zwischen “Kind” und “Jugendlichem” wird starr bei 14 Jahren gezogen, ohne jede Ausnahme. Bei Taten am 14. Geburtstag ist die Vorschrift nicht mehr einschlägig, allerdings kommt bei Personen die 14 Jahre und älter sind ggf. eine Strafbarkeit wegen sexuellen Missbrauchs Jugendlicher in Betracht, (siehe unten).

Sinn und Zweck der Strafbarkeit ist die ungestörte sexuelle Entwicklung von Kindern. Täter kann ein Mann oder eine Frau sein, ebenso ist das Geschlecht des Kindes ohne Bedeutung. Erfasst sind sowohl hetero- als auch homosexuelle Handlungen.

Der sexuelle Missbrauch eines Kindes ohne Körperkontakt wird mit Freiheitsstrafe von 3 Monaten bis 5 Jahren bestraft, § 176 Abs. 4 StGB.

In der Praxis am bedeutendsten sind die sexuell motivierte Einwirkung auf ein Kind mittels Schriften, Telemedien oder Pornographie über das Internet (“Cyber-Grooming”) sowie die Vornahme von sexuellen Handlungen vor einem Kind (wobei auch hier die gleichzeitige körperliche Anwesenheit nicht erforderlich ist).

Strafbar wegen Kindesmissbrauchs durch sogenanntes “Cyber-Grooming” macht sich, wer auf ein Kind mittels Schriften oder mittels Informations- oder Kommunikationstechnologie einwirkt. Erfasst ist davon jegliche Art von Kontakt über Telemedien, seien es Chats, Emails, Kurznachrichten, Telefonate oder Videoübertragung.

Strafbar ist jegliche Kontaktaufnahme, die mit der Absicht erfolgt das Kind zu irgendwelchen sexuellen Handlungen an (oder vor) dem Täter (oder Dritten) zu motivieren. Der Kommunikationsinhalt muss dann auch nicht auf das Sexuelle Bezug nehmen, bereits scheinbar harmlose Gespräche genügen für die Strafbarkeit. Die Absicht genügt, zu tatsächlichen sexuellen Handlungen muss es nicht kommen.

Freilich wird bei harmlosen Chatinhalten der Nachweis der (vermeintlich) sexuellen Absicht nicht zu führen sein. Dennoch kann schnell unter Verdacht geraten, wer sich in Chatrooms, Foren oder Communities bewegt, in denen sich üblicherweise vorwiegend Kinder oder Jugendliche aufhalten.

In eher “altersneutralen” Chatumgebungen ist allerdings ein Nachweis der Erkennbarkeit des Chatpartners als Kind unter 14 Jahren und/oder eines darauf gerichteten Vorsatzes mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Viele Kinder oder Jugendliche geben sich im Internet bewusst als älter aus, teilweise auch um die Nutzungsbedingungen von entsprechenden Anbahnungsplattformen zu erfüllen. Selbst wenn Bilder ausgetauscht werden sollten, so ist eine Bestimmung nur anhand von körperlichen Äußerlichkeiten nicht immer einfach, zumal viele Kinder oder Jugendliche auch bemüht sind auf den von ihnen verwendeten Bildern möglichst “erwachsen” zu wirken. Allerdings genügt es, wenn der Täter billigend in Kauf nimmt, dass es sich bei seinem Chatpartner um ein Kind handelt. Dies kann aber bei Personen unter 14, welche älter aussehen und sich auch als älter ausgeben, eben nicht ohne weiteres unterstellt werden! Die Strafverfolgungsbehörden versuchen dann oft mit aller Gewalt den (vermeintlichen) Vorsatz hinsichtlich des Alters aus Rückschlüssen und Indizien zu konstruieren. Hier muss eine gute Verteidigung ansetzen. Der Zweifelsgrundsatz gebietet eine zweifelsfreie Aufklärung, welche im Einzelfall nur schwer ohne vernünftige Restzweifel am Vorsatz des Tatverdächtigen möglich sein wird. Ging der Verdächtige lediglich von einem jugendlichen Alter (14+) seiner Chatbekanntschaft aus, so sind die meisten Handlungen entweder straflos oder aber mit deutlich milderen Strafen bedroht (z. B. Erwerb jugendpornographischer Schriften bei Erhalt entsprechenden Bildmaterials).

Da jegliche Kontaktaufnahme strafbar ist, welche mit der Absicht erfolgt ein Kind zu sexuellen zu motivieren, liegt ein strafbarer Versuch auch dann vor, wenn es sich bei dem Chatpartner nur in der Vorstellung des Täters um ein Kind handelt. Daher setzt die Polizei teilweise auch verdeckte Ermittler ein, welche sich in entsprechenden Chatplattformen als Kinder ausgeben und bei einer tatbestandlichen Art der Kontaktaufnahme die IP-Adresse des Chatpartners loggen, um Tatverdächtige ausfindig zu machen, ohne dass echte Kinder in die Gefahr eines Missbrauchs geraten.

Das man Beschuldigter in einem “Cyber-Grooming” – Verfahren ist, erfährt man als Betroffener meist, wenn Computer und Handys im Rahmen einer überraschenden polizeilichen Hausdurchsuchung als Beweismittel beschlagnahmt werden. Dabei kann man auch völlig arglos in das Visier der Ermittler geraten, wenn etwa Eltern oder Lehrer einen verdächtigen Chat auf dem Handy des Kindes aufgefunden haben, aus welchem nicht hervorgeht dass das Kind sich auf einer anderen Chatplattform zuvor als deutlich älter ausgegeben hatte.

Jeglicher Vorwurf des Kindesmissbrauchs ist in der öffentlichen Wahrnehmung sehr negativ besetzt und kann bei Bekanntwerden zu massiven persönlichen und beruflichen Nachteilen führen. Daher muss eine versierte Verteidigung schon früh darauf abzielen, eine öffentliche Gerichtsverhandlung möglichst zu vermeiden. Es macht daher Sinn, sich sofort beim Bekanntwerden entsprechender Ermittlungen – gegebenenfalls nach oder während der bei diesem Vorwurf nahezu unvermeidlichen Hausdurchsuchung – anwaltlichen Rat einzuholen. Hierbei ist zu bedenken, dass es in den meisten Fällen nicht empfehlenswert ist, ohne vorherige Konsultation eines Verteidigers Angaben zu machen – auch und gerade wenn die Polizei in solchen Fällen bemüht ist, den Schockeffekt der Durchsuchung zu nutzen, um dem Betroffenen potentiell belastende Angaben zur Sache oder ein Geständnis zu entlocken.

Anders als beim Kindesmissbrauch betrifft der sexuelle Missbrauch von Schutzbefohlenen (§ 174 StGB) nur solche Personen, welche zum Täter in einem besonderen Schutzbefohlenen-Verhältnis stehen. Entsprechend liegt die Schutzaltersgrenze (also bis zu welchem Alter der Missbrauch strafbar ist) deutlich höher als beim sexuellen Missbrauch von Kindern.

Während bei Kindern unter 14 Jahren jedwede sexuelle Handlungen strengstens verboten sind, ist der sexuelle Kontakt von und mit Jugendlichen ab einem Alter von 14 Jahren grundsätzlich erlaubt, gleich welchen Alters der Geschlechtspartner ist, solange der Sex einvernehmlich geschieht und der oder die Jugendliche dem Geschlechtspartner nicht zur Erziehung oder Ausbildung anvertraut ist. Erlaubt ist also beispielsweise auch der Geschlechtsverkehr zwischen einem 14-Jährigen und einer 90-Jährigen.

Eine Ausnahme gilt allerdings dann, wenn bei Personen im Alter zwischen 14 und einschließlich 17 Jahren eine Zwangslage ausgenutzt, Geld bzw. andere vermögenswerte Gegenleistungen für Sex versprochen oder bei 14- bis einschl. 15-Jährigen deren altersbedingte Unreife ausgenutzt oder sie auf unlautere Weise beeinflusst werden. In diesen Fällen kann ein strafbarer sexueller Missbrauch von Jugendlichen vorliegen, § 182 StGB.

Der Tatbestand des § 174c StGB führte lange Zeit ein Schattendasein. Gerade in der jüngeren Vergangenheit wurden aber vermehrt Verfahren hinsichtlich dieses Tatverdachts geführt. Die Weite des Tatbestandes und die vielen Unklaren Tatbestandsmerkmale führen dazu, dass für Ärzte, Therapeuten und sonstige im medizinischen Bereich Tätige jegliche sexuelle Beziehung zu Patienten stets ein gewisses Strafbarkeitsrisiko in sich birgt. Zwar hat der Bundesgerichtshof insbesondere in seiner Grundsatzentscheidung aus dem Jahr 2016 den Anwendungsbereich eingegrenzt. Dennoch lässt sich der Vorwurf des Missbrauchs leicht erheben. Nur eine kompetente Verteidigung, kann hier einer massiven Vorverurteilung mit oft existentiellen Beruflichen Folgen wirksam entgegenwirken.

Auch die Verjährungsfristen wurden im Sexualstrafrecht über die Jahre hinweg verschärft  und teils rückwirkend verlängert.

Daher haben ältere Gesetzesfassungen in der Praxis immer noch einige Bedeutung, da Änderungen in den Verjährungsfristen auch solche Fälle erfassen, welche zum Zeitpunkt der jeweiligen Gesetzesänderung (noch) nicht verjährt waren.

Wichtig: Die Vorschriften zur Verjährung sind extrem kompliziert in der Anwendung auf Altfälle, also Fälle die länger als die letzte Gesetzesänderung zurückliegen. Oft wird dabei übersehen, dass Fälle, die nach neuster Rechtslage grundsätzlich noch nicht verjährt sind, bereits in der Vergangenheit verjährt sein können und daher trotz Verlängerung der Verjährungsfrist nicht mehr verfolgt werden dürfen.

Umgekehrt erfassen die mittlerweile absurd langen Verjährungsfristen von teilweise mehr als 30 Jahren auch Tatvorwürfe, welche bis in die 90er-Jahre zurückreichen können. Ob solche Fälle sich überhaupt noch sinnvoll aufklären lassen – gerade bei einer “Aussage-gegen-Aussage”-Konstellation – darf bezweifelt werden, dennoch oder gerade deswegen sind solche Vorwürfe im aktuellen gesellschaftlichen Klima massiver Vorverurteilungen beim Vorwurf von Sexualstraftaten sehr ernst zu nehmen.

Stets zu beachten:  Bei allen Tatvorwürfen ist stets das damals geltende Sexualstrafrecht anzuwenden.

Da bei den Staatsanwaltschaften und Gerichten nicht selten nur die aktuellsten Gesetzestexte und Gesetzeskommentare vorhanden sind, ist es in solchen Konstellationen besonders wichtig, dass der Verteidiger frühzeitig auf die Unanwendbarkeit der neuen Gesetze hinweist.

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