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50 % aller Strafverfahren
werden eingestellt, 80 % aller Anklagen enden mit Verurteilung

Bei Strafverfahren wird leider all zu oft übersehen, dass der Betroffene einer Übermacht an prozessualen Gegnern gegenübersteht, so dass schon der gesunde Menschenverstand verrät: Strafverfahren sind unter diesen Umständen kaum ausgewogen.

Zwar werden nur 50 % aller Verfahren angeklagt, die gerichtliche Verurteilungsquote liegt aber bei weit über 80%!

Anzeige – Ermittlungen

Jeden Vorwurf von Anfang an ernst nehmen – egal wie banal, abwegig, falsch oder geringfügig er erscheint!

Anklage – Strafbefehl

Bei Strafbefehl oder Anklage besteht dringender Handlungsbedarf! Der Ausgang immer noch offen!

Untersuchungshaft

50 % aller Haftbefehle sind rechtsfehlerhaft! Gute Chancen auf Aufhebung oder Außervollzugsetzung.

Gerichtsverfahren

Auch beim Strafprozess vor Gericht ist der Ausgang meist offen! Entscheidend ist Strategie und Taktik!

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Um was geht es im Strafverfahren?

Das Strafrecht befasst sich mit allen Fällen, in denen bestimmte verbotene Handlungen unter Strafe gestellt werden.

Oft wird übersehen, dass selbst im Bereich der sog. „Bagatelldelikte“ bereits harte Konsequenzen drohen, blickt man etwa allein auf die auf beruflichen Folgen: Es drohen langjährige Eintragungen ins Führungszeugnis und behördliche Datenbanken, Verlust von Fahr-, Gewerbe-, Waffenbesitz und anderen zuverlässigkeitsbedingten Erlaubnissen sowie Probleme bei Arbeit und Einreise in andere(n) Länder wie den USA.

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Mit besonders gravierenden Einschnitten sind die Fälle verbunden, in denen bereits im Ermittlunsgverfahren U-Haft oder bei Verurteilung Gefängnis drohen.

Was viele nicht wissen: In kaum einem anderen Rechtsgebiet können die Weichen für den Ausgang des Strafverfahrens so entscheidend gestellt werden wie im Strafrecht. Es genügt der Blick auf die großen Ermessensspielräume und weit gefassten Rechtsfolgen: von der Einstellung des Verfahrens mit oder ohne Geldauflage, über das Strafbefehlsverfahren, bis hin zur bloßen Verwarnung, dem Absehen von Strafe oder aber Freiheitsstrafen von wenigen Monaten bis hin zu vielen Jahren (mit oder ohne Bewährung).

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Unterteilt wird das Strafrecht in drei große Fachbereiche:

1. Das sog. „materielle“ Strafrecht
(also die strafrechtlichen Gesetze die ein bestimmtes Verhalten unter Strafe stellen wie etwa Wirtschafts-, Sexual- und Gewaltdelikte)

Hierzu bedarf es ausgewiesener Fachanwälte mit entsprechender Spezialisierung z.B. auf Wirtschaftsstrafrecht, Sexualstrafrecht, Steuerstrafrecht etc…

2. Das Strafverfahren (also der Ablauf von polizeilichen Ermittlungen bis hin zum Gerichtsverfahren). Sofern es zu einer Anzeige, polizeilichen Ermittlungen oder einer Anklage zu Gericht kommt (Strafverfahren), empfiehlt es sich dringend (ggf. zusätzlich) einen spezialisierten Prozessanwalt für Strafrecht zu beauftragen, der insbesondere die nötige Erfahrung in den Bereichen Zeugenvernehmung, konfrontative Strafverteidigung und Strafprozessrecht hat

3. Rechtsmittel gegen strafgerichtliche Entscheidungen (z.B. Einspruch, Berufung, Revision). Vor allem wenn man sich gegen die erstinstanzliche Verurteilung des Landgerichts wenden möchte ist das Rechtsmittel der Revision die letzte Chance! Die Revision gehört dabei leider zu den schwierigsten Bereichen des Strafrechts (oft als Königsdisziplin bezeichnet) sodass hier nur sehr wenige erfahrene  Spezialisten reelle Erfolgschancen bieten!

Strafverfahren ernstnehmen!
Je früher man einen Spezialisten einschaltet, desto besser die Erfolgschancen

Jede Person kann zu jeder Zeit mit einem Strafverfahren konfrontiert werden.

Die meisten Menschen trifft die erste und hoffentlich letzte Begegnung mit dem Strafrecht vollkommen unvorbereitet. Fest steht: als Betroffener in einem Strafverfahren ist die Rolle als Beschuldigter, als Geschädigter oder auch „nur“ als Zeuge nie angenehm. Schreiben der Polizei, der Staatsanwaltschaften und der Gerichte lassen oft mehr Fragen offen, als sie beantworten – nichts Anderes gilt meist auch für persönliche Begegnungen mit den Strafverfolgungsbehörden.

Ein zusätzliches Problem ist dabei, dass die Polizei, die Staatsanwaltschaften und die Gerichte ihren staatlichen Auftrag erfüllen müssen und damit als Ansprechpartner für Ihre eigenen Interessen als Betroffener nur sehr eingeschränkt geeignet sind. Nur Ihr Anwalt ist vollständig Ihren Rechten und Interessen als Mandant verpflichtet und unterliegt dabei einer vollumfassenden Schweigepflicht.

Auch wenn die Ausgangssituation im Strafrecht manchmal einfach erscheint:
Die rechtliche Bewertung einer Situation muss deswegen noch lange nicht einfach sein.

Die gesetzlich streng formalisierten Rechte für Beschuldigte, Geschädigte oder auch Zeugen in einem Strafverfahren bleiben im Hinblick auf deren Auslegung und Anwendung im konkreten Einzelfall für den „Normalbürger“ völlig unverständlich.

Der Weg durch ein Strafverfahren ist für jeden Betroffenen schwierig, und der Verfahrensausgang ist immer von großer Bedeutung, wenngleich er meist offen ist.

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Dies gilt natürlich besonders für Verfahren vor dem Landgericht, aber auch im Ermittlungsverfahren, da die Anordnung einer Durchsuchung oder U-Haft schnell die berufliche und private Zukunft gefährden kann. Außerdem ist die Vorverurteilung durch die Ermittlungsbehörden, aber auch durch die Medien im Strafrecht erfahrungsgemäß besonders stark ausgeprägt. Dabei versucht die vermeintlich „neutrale“ Staatsanwaltschaft nicht selten durch einseitige Vorabinformationen aus der Anklageschrift gegen den Betroffenen Stimmung zu machen und dadurch den Druck auf ihn noch weiter zu erhöhen.

Als Verdächtiger schwererer Straftaten wie etwa von Wirtschafts-, Amts-, Gewalt– oder Sexualdelikten steht man ohne das nötige juristische Fachwissen und die erforderliche Erfahrung im Umgang mit Justiz und Medien schnell vor der vollständigen Existenzvernichtung, sodass eine wohlüberlegte und effektive Verteidigungsstrategie unter Berücksichtigung aller Besonderheiten des Einzelfalls von äußerster Wichtigkeit ist – entsprechendes gilt auch für Opfer / Geschädigte schwerer Straftaten.

„Erfolg im Strafrecht steht und fällt mit der Wahl des richtigen Anwalts“

Aktive Strafverteidigung erfordert erfahrene Prozessanwälte

Ob erste Instanz oder Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts – bei der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht bedarf es nicht nur eines Spezialisten für das jeweilige Rechtsgebiet; der Ausgang des Verfahrens steht und fällt vor allem mit der Prozesserfahrung, Konfliktfähigkeit und den strafprozessualen Fähigkeiten des Strafverteidigers.  Für die bestmöglichen Erfolgschancen bedarf es daher unbedingt (zusätzlich) eines erfahrenen Prozessanwalts.

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Dabei schätzen leider auch viele Rechtsanwälte mit wenig Prozesserfahrung und/oder Konfrontationsfreudigkeit die Risiken und Chancen eines Strafprozesses oft falsch ein. Denn vor einem deutschen Strafgericht begegnet man sich nicht auf Augenhöhe sondern muss – bisweilen sehr konfrontativ – für strafprozessuale Rechte des Mandanten kämpfen.

Denn unabhängig vom Interesse des oder der Geschädigten einer Straftat oder dem überhaupt bestehenden Interesse an einer Strafverfolgung, wird der Gerichtsprozess im Strafrecht streng inquisitorisch geführt und dabei mit sehr scharfen Sanktions- und Reaktionsmöglichkeiten durchgesetzt (Zwangsmaßnahmen zur Durchsetzung der Anwesenheitspflicht des Angeklagten und der Zeugen, Durchsuchung, Beschlagnahme und Sicherstellung von beweiserheblichen Tatsachen, Untersuchungshaft, Verurteilung zu langjährigen Freiheitsstrafen).

Schon ob der massiven juristischen, aber auch jenseits des Verfahrens belastenden Konsequenzen für den Mandanten birgt der Strafprozess ein ungeheures Konfliktpotenzial, dem man sich als Strafverteidiger nicht nur juristisch, sondern auch emotional gewachsen sehen muss. Denn im Strafrecht steht und fällt ein günstiger Verfahrensausgang mit den strafprozessualen Fähigkeiten und Erfahrungen des Verteidigers.

Ohne kontemporäre Expertise im Strafprozessrecht, exzeptionellem Verhandlungsmanagement und durchsetzungsstarker Konfliktfähigkeit kann man den Mandanten – im schlimmsten Fall – sogar regelrecht ins Gefängnis „hineinverteidigen“ und ihm dabei auch noch die Chance auf eine bessere Gerichtsentscheidung in der nächsthöheren Instanz nehmen.

Mehr Gegner als Verbündete

Schon eine Gesamtbetrachtung aller Beteiligten am Strafprozess zeigt, dass der Mandant einer schieren Übermacht an Gegnern gegenüberseht, angefangen von dem Staatsanwalt als Ankläger, dem sich zunehmend oft Nebenkläger nebst deren Anwälten anschließen bis hin zu Sachverständigen und letztlich auch dem Gericht selbst.

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Denn viele unterschätzen dabei vor allem die gemeinhin angenommene Unparteilichkeit und Ergebnisoffenheit des Gerichts. Denn mit Eröffnung des gerichtlichen Hauptverfahrens machen die Berufsrichter bereits deutlich, dass sie nach Aktenlage eine Verurteilung des Angeklagten für überwiegend wahrscheinlich halten – andernfalls darf das Verfahren gar nicht erst eröffnet werden. Die Hoffnungen auf einen positiven Verfahrensausgang ob der Neutralität des Gerichts getreu dem Motto: „das Gericht wird es schon anders sehen“ sollten also realistischer Weise nicht zu hoch angesetzt werden.
Im Gegenteil sollte die Verteidigung im Rahmen einer konservativen Einschätzung der Lage alle Mitglieder des Gerichts zugleich auch als potentielle Gegner begreifen. Der Prozessanwalt muss sich also nicht nur mit dem Staatsanwalt und etwaigen Nebenklägern und Sachverständigen, sondern  – je nach Gerichtsbesetzung – mit bis zu 3 Berufsrichtern und 2 Schöffen bisweilen sehr konfrontativ auseinandersetzen.

Bei all dieser rein quantitativen Übermacht an prozessualen Gegnern muss man zusätzlich beachten, dass Richter und Staatsanwälte dem „normalen“ Anwalt regelmäßig an Praxiserfahrung vor Gericht weit überlegen sind.
Während sich die meisten Rechtsanwälte nämlich oft um eine Vielzahl außergerichtlicher, rein beratender Fälle teilweise auch in anderen Rechtsgebieten kümmern, sind Staatsanwälte und Strafrichter naturgemäß ausschließlich im Bereich des Strafrechts aktiv und verbringen deutlich mehr Zeit in Gerichtsverhandlungen als selbst erfahrene Strafverteidiger. Dabei ist die vor Gericht „abgesessene“ Zeit selbstverständlich nicht gleichzusetzen mit sinnvoll nutzbarer Erfahrung – hier kommt es vor allem auf schnelle und adäquate Aktion und Reaktion in einer konfliktreichen Situation an.
Insgesamt wird aber auch der schon lange ausschließlich auf das Strafrecht spezialisierte Anwalt selten eine höhere praktische Erfahrung wie die eines langjährigen Staatsanwaltes oder Strafrichters aufweisen können.

Schon der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass ein Strafprozess unter diesen geschilderten Umständen keine ausgewogene Ausgangssituation bietet. In bedeutenden oder schwierigen Verfahren bedarf es daher unbedingt eines ausschließlich auf die Prozessverteidigung spezialisierten Anwaltes, um Staatsanwaltschaft und Gericht auf Augenhöhe begegnen zu können.

Konflikt und Konfrontation

Strafverteidigung ist Kampf um das bestmögliche Ergebnis – Ob Freispruch, Verfahrenseinstellung oder eine angemessene Strafe unter Berücksichtigung aller Verfahrens- und außenprozessualen Nachteile, rechtlichen Problemen oder privaten Konsequenzen. Dabei ist eine geständige Strafmaßverteidigung die oft mit einer Verfahrensabsprache (sog. Deal) einhergeht, nicht immer zielführend – Zumindest dann nicht, wenn begründete Aussicht auf eine andere Bewertung des angeklagten Sachverhalts besteht z.B. weil sich die Tat(en) nicht mit der für eine Verurteilung erforderlichen Sicherheit beweisen lässt (lassen), problematische Rechtsfragen bestehen oder andere vielfältige Gründe vorliegen, die den Schluss nahe legen, ein besseres Ergebnis für den Mandanten erzielen zu können, als dies im Rahmen eines Deals oder Geständnisses möglich wäre.

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Nicht selten erfordert dies aber eine rigorose Umsetzung der Rechtsposition des Mandanten. Fehlerhafte Anordnungen eines Gerichts können dann nicht einfach widerspruchslos hingenommen, Richter müssen dann schon mal wegen Befangenheit ablehnt oder in einem laufenden Verfahren Beweiserhebungen beantragt werden. Obwohl das völlig selbstverständlich erscheint, scheuen viele Strafverteidiger einen solch offenen Konflikt, um nicht von Gerichten, aber auch den eigenen Anwaltskollegen als sog. „Konfliktverteidiger“ dazustehen. Denn in den Augen Vieler gilt ein solches Verhalten als eine bloße Form des Krawalls, nur um die Verurteilung des Mandanten zu verzögern. Wir verstehen die ureigenste Aufgabe eines Rechtsanwaltes aber darin, seinem Mandanten den Zugang zum Recht zu verschaffen und ihn vor gerichtlichen Fehlentscheidungen zu bewahren! Gerade im Strafrecht ist das Ergebnis nämlich nicht selten offen, vor allem dann, wenn tatsächliche, wie z.B. beweiserhebliche Tatsachen nicht eindeutig sind, Sachbeweise fehlen oder Zeugen widersprüchliche Angaben machen. Auch aus rechtlicher Sicht können sich oft genug juristische Probleme ergeben, die am Ende ein ganz anderes Ergebnis erwarten lassen.

Natürlich kann es nach einer umfassenden Analyse des Falls auch einmal sinnvoll sein, ein langwieriges Verfahren durch eine Verfahrensabsprache abzukürzen oder in offensichtlichen Fällen das Strafmaß durch eine geständige Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden zu reduzieren. Doch kann und darf dies nicht der Regelfall sein, will man sein Recht auf ein faires, objektives und rechtsstaatliches Verfahren nicht aufgeben. Da wo erforderlich, muss der konstruktive, juristische Konflikt gesucht und ausgehalten werden. Hauptaufgabe des Verteidigers kann daher nicht sein, Gericht und Staatsanwaltschaft zu umarmen und die Urteilsabsprache als dessen eigentliche Domäne zu begreifen. Schließlich sind es nun mal widerstreitende Interessen die zwischen einer auf Verurteilung abzielenden Anklage eines Staatsanwaltes und einem auf Freispruch oder einer deutlich geringeren Strafe sinnenden Verteidigung bestehen.

Unsere Kanzlei hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, sich nicht dem Willen des Gerichts unterzuordnen, sondern zu kämpfen, wenn dies nötig ist – mit allen hierfür zur Verfügung stehenden strafprozessualen Mitteln. Dabei geht es nicht darum, möglichst respektlos oder vorlaut aufzutreten, sondern – ganz im Gegenteil – mit Intellekt, Erfahrung und Strategie auf Augenhöhe mit dem Gericht zu überzeugen.

Fachwissen in Vernehmungstechnik und Aussagepsychologie

Nach wie vor nimmt der Zeugenbeweis die wichtigste Rolle im Strafprozess ein – dies obwohl längst feststeht, dass Zeugen die unzuverlässigsten Beweismittel überhaupt sind. Entsprechend muss sich der Prozessverteidiger auf ganz erhebliche Unwägbarkeiten bei der Zeugeneinvernahme blitzschnell einstellen und seine Strategie sofort umstellen können. Dabei bleiben von Anfang an viele Fragen offen: Was haben Zeugen wirklich gesehen? Was glauben sie gesehen zu haben? Was haben sie bereits vergessen und durch Phantasie oder vermeintlich zuverlässige Informationen durch Dritte, die Polizei oder Medienberichte ersetzt? Haben sie ein eigenes Interesse am Ausgang des Verfahrens? Wurden sie beeinflusst oder haben sie sich gar abgesprochen?

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In all diesen Problemfällen muss der Prozessanwalt sofort wissen wie und im Rahmen welcher gesetzlichen Möglichkeiten er den Zeugen begegnet, ohne dabei die strengen Regeln der Befragungstechnik zu verletzen. Parallel muss der Verteidiger die vor Gericht getätigte Aussage des Zeugen nicht nur mit der Aktenlage vergleichen, sondern auch wichtige aussagepsychologische Faktoren wie Aussageentstehung, Aussagevalidität, Aussagefähigkeit, Aussagepersönlichkeit, Aussagequalität, mögliche Konfundierungen und mögliche Motive für die Aussage analysieren.

Nur dem erfahrenen und geschulten Prozessverteidiger wird es in der Regel möglich sein, den jeweiligen Aussageinhalt auf logische Konsistenz, Strukturgleichheit, Detaillierungsgrad, Interaktionsschilderungen und Komplikationen im Handlungsablauf, sowie eine nur auf das Randgeschehen, nicht aber auf die Kerninhalte erfolgte Schilderung zu überprüfen und dem Gericht solche Mängel wirksam aufzuzeigen.

Dabei muss der Verteidiger gleichzeitig auch noch gegen die regelmäßig vorhandenen Vorurteile des Gerichtes vorgehen: Hierzu gehören insbesondere antizipierte Typisierungen („der schuldige Angeklagte auf der Anklagebank“), subjektive Vorurteile und Stereotypen („der ist schon so einer!“), Moralvorstellungen und gesellschaftliche Konventionen („so etwas macht man eben nicht!“), grobe Verallgemeinerungen und subjektive Meinungen („bei Vorwurf Betrug sind doch sowieso alle schuldig“). Schließlich gilt es noch, den eigenen Mandanten von Antipathien des Gerichts möglichst effizient abzuschirmen und ihn als Person von dem meist als störend empfundenen Verteidigerverhalten klar abzugrenzen.

Netz mit doppeltem Boden: Rechtsmittelverteidigung

Wenn es darum geht, gegen ein bereits ergangenes Urteil vorzugehen oder in einem landgerichtlichen Verfahren alle Möglichkeiten einer Revision offen zu halten, ist es essentiell, einen auf Rechtsmittel spezialisierten Anwalt zu beauftragen. Denn um zu harte oder schlicht falsche Urteile zu revidieren, bedarf es im deutschen Strafprozessrecht schon angesichts der strengen Formalkriterien und überstrapazierten Rügeobliegenheiten sehr spezieller Fachkenntnisse. Nicht umsonst wird etwa das Rechtsmittel der Revision (gegen Urteile eines Landgerichts) als Königsdisziplin des Strafrechts bezeichnet.

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Rechtsmittelverteidigung WÄHREND des erstinstanzlichen Verfahren:

Unsere besondere Stärke liegt darin, schon bei der Verteidigung in der Instanz für ein mögliches Rechtsmittel vorzubauen, insbesondere für eine Revision. Dies ist angesichts der nur sehr eingeschränkten Anfechtungsmöglichkeiten gerade bei landgerichtlichen Verfahren unseres Erachtens sogar Pflicht, denn auch in einem Rechtsstaat ist man nicht vor Fehlentscheidungen gefeilt. Insoweit müssen etwaige Beschwerden / Widersprüche / Beweisanträge rechtzeitig gestellt werden, um in einem Folgeverfahren überhaupt Berücksichtigung zu finden. Gleichzeitig lassen sich schon während des Gerichtsverfahrens auch ganz gezielt Revisionsgründe schaffen mit denen sich ein Urteil in der nächsten Instanz erfolgreich anfechten lässt.

Rechtsmittelverteidigung gegen bereits ERGANGENE Urteile

Ist bereits ein Urteil ergangen, empfiehlt es sich im Regelfall die nächst höhere Gerichtsinstanz anzurufen. Nicht selten lassen sich nämlich nicht nur das Urteil im Ganzen, sondern auch nur einzelne Teile des Urteils oder aber nur die Höhe der Strafe erfolgreich anfechten. Die Erfahrung zeigt, dass die Chance auf ein besseres Ergebnis hoch ist. Dies gilt insbesondere für das Rechtsmittel der Berufung. Denn  im Falle einer Revision können ausschließlich Rechtsfehler gerügt werden, sprich es werden keine Beweise mehr erhoben (z.B. Zeugen nochmals vernommen etc.). Einzige Chance auf eine positive Entscheidung sind das Auffinden von gerichtlichen Fehlern z.B. bei der Anwendung des Rechts, im Prozessablauf oder der Strafzumessung, weshalb es bei der Revision allein auf die Erfahrung und das Fachwissen des Anwaltes ankommt.

Spezialwissen und Erfahrung

Gerade bei der sog. Königsdisziplin, der Revision, bedarf es sehr speziellen Fachwissens und wissenschaftlicher Expertise, denn es gilt komplexe und / oder versteckte Fehler im strafprozessualen und / oder materiellen Recht aufzufinden und richtig zu rügen. Gleichzeitig bleibt dem Strafverteidiger nur wenig Zeit, (nämlich gerade mal 1 Monat), um eine fundierte Revisionsbegründung zu fertigen. Es verbleibt dem Anwalt also schon der gesetzlichen Frist wegen keine Möglichkeit, sich erst mit den Gesetzmäßigkeiten der Revision auseinanderzusetzen, er muss sie aus dem „FF“ beherrschen. Mit unseren wissenschaftlich tätigen Anwälten Dr. Baumhöfener und Dr. Betz haben wir zwei Revisionsspezialisten in unserem Team, die sich schon von Berufs wegen mit den zahlreichen Spezialproblemen aktueller strafrechtlichen Neuerungen in Lehre und Rechtsprechung auseinandersetzen müssen, für die im Praxisalltag des „normalen“ Anwaltes schlicht keine Zeit verbleibt. Gleichzeitig bearbeitet unsere Kanzlei aufgrund unserer ausgewiesenen Spezialisierung auf die strafprozessualen Rechtsmittel überdurchschnittlich viele Revisionsverfahren, sodass uns vor allem unsere Erfahrung bei der Fallbearbeitung hilft, überdurchschnittlich gute Ergebnisse zu erzielen.

Mehr Verteidiger mehr Erfolg: Die Verteidigung im Team

Gerade in „großen Verfahren“ vor dem Landgericht,  ist die Verteidigung im Team, also die gleichzeitige Vertretung von mehr als nur einem Anwalt, zum unverzichtbaren Erfolgsfaktor unserer Kanzlei geworden.

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Leider wird oft übersehen, dass gerade in Prozessen bei denen eine hohe Straferwartung und/oder großes öffentliches Interesse drohen (wie etwa bei Sexualdelikten, Haftsachen oder Delikten mit hohem Schaden), der Beschuldigte/Angeklagte einer Übermacht an prozessualen Gegnern gegenübersteht. Hinzu kommt, dass die gerichtliche Verurteilungsquote in Deutschland bei weit über 80 % liegt und man bei einer Verurteilung durch ein Landgericht faktisch keine zweite Chance hat, das Urteil von einem nächst höheren Gericht nochmals in Gänze überprüfen zu lassen.

Der Druck der damit auf dem Mandanten und damit auch auf seinem Anwalt lastet ist enorm. Zudem fällt eine suffiziente Verteidigung angesichts der nur sehr eingeschränkten Rechtsmittel gegen Urteile von Landgerichten ungleich schwerer, da parallel Fehler des Gerichts frühzeitig erkannt, rechtlich mögliche Finessen genutzt und medialen Beeinflussungen gekonnt begegnet werden müssen.

Getreu dem Motto „Vier Augen sehen mehr als zwei“ muss man sich im Strafprozess nicht auf einen einzigen Anwalt / Verteidiger beschränken.

Wohl aus den oben genannten Gründen erlaubt das Gesetz einem Beschuldigten / Angeklagten die gleichzeitige Verteidigung durch bis zu drei Anwälte (zuzüglich eines etwaigen Pflichtverteidigers).
Und das macht durchaus Sinn: So lässt sich das Ungleichgewicht gegenüber den anderen Prozessbeteiligten wieder ausgleichen. Außerdem ist im Team eine deutlich druckvollere Zeugenbefragung (Stichwort: „Kreuzverhör), eine deutlich höhere Erkennung formaler wie rechtlicher Fehler des Gerichts und eine effizientere Abschirmung Antipathien gegenüber dem Mandanten möglich. Mehrere Verteidiger können während der Beweisaufnahme parallel Anträge stellen, Prozesshandlungen beanstanden oder Erklärungen vorbereiten und neue Erkenntnisse zeitgleich mit der Sich- und Rechtslage abgleichen.
Entsprechend  erfordert eine Verteidigung im Team eine strukturierte Aufgabenverteilung, weshalb das Team idealer Weise nicht bunt zusammengewürfelt, sondern genau aufeinander und entsprechend der einzelnen Kompetenzbereiche abgestimmt sein sollte:

In geeigneten Fällen ist auch eine Auswahl von Anwälten aus unterschiedlichen Kanzleien mit unterschiedlichem Schwerpunkt zielführend. So erfordern Spezialgebiete wie z.B. Wirtschafts- Medizin- und Steuerstrafrecht besondere fachspezifische Kenntnisse deren strafprozessuale Durchsetzung wiederum nur durch einen erfahrenen Prozessanwalt sichergestellt werden kann – gerade auch mit Blick auf die strafrechtlichen Rechtsmittel, deren erfolgversprechende Grundlagen bereits im ersten Prozess geschaffen werden müssen.

Auch gibt es Konstellationen wo ein vor Ort erfahrener Anwalt zwar den Fall, den Mandanten und das Gericht bestens kennt, aber für fachspezifische Fragen eines  rechtlichen Spezialgebiets oder bei einem Großprozess die Unterstützung eines externen Spezialisten sucht, um für die Verteidigung optimal aufgestellt zu sein.
Und eben das garantieren wir auch unseren Mandanten: Ob Revisionsspezialist, Experte für Sexualstrafrecht oder Prozessanwalt für konfrontative Verteidigung, alle unsere Anwälte sind entsprechend ihren jeweiligen Spezialisierungen gezielt auf den entsprechenden Fall einsetzbar – Ob im eingespielten Kanzlei-Team oder zusammen mit anderen Anwälten und Spezialisten.

Verfahrensabsprache
„Deal“ für milde Strafe

Will man vordringlich einen Eintrag ins Führungszeugnis, die Belastungen eines öffentlichen Gerichtsverfahrens oder gar eine Gefängnisstrafe vermeiden, kann eine frühe Verständigung (Deal) mit der Staatsanwaltschaft und dem Gericht vorzugswürdig sein – vor allem mit Blick auf eine milde Strafe oder die Möglichkeit der Bewährung.

So ist z.B. bei einem vom Anwalt vorbereiteten Geständnis (das auch vom Verteidiger verlesen werden kann) eine erhebliche Strafmilderung zu erwarten. Dasselbe gilt für einen von der Verteidigung ausgehandelten Täter-Opfer-Ausgleich sowie andere Formen der Schadenswiedergutmachung.

Zudem kann ein langes und belastendes Verfahren deutlich abgekürzt werden: Der Anwalt kannn etwa mit der Staatsanwaltschaft einen (schriftlichen) Strafbefehl statt öffentlicher Anklage vereinbaren oder durch Absprache mit dem Gericht belastende Beweiserhebungen (Zeugenaussagen, Videos etc.) vermeiden.

Freispruch / Einstellung
Ausschöpfen aller Mittel

Geht es dagegen um eine vollständige Rehabilitierung (Verfahrenseinstellung / Freispruch / niedrige Strafe), muss von Anfang an jede Chance genutzt werden, um den konstruktiven juristischen Konflikt zu suchen und mit allen zur Verfügung stehenden strafprozessualen Mitteln entschieden – und zur Not auch konfrontativ – zu kämpfen.

Der Verteidiger muss mit Mut und Durchsetzungskraft fehlerhaften Anordnungen des Gerichts widersprechen und notfalls auch komplexe Beweiserhebungen durch entsprechende Anträge erzwingen.
Vor allem dann, wenn beweiserhebliche Tatsachen nicht eindeutig sind, die Indizienlage schwach ist, Sachbeweise fehlen oder Zeugen widersprüchliche Angaben machen, kann am Ende ein ganz anderes Ergebnis stehen. Dies gilt natürlich auch für strittige Rechtsfragen. Hier ist eine zielgerichtete Mischung aus notwendiger Härte und kluger Diplomatie besonders wichtig.

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