Kanzlei 2019-01-19T14:00:56+00:00

Spezialisierte Kanzlei für Strafrecht

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Kernpunkt unserer Erfolgsstrategie – sowohl in der Strafverteidigung, als auch bei den Rechtsmitteln – ist unsere extrem enge Spezialisierung. Nicht nur sind wir ausschließlich auf das Strafrecht spezialisiert, jeder unserer Anwälte konzentriert sich darüber hinaus auf einzelne Teilbereiche des Strafrechts mit zentralen Schlüsselqualifikationen: So arbeiten in unserer Kanzlei neben Fachanwälten für Strafrecht und einem ehemaligen Staatsanwalt, vor allem in der Wissenschaft tätige Anwälte (u.a. deutsche Richterakademie), um gerade für die komplexen Spezialgebiete des Strafrechts optimal aufgestellt zu sein.


Dabei hat es sich unsere Kanzlei zur Aufgabe gemacht, sich unter keinen Umständen staatlichem Handeln unterzuordnen, sondern zu kämpfen, wenn nötig mit allen hierfür zur Verfügung stehenden strafprozessualen Mitteln: Denn in keinem anderen Rechtsgebiet hat ein Richter so viele Freiheiten und Ermessensspielräume wie im Strafrecht, hält man sich allein die weit gefassten Rechtsfolgen und Strafrahmen vor Augen, die das Strafverfahren vorsieht: von einer Verfahrens-Einstellung mit oder ohne Geldauflage, bis hin zu Freiheitsstrafen von wenigen Monaten bis zu vielen Jahren – mit oder ohne Bewährung;
Dass dann bei der Rechtsfindung große Freiräume bestehen, ist unbestritten – Mit unserer Erfahrung und Qualifikation sowie konfrontativen Prozessanwälten nebstehemaligem Staatsanwalt, erzielen wir regelmäßig überdurchschnittliche Ergebnisse.

Weitere Informationen zu unserem Erfolgskonzept

Ob ehemaliger Staatsanwalt, Fachanwälte, Ausbilder an der Richterakademie oder Universitätsdozenten: Wir sind eine Kanzlei bestehend aus einem Team hochspezialisierter Anwälte, die sich innerhalb des Strafrechts nochmals – jeder für sich – auf einzelne Teilbereiche spezialisiert haben.

Was nämlich in der Medizin schon seit Jahrzehnten selbstverständlich ist, wird beim Gang zum Rechtsanwalt oft übersehen: Auch hier ist die Materie so umfangreich, dass es sich dringend empfiehlt, einen Spezialisten für das jeweilige strafrechtliche Anliegen zu beauftragen. Denn nur mit Fachwissen und Erfahrung lassen sich im Strafrecht individuell zugeschnittene, effektive Prozessstrategien entwickeln und somit überdurchschnittlich gute Ergebnisse erzielen.

Ob Spezialisten für konfrontative Verteidigung, Rechtsmittel wie Berufung, Revision, Verfassungs- und Haftbeschwerde, bis hin zu einzelnen strafrechtlichen Spezialgebieten wie Medizin- Sexual- oder Wirtschaftsdelikte: Für jedes strafrechtliche Anliegen bieten wir ein breit aufgestelltes Team an Strafrechtsexperten, um Ihnen professionell und entschieden zum bestmöglichen Erfolg zu verhelfen.

Weitere Informationen

Strafverfahren sind eine große Belastung und oftmals mit schwerwiegenden rechtlichen, aber vor allem auch privaten Konsequenzen verbunden. Daher empfiehlt es sich dringend alsbald spezialisierten Rat einzuholen, um verfahrensentscheidende Nachteile zu verhindern!

Da aber – ähnlich wie beim Arzt – Vertrauen, Kompetenz und der persönliche Eindruck auch beim Anwalt essentiell für eine Beauftragung sind, beraten wir Sie unabhängig von einer etwaigen Beauftragung unverbindlich zu den rechtlichen Möglichkeiten, dem weiteren Vorgehen und etwaigen Kosten.

Kontaktieren Sie uns hierzu kostenlos per Mail an anwalt@verteidigung-strafrecht.de oder telefonisch unter +49 (89) 89 08 44-89

In Notfällen erreichen Sie uns unter Tel. 0151 / 21 33 33 34

Weitere Informationen

Eine wirksame Verteidigung ist nur möglich, wenn man die einem zur Last gelegten Umstände kennt. Deshalb ist es auch fatal sich ohne Kenntnis des Ermittlungstandes zu etwaigen Anschuldigungen oder Vorwürfen zu äußern, auch und gerade dann nicht, wenn man sich keines Fehlverhaltens bewusst ist!

Erst die genaue Information über die Vorwürfe, wegen der gegen einen ermittelt wird, ermöglichen die Vorbereitung einer sach- und zielgerechten Verteidigung – je frühzeitiger desto besser. Denn sämtliche Ergebnisse von Strafermittlungen werden schriftlich in der Ermittlungsakte der Staatsanwaltschaft geführt. Im Falle einer Anklage zu Gericht werden die in der Akte enthaltenen Informationen zur alleinigen Grundlage des gerichtlichen Verfahrens.

Das Recht auf vollständige Akteneinsicht steht allerdings nur dem verteidigenden Rechtsanwalt zu. Zur suffizienten und erfolgreichen Verteidigung sollte daher möglichst frühzeitig Einsicht in die Akten genommen werden, um einerseits die Verteidigung optimal vorzubereiten und die Vorwürfe rechtlich prüfen zu können, aber auch um in geeigneten Fällen durch eine frühe Stellungnahme die Tatvorwürfe zu entkräften, beispielsweise auch durch Beantragung von Zeugen, Sachbeweisen oder Sachverständigengutachten. In vielen Fällen können die Tatvorwürfe bereits im vorgerichtlichen staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren soweit entkräftet werden, dass das Verfahren eingestellt oder eine außergerichtliche Beilegung der Vorwürfe vereinbart wird.

Welche Strategie im Einzelfall die richtige ist, kann erst nach Durchsicht der Ermittlungsakte bestimmt werden und muss stets der Aktenlage angepasst sein! Aufgrund der Vorteile frühzeitiger Akteneinsicht ist es daher sinnvoll, sofort nach Kenntnis von einem Ermittlungsverfahren möglichst zeitnah einen Strafverteidiger zu beauftragen.

Ausführliche Informationen zur Akteneinsicht

Da gerade im Strafrecht das Vertrauen und der persönliche Eindruck in seinen Anwalt von essentieller Bedeutung sind, aber auch der Anwalt die nötige Zeit und Arbeitskapazität haben muss, eh es zu einer Beauftragung kommt, dürfen Sie jederzeit vor einer Beauftragung unverbindlich mit uns in Kontakt treten. Hierbei beraten wir Sie zu den rechtlichen Möglichkeiten, dem weiteren Vorgehen und etwaigen Kosten einer anwaltlichen Beauftragung. anwalt@verteidigung-strafrecht.de / 089 89 08 44-89

Selbstverständlich  bieten wir Ihnen auch jederzeit eine  persönliche Erstberatung in unserer Kanzlei an, z.B. weil Sie nur eine Rechtsfrage haben, eine Zweitmeinung einholen möchten oder aber uns vor einer Beauftragung persönlich kennenlernen wollen.

In dringenden Fällen oder wenn Sie sich bereits für uns entschieden haben, ist selbstverständlich auch eine umgehende Beauftragung möglich. Download Vollmacht

Das Rechtsmittel der Berufung ist nur gegen Urteile des Amtsgerichts, also gegen Urteile des Strafrichters oder des Schöffengerichts möglich. (Gegen Urteile eines Landgerichts ist ausschließlich Revision möglich)

Da Amtsgerichte die Masse der angeklagten Fälle aburteilen und daher besonders viele Fälle bearbeiten müssen, sind Urteile des Amtsgerichts oft sehr oberflächlich und nicht selten rechtsfehlerhaft. Vermutlich deshalb hat der Gesetzgeber eine weitere, vollwertige Gerichtsinstanz geschaffen:

Das Berufungsgericht ist an das Urteil des Amtsgerichts nicht gebunden und kann ganz anders entscheiden. So kann der Prozess also noch einmal komplett neu aufgerollt und die Ausgangslage – manchmal sogar völlig – verändert werden: Neue Beweise können erhoben, neue und alte Zeugen (nochmals) genauestens auf den Zahn gefühlt, (neue) Gutachten beantragt, Verständigungsgespräche mit Staatsanwaltschaft und Gericht geführt und selbstverständlich auch die rechtliche Lage neu bewertet werden. Umgekehrt kann auch eine geständige Strafmaßverteidigung die oft mit einer Verfahrensabsprache (sog. Deal) oder einem sog. Täter-Opfer-Ausgleich einhergeht, zielführend sein, die regelmäßig zu einem deutlich milderen Urteil in der Berufungsinstanz führt.

In der Berufung kann damit die Verteidigung völlig neu gestaltet und der Anklagevorwurf nochmals unter einem anderen Vorzeichen verhandelt werden.

Wichitg: Die Frist zur Einlegung der Berufung ist ausgesprochen kurz. Vom Tag der mündlichen Verkündung des Urteils (gegen das man vorgehen möchte) hat man nur 1 Woche Zeit, schriftlich (oder zu Protokoll der Geschäftsstelle) Berufung einzulegen.

Eine Begründung ist nicht notwendig und kann ggf. auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Das Einlegen der Berufung  hemmt die Rechtskraft des ersten Urteils, d.h. eine verhängte Geldstrafe oder Freiheitsstrafe kann nicht vollstreckt werden. Auch wird bis zum Abschluss der Berufung keine Eintragung ins Führungszeugnis vorgenommen – man gilt weiterhin als unschuldig.

Weitere Informationen zur Berufung

Die Revision ist das letzte – und bei Urteilen des Landgerichts sogar das einzige – Rechtsmittel, mit welchem gegen eine Verurteilung vorgegangen werden kann.

Was viele leider nicht wissen, die Revision ist ein rein formales Verfahren, bei dem lediglich überprüft wird, ob das Urteil der Vorinstanz (Landgerichts) rechtlich richtig ist. Es geht also um rein juristische Rechtsfragen und nicht etwa wie bei der Berufung (s.o.) um eine neue Bewertung von Zeugenaussagen oder anderer Beweise. In der Revision wird also der Prozess der Vorinstanz nicht nochmal komplett aufgerollt, sondern in der Regel nur am Schreibtisch des Richters geprüft, ob das vorinstanzliche Gericht irgendwelche Rechtsfehler in seinem Urteil (sog. materiellrechtliche Fehler) oder dem Prozess sog. Verfahrensfehler) gemacht hat.

Der Revisionsanwalt muss also insbesondere in der Lage sein, reine Rechtsfehler eines Gerichts zu erkennen, was wiederum sehr profunde Rechtskenntnisse, nicht selten sogar wissenschaftliche Expertise erfordert.

Darüber hinaus werden aber seitens der Revisionsgerichte zudem extrem hohe Anforderungen an die rechtliche Begründung einer Revision gestellt, sodass bereits kleinste Fehler des Revisionsanwalts zur Unzulässigkeit und damit zur Bestandskraft des angegriffenen Urteils führen. Deshalb gilt die Revision als das schwierigste Rechtsgebiet im Strafrecht.

Für den Mandanten stellt die Revision zudem ein sehr hohes Risiko dar, denn nicht nur muss sein Anwalt – wie oben gezeigt – in der Lage sein, Fehler in einem Urteil zu erkennen, er muss sie auch noch korrekt rügen können, was angesichts der exponentiell übersteigerten Anforderungen der Revisionsgerichte zu einem regelrechten Spießrutenlauf geworden ist.

Ohne jahrelange Erfahrung und vor allem wissenschaftlichem Knowhow ist eine erfolgreiche Revision heutzutage kaum mehr möglich, was auch die erschreckend geringe Erfolgsstatistik von 3 – 10% belegt.

im Revisionsrecht sind die Fristen ausgesprochen kurz. So muss binnen einer Woche nach Urteilsverkündung bereits Revision eingelegt werden. Das bedeutet, vom Tag der mündlichen Verkündung des Urteils (gegen das man vorgehen möchte) hat man nur 1 Woche Zeit, schriftlich (oder zu Protokoll der Geschäftsstelle) Revision einzulegen.

Darüber hin aus muss – anders als bei der Berufung – die Revision begründet, d.h. von einem Anwalt schriftlich dargelegt werden, aufgrund welcher Fehler das Urteil angefochten wird. Diese Begründungsfrist beträgt lediglich 1 Monat nach Zustellung der schriftlichen Urteilsgründe. Da diese Frist auch nicht verlängert werden kann, ist die Zeit in derer das gesamte Urteil und das Protokoll der Hauptverhandlung(en) vom Anwalt überprüft werden müssen, extrem knapp und erfordert schon allein deshalb kontemporäre Expertise und Erfahrung im Revisionsrecht, ohne die eine suffiziente Revisionsbegründung in so engem zeitlichen Rahmen gar nicht zu bewerkstelligen ist.

Weitere Informationen zur Revision hier

Sofern Sie Beschuldigter oder Opfer eines Sexualdeliktes sind oder Fragen rund um das Sexualstrafrecht haben, sollten Sie unbedingt folgendes beachten: Eine effektive und erfolgreiche Vertretung im Sexualstrafrecht erfordert profunde Kenntnisse und Erfahrung: Zu komplex sind die Anforderungen in Sachen forensischer Psychologie, IT und Medizin ohne deren Expertise die diffizile Materie des Sexualstrafrechts nicht suffizient handhabbar ist. Ob Vorwürfe wegen sexueller Belästigung, Nötigung, Vergewaltigung, Missbrauch oder verbotener Pornographie, die Strafen im Sexualstrafrecht sind im Falle einer Verurteilung überdurchschnittlich hoch (80 % aller Verurteilungen sind Freiheitsstrafen). Gleichzeitig drohen zumindest dem Beschuldigten einer Sexualstraftat aber auch schwere außergerichtliche Konsequenzen, wie öffentliche Bloßstellung, strengere Maßstäbe bei der Eintragung ins Führungszeugnis oder gravierende Auswirkungen auf Berufs- und Privatleben (Stichwort: Durchsuchung von Wohnungs- und Arbeitsplatz, vorläufige Festnahme etc.).

Umso wichtiger ist es gerade bei Sexualstrafverfahren, drohende Nachteile, strafprozessuale Maßnahmen und gerichtliche Entscheidungen, mit allen rechtlichen Mitteln weitestgehend zu verhindern, abzuwenden oder zumindest abzuschwächen – dies unabhängig von Schuld oder Unschuld bzw. der Frage etwaiger Nachweisbarkeit. Denn gerade bei den Sexualstrafverfahren, wo oftmals erhebliche Beweisprobleme bestehen (z.B. Aussage gegen Aussage) bzw. es häufig auf reine Rechtsfragen ankommt (z.B. Speicherung von Kinderpornographie im sog. Cache), ist der Ausgang des Strafverfahrens meist offen.In kaum einem anderen Teilgebiet des Strafrechts kommt es daher so sehr auf die erfahrene und kompetente anwaltliche Vertretung an. Aufgrund unserer engen Spezialisierung in diesem Bereich gehören wir nicht nur zu den erfahrensten Anwälten auf dem Gebiet der Sexualdelikte, mit Kollegen wie Herrn Rechtsanwalt Dr. Stevens, der Dozent für Sexualstrafrecht, sowohl an der Universität, als auch für den Deutschen Richterbund und die Fachanwaltsfortbildung ist, sowie Herrn Rechtsanwalt Florian Zenger, einem ehemaligen Staatsanwalt für Jugendschutz- und Sexualdelikte, befassen sich in unserer Kanzlei ausgewiesene und lang erfahrene Experten mit dieser schwierigen Materie. Denn Strafanzeigen mit sexuellem Hintergrund können jeden treffen, meist aus heiterem Himmel. Und dann ist guter Rat immanent!

Ausführliche Informationen zum Sexualrecht auf unserer Seite www.sexualrecht.de

Auch wenn Sie bereits anwaltlich vertreten sind, können Sie sich selbstverständlich und jederzeit uns um eine zweite Meinung zu ihrem strafrechtlichen Anliegen fragen, ohne damit gleich einen weiteren oder neuen Anwalt beauftragen zu müssen.

Was viele auch nicht wissen: es ist natürlich jederzeit möglich einen zusätzlichen Anwalt in einem Strafverfahren zu mandatieren (bis zu 3 selbst gewählte Anwälte zzgl. einem Pflichtverteidiger). Gerade in „großen Verfahren“ also vor allem vor dem Landgericht und in Haftsachen,  ist die sog. Team-Verteidigung, also die gleichzeitige Vertretung von mehr als nur einem Anwalt, sogar zum unverzichtbaren Erfolgsfaktor unserer Kanzlei geworden.

Ebenso ist ein Anwaltswechsel jederzeit möglich. Ob Sie nun erst seit wenigen Stunden oder schon seit vielen Monaten anwaltlich vertreten sind. Denn im Strafrecht ist das Vertrauen in seinen Anwalt der wichtigste Faktor einer erfolgreichen Strafverteidigung (so sieht auch das Gesetz die  Entpflichtung eines vom Gericht bestellten Pflichtverteidigers vor, wenn das Vertrauen zerrüttet ist).

Aber auch dann, wenn Rechtsmittel gegen eine bereits ergangene Entscheidung (z.B. Berufung oder Revision) eingelegt werden sollen, kann es angezeigt sein, mit einem neuen Verteidiger-Team die Karten neu zu mischen, insbesondere wenn die bisherige Taktik geändert werden (konfronatative Verteidigung vs. Dealbereitschaft) oder ein Spezialist für das jeweilige strafrechtliche Teilgebiet (Revision) für ein besseres Ergebnis sorgen soll.

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Der Erhalt einer Anklageschrift bedeutet leider, dass sich das Ermittlungsverfahren bis dato nicht zu Gunsten des Betroffenen entwickelt hat: Schließlich erfolgt eine Anklage grundsätzlich nur dann, wenn die Staatsanwaltschaft hinreichend überzeugt ist, dass es in einem Gerichtsverfahren zu einer Verurteilung kommen wird und dabei die Schuld so schwer wiegt, dass nicht mit milderen Mitteln wie etwa einer Verfahrenseinstellung (z.B. gegen Geldauflage) oder einem schriftlichen Strafbefehl geahndet werden konnte.

Allerdings handelt es sich bei der Anklage um eine reine Prognoseentscheidung bei vorläufiger Sachverhaltsbewertung. Sie sagt allerdings nichts darüber aus wie gründlich gegen den Beschuldigten ermittelt wurde und ob es im Rahmen einer Gerichtsverhandlung tatsächlich dann auch zu einer Verurteilung oder der von der Staatsanwaltschaft angestrebten Ergebnis kommen wird. So enden gut 20 % aller Anklagen gerade nicht mit einer Verurteilung und in vielen Fällen ändert sich auch die rechtliche Einschätzung (statt der angeklagten gefährlichen Körperverletzung nur eine abgeurteilte einfache Körperverletzung, anstatt sexuelle Nötigung nur Belästigung etc…)

Dementsprechend ist es auch nicht zu spät, das Ruder noch herumzureißen. Immerhin werden die Ermittlungen wegen der Arbeitsüberlastung der Justiz oftmals nur sehr oberflächlich und einseitig geführt, ohne hinreichend zu prüfen, ob die Tat überhaupt gerichtsfest nachweisbar ist, alle Beweismittel erschöpfend ausermittelt wurden oder der Sachverhalt entsprechend des angeklagten Gesetzesverstoßes überhaupt strafbar ist, von fehlenden Sachbeweisen oder widersprüchlichen Zeugenangaben ganz zu schweigen.

Nicht selten erwachsen aus dem zugrundeliegenden Fall divergente Rechtsprobleme, welche im Rahmen einer dem Fall angepassten erfolgsversprechenden Verteidigungsstrategie genutzt werden können. Als erfahrene Verteidiger wie auch aus eigener Erfahrung (einer unserer Anwälte ist ehemaliger Staatsanwalt) wissen wir sehr gut, dass sich Staatsanwälte gerade bei einem bislang unverteidigten Beschuldigten gerne auch „in die Anklage flüchten“, um komplexe rechtliche Fragen und inhaltliche Auseinandersetzungen dem Richter zu überlassen.

Auch aus prozessualer Sicht können sich hinlänglich oft juristische Probleme ergeben, die am Ende ein ganz anderes Ergebnis erwarten lassen.
Ebenso darf in den Fällen, in denen sich der Angeschuldigte noch gar nicht (oder nicht umfassend) bei Polizei oder Staatsanwaltschaft geäußert hat, nicht übersehen werden, dass dessen Einlassung sehr häufig eine ganz andere Bewertung des Sachverhalts zulassen kann, vor allem bei Fragen des Vorsatzes, der für einen Großteil der Strafgesetze notwendig ist, um sich überhaupt strafbar zu machen und verurteilt werden zu können.

Das Alles erklärt dann auch, warum trotz der hinreichenden Verurteilungsprognose des Staatsanwaltes immer noch etwa 20 % aller Anklagen nicht mit einer Verurteilung (sondern mit Freispruch oder Verfahrenseinstellung) enden und das Gericht noch vor einer Entscheidung darüber, ob es die Anklage der Staatsanwaltschaft überhaupt zulassen will, dem Angeschuldigten nochmals die Möglichkeit eröffnet, sich zur Anklageschrift zu äußern und ggf. einzelne entlastende Beweiserhebungen zu beantragen.

Im Übrigen bestehen trotz Anklageerhebung sogar noch diverse Möglichkeiten, ein (öffentliches) Gerichtsverfahren abzuwenden, sei es weil die Anklage seitens der Staatsanwaltschaft zurückgenommen oder das Verfahren seitens des Gerichts gar nicht erst eröffnet wird.

Ausführliche Informationen zur Anklage

Mit dem Strafbefehl werden Bagatellstraftaten und kleinere bis mittlere Kriminalität schnell und unkompliziert geahndet. So sparen sich nicht nur Gerichte und Staatsanwaltschaften ein aufwendiges Gerichtsverfahren, sondern auch der Beschuldigte.

Was viele allerdings unterschätzen: Der Strafbefehl ist keine Geldbuße, die man – ähnlich einem Strafzettel – einfach bezahlt und dann ist die Sache aus der Welt geschafft. Der Strafbefehl gleicht einer Verurteilung durch ein Strafgericht und ist in den rechtlichen Konsequenzen identisch (Eintrag Führungszeugnis/ Bundeszentralregister, Vorstrafe etc).

Ob und inwiefern sich der Einspruch gegen einen Strafbefehl „lohnt“ erfordert allerdings eine qualifizierte Analyse der Akten durch einen Anwalt.

Insbesondere darf dabei nämlich nicht übersehen werden, dass sich ein mögliches Urteil auch verschlimmern kann (was aber nur ganz selten in der Praxis passiert), sofern der Einspruch nicht nur auf die Höhe der Geldstrafe beschränkt wird (sog. Verböserung). Auch wird beim Strafbefehlsverfahren ein Geständnis fingiert mit der Konsequenz, dass die Staatsanwaltschaft bei der Bemessung der Höhe der Strafe diesen Umstand bereits positiv berücksichtigt hat und im Falle eines Einspruchs entfällt.

Umgekehrt zeigt die praktische Erfahrung, dass im Großteil aller Fälle das Ergebnis nach dem Einspruch gegen einen Strafbefehl deutlich besser ist. Schon wegen der chronischen Überlastung der Strafjustiz sind Staatsanwaltschaft und Gericht nämlich häufig bereit, dem Angeklagten „entgegenzukommen“ sei es bei der Höhe der Strafe oder aber auch im Wege einer für alle Seiten deutlich unkomplizierteren Verfahrenseinstellung, ob mit oder gar ohne (Geld)Auflage.

Wichtig: Wenn Sie daher einen Strafbefehl zugesellt bekommen, sollten Sie sich umgehend anwaltlich vertreten lassen. Denn im Falle eines Strafbefehls hat man nur 2 Wochen Zeit (ab Zustellung im Briefkasten) gegen diesen Einspruch einzulegen, da er ansonsten rechtskräftig wird. Ein Vorgehen gegen den Strafbefehl ist dann grundsätzlich nicht mehr möglich, soweit man nicht belegen kann, dass man die Frist unverschuldet versäumt hat.

Ausführliche Informationen zum Strafbefehlsverfahren

Nicht selten wird angesichts „hoher Straferwartung“ oder anderer sehr vagen „Begründungen“ ein Haftbefehl (zu 90 % wegen angeblicher Fluchtgefahr) erlassen. Solche Haftbefehle sind regelmäßig, rechtswidrig da sie selten Tatsachen belegen, die tatsächlich z.B. für eine Fluchtgefahr sprechen (ähnliches gilt für den sog. Haftgrund der Wiederholungs- oder Verdunkelungsgefahr).
In den meisten Fällen werden überhaupt gar keine Tatsachen ermittelt, die für oder gegen einen Haftgrund sprechen.

Deshalb ist es wichtig, sofort einen erfahrenen (und nicht etwa einen vom Gericht empfohlenen) Anwalt einzuschalten, der (mit den entsprechenden Kenntnissen) die Optionen einer Aufhebung oder zumindest Außervollzugsetzung des Haftbefehls prüft – nicht selten mit Erfolg!

Ganz wichtig dabei: Auch hier keine Aussage gegenüber Gericht oder Polizei machen! Gerade unter dem Druck einer drohenden Inhaftierung oder der Inaussichtstellung einer Außervollzugsetzung des Haftbefehls im Falle eines Geständnisses, werden oft vorschnelle Angaben gemacht, die später nur schwer oder gar nicht mehr zu revidieren sind!

Ausführliche Informationen zur U-Haft / Verhaftung

Im Falle einer Durchsuchung (regelmäßig bei Sexual- und Vermögensdelikten) ist es wichtig, ruhig zu bleiben. Man ist nicht verpflichtet zu kooperieren. Verstecke oder Passwörter müssen nicht preisgegeben werden, es gilt der Grundsatz, dass sich niemand selbst einer Straftat belasten muss und entsprechend auch nicht an seiner eigenen Überführung mitwirken sollte.
In jedem Fall gilt auch hier: Keine Aussage machen! Nur das Nötigste mit den Beamten während der Durchsuchung sprechen.’Guten Tag‘ und ‚Auf Wiedersehen‘ dürften dabei völlig reichen. Jedenfalls Nichts zum Tatvorwurf angeben.

Dem Beschuldigten wird wichtig sein, möglichst schnell an sichergestellte Computer, Handys und andere Datenträger zu kommen. Dies ist mit anwaltlicher Unterstützung bei unbelastetem Material vorzeitig möglich. Auch ein rechtliches Vorgehen gegen die Durchsuchung ist mit Hilfe eines spezialisierten Anwalts jederzeit möglich.
Seit einer aktuellen Entscheidung des Bundesgerichtshofs dürfen Datenträger aus Gründen der Verhältnismäßigkeit ohnehin nur noch eingezogen werden, wenn die endgültige Löschung inkriminierter Daten technisch unmöglich ist.

Keine Angaben machen – ob Sie sich etwas vorzuwerfen haben oder nicht!

Denn in fast allen Fällen wird der Beschuldigte aus heiterem Himmel mit Vorwürfen konfrontiert, die bis dato nur die Polizei kennt. Nicht selten wird dieser Überraschungs- und Überrumpelungseffekt sogar bewusst ausgenutzt. Bei allen Äußerungen zu einem strafrechtlich relevanten Vorwurf ist daher höchste Vorsicht geboten, denn der Betroffene kann zu diesem Zeitpunkt in der Regel überhaupt nicht wissen, was ihm konkret zur Last gelegt wird, was die Ermittlungsbehörden tatsächlich wissen, welche Beweise vorliegen, was etwaige Zeugen ausgesagt haben und welche Anschuldigung damit letztlich im Raum steht.

Anwalt kontaktieren:

Unmittelbar nach dem Bekanntwerden von polizeilichen Ermittlungen – aber unbedingt bevor man mit der Polizei oder anderen Behörden spricht (s.o.) sollte man sich daher umgehend an einen spezialisierten Anwalt wenden, der dann den Beschuldigten von einem polizeilichen Erscheinen entschuldigt und zunächst Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft nimmt, eh überhaupt irgendwelche Angaben zur Sache gemacht werden. Nach erfolgter Akteneinsicht bespricht der Anwalt den Akteninhalt und alle möglichen Be- und Entlastungsmomente in tatsächlicher und rechtlicher Sicht. In diesem Zusammenhang hat der Beschuldigte auch die Möglichkeit, zusammen mit bzw. durch seien Anwalt auf die Vorwürfe konkret Stellung zu nehmen, weitere Beweiserhebungen zu beantragen und etwaige Widersprüche aufzudecken, die dann ggf. der Staatsanwaltschaft in einer sog. Verteidigerschrift mitgeteilt werden, mit dem regelmäßigen Ziel eine Einstellung des Strafverfahrens zu erwirken.

Der häufigste Fall von Aussage gegen Aussage, sind Konstellationen jemand behauptet, sexuell genötigt, vergewaltigt oder missbraucht worden zu sein, was der andere aber bestreitet, weil sexuelle Handlungen entweder überhaupt nicht oder aber mit Einverständnis des vermeintlichen Opfers vorgenommen wurden. Tatzeugen gibt es selten und meist auch keine Sachbeweise (weil sich das mutmaßliche Opfer erst lange Zeit nach der angegebenen Tat meldet oder sie lassen sich erklären, weil der Täter behauptet, dass der sexuelle Kontakt einvernehmlich stattgefunden hat).
Man könnte also meinen, mit der bloßen Aussage gegen Aussage läge eine „Patt-Situation“ vor, wem soll man schließlich glauben. Einzig logische Konsequenz also eine Verfahrenseinstellung oder Freispruch – es fehlt das Maß an Sicherheit einen Schuldspruch fällen zu können oder?
Leider NEIN!
Nach deutschem Recht kann auch bei Aussage-gegen-Aussage verurteilt werden. Es ist Gerichten nämlich nicht vorgeschrieben, unter welchen Voraussetzungen eine Tatsache für bewiesen oder nicht bewiesen gilt. Der Richter ist in der Beweiswürdigung und damit auch in der Bewertung von Aussagen völlig frei und muss selbst bei mehreren möglichen Schlussfolgerungen nicht die dem Angeklagten günstigste wählen. Der Richter kann also aufgrund einer zweifelhaften Zeugenaussage verurteilen.
Dies obwohl Anschuldigungen bei Sexualdelikten oftmals falsch sind. Dabei geht es nicht nur um bewusste Falschaussagen aus Motiven wie Rache, Eifersucht, Selbstschutz oder schlicht bösen Absichten, in den weit überwiegenden Fällen sind Pseudoerinnerungen, Beeinflussung, psychische Erkrankung und Autosuggestion die Ursache für falsche Anschuldigungen.

Deshalb ist es immanent wichtig einen Anwalt an der Seite zu haben, der sich mit den schwierigen Facetten bewusster oder unbewusster Falschbeschuldigung, insbesondere der Aussagegenese, der Aussagevalidität und der Aussagequalität bestens auskennt. Denn mit Hilfe der sog. Aussagepsychologie und entsprechenden Beweisanträgen lässt sich relativ beweissicher feststellen, ob eine Aussage erlebnisbasiert ist oder nicht, z.B. anhand einer fundierten Prüfung möglicher Fehlerquellen bei der Aussageentstehung, Widersprüchen, Auslassungen oder Fehler in der chronologischen Schilderung, Inkonstanzen, das Fehlen von Schilderungen zum Kerngeschehen, verdächtige Strukturiertheit sowie defizitäre Interaktionsschilderungen und Komplikationen im Handlungsablauf, Mängel im Detaillierungsgrad und der Anschaulichkeit, auffallender Kongruenzen oder Strukturgleichheit usw.
Mangels entsprechender Ausbildung werden aber solcherlei Faktoren von Strafverfolgungsbehörden und Strafgerichten selten oder gar nicht erkannt, zumal es auch Richtern bei der hohen Emotionalität und Polarisierung von Sexualdelikten schwerfällt, Neutralität und Distanz zu bewahren.
Unsere Kanzlei ist gerade wegen der häufig bei Sexualdelikten auftretenden Aussage gegen Aussage Konstellation auf diese Materie besonders spezialisiert und arbeitet mit renommierten Gerichtsgutachtern und Sachverständigen zusammen, um unseren Mandanten so zum bestmögliche Ergebnis, im Idealfall einer Verfahrenseinstellung zu verhelfen.

Häufige Fehler bei „Aussage gegen Aussage“ finden Sie hier

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