Strafverfahren2020-05-25T16:25:07+02:00

Strafverteidigung

Ob erste Instanz oder Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts – bei der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht bedarf es nicht nur eines Spezialisten für das jeweilige Rechtsgebiet; der Ausgang des Verfahrens steht und fällt vor allem mit der Prozesserfahrung, Konfliktfähigkeit und den strafprozessualen Fähigkeiten des Strafverteidigers.  Für die bestmöglichen Erfolgschancen bedarf es daher unbedingt (zusätzlich) eines erfahrenen Prozessanwalts.

Dabei schätzen leider auch viele Rechtsanwälte mit wenig Prozesserfahrung und/oder Konfrontationsfreudigkeit die Risiken und Chancen eines Strafprozesses oft falsch ein. Denn vor einem deutschen Strafgericht begegnet man sich nicht auf Augenhöhe sondern muss – bisweilen sehr konfrontativ – für strafprozessuale Rechte des Mandanten kämpfen.

Denn unabhängig vom Interesse des oder der Geschädigten einer Straftat oder dem überhaupt bestehenden Interesse an einer Strafverfolgung, wird der Gerichtsprozess im Strafrecht streng inquisitorisch geführt und dabei mit sehr scharfen Sanktions- und Reaktionsmöglichkeiten durchgesetzt (Zwangsmaßnahmen zur Durchsetzung der Anwesenheitspflicht des Angeklagten und der Zeugen, Durchsuchung, Beschlagnahme und Sicherstellung von beweiserheblichen Tatsachen, Untersuchungshaft, Verurteilung zu langjährigen Freiheitsstrafen).

Schon ob der massiven juristischen, aber auch jenseits des Verfahrens belastenden Konsequenzen für den Mandanten birgt der Strafprozess ein ungeheures Konfliktpotenzial, dem man sich als Strafverteidiger nicht nur juristisch, sondern auch emotional gewachsen sehen muss. Denn im Strafrecht steht und fällt ein günstiger Verfahrensausgang mit den strafprozessualen Fähigkeiten und Erfahrungen des Verteidigers.

Ohne kontemporäre Expertise im Strafprozessrecht, exzeptionellem Verhandlungsmanagement und durchsetzungsstarker Konfliktfähigkeit kann man den Mandanten – im schlimmsten Fall – sogar regelrecht ins Gefängnis „hineinverteidigen“ und ihm dabei auch noch die Chance auf eine bessere Gerichtsentscheidung in der nächsthöheren Instanz nehmen.

Schon eine Gesamtbetrachtung aller Beteiligten am Strafprozess zeigt, dass der Mandant einer schieren Übermacht an Gegnern gegenüberseht, angefangen von dem Staatsanwalt als Ankläger, dem sich zunehmend oft Nebenkläger nebst deren Anwälten anschließen bis hin zu Sachverständigen und letztlich auch dem Gericht selbst.
Denn viele unterschätzen dabei vor allem die gemeinhin angenommene Unparteilichkeit und Ergebnisoffenheit des Gerichts. Denn mit Eröffnung des gerichtlichen Hauptverfahrens machen die Berufsrichter bereits deutlich, dass sie nach Aktenlage eine Verurteilung des Angeklagten für überwiegend wahrscheinlich halten – andernfalls darf das Verfahren gar nicht erst eröffnet werden. Die Hoffnungen auf einen positiven Verfahrensausgang ob der Neutralität des Gerichts getreu dem Motto: „das Gericht wird es schon anders sehen“ sollten also realistischer Weise nicht zu hoch angesetzt werden.
Im Gegenteil sollte die Verteidigung im Rahmen einer konservativen Einschätzung der Lage alle Mitglieder des Gerichts zugleich auch als potentielle Gegner begreifen. Der Prozessanwalt muss sich also nicht nur mit dem Staatsanwalt und etwaigen Nebenklägern und Sachverständigen, sondern  – je nach Gerichtsbesetzung – mit bis zu 3 Berufsrichtern und 2 Schöffen bisweilen sehr konfrontativ auseinandersetzen.

Bei all dieser rein quantitativen Übermacht an prozessualen Gegnern muss man zusätzlich beachten, dass Richter und Staatsanwälte dem „normalen“ Anwalt regelmäßig an Praxiserfahrung vor Gericht weit überlegen sind.
Während sich die meisten Rechtsanwälte nämlich oft um eine Vielzahl außergerichtlicher, rein beratender Fälle teilweise auch in anderen Rechtsgebieten kümmern, sind Staatsanwälte und Strafrichter naturgemäß ausschließlich im Bereich des Strafrechts aktiv und verbringen deutlich mehr Zeit in Gerichtsverhandlungen als selbst erfahrene Strafverteidiger. Dabei ist die vor Gericht „abgesessene“ Zeit selbstverständlich nicht gleichzusetzen mit sinnvoll nutzbarer Erfahrung – hier kommt es vor allem auf schnelle und adäquate Aktion und Reaktion in einer konfliktreichen Situation an.
Insgesamt wird aber auch der schon lange ausschließlich auf das Strafrecht spezialisierte Anwalt selten eine höhere praktische Erfahrung wie die eines langjährigen Staatsanwaltes oder Strafrichters aufweisen können.

Schon der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass ein Strafprozess unter diesen geschilderten Umständen keine ausgewogene Ausgangssituation bietet. In bedeutenden oder schwierigen Verfahren bedarf es daher unbedingt eines ausschließlich auf die Prozessverteidigung spezialisierten Anwaltes, um Staatsanwaltschaft und Gericht auf Augenhöhe begegnen zu können.

Strafverteidigung ist Kampf um das bestmögliche Ergebnis – Ob Freispruch, Verfahrenseinstellung oder eine angemessene Strafe unter Berücksichtigung aller Verfahrens- und außenprozessualen Nachteile, rechtlichen Problemen oder privaten Konsequenzen. Dabei ist eine geständige Strafmaßverteidigung die oft mit einer Verfahrensabsprache (sog. Deal) einhergeht, nicht immer zielführend – Zumindest dann nicht, wenn begründete Aussicht auf eine andere Bewertung des angeklagten Sachverhalts besteht z.B. weil sich die Tat(en) nicht mit der für eine Verurteilung erforderlichen Sicherheit beweisen lässt (lassen), problematische Rechtsfragen bestehen oder andere vielfältige Gründe vorliegen, die den Schluss nahe legen, ein besseres Ergebnis für den Mandanten erzielen zu können, als dies im Rahmen eines Deals oder Geständnisses möglich wäre.

Nicht selten erfordert dies aber eine rigorose Umsetzung der Rechtsposition des Mandanten. Fehlerhafte Anordnungen eines Gerichts können dann nicht einfach widerspruchslos hingenommen, Richter müssen dann schon mal wegen Befangenheit ablehnt oder in einem laufenden Verfahren Beweiserhebungen beantragt werden. Obwohl das völlig selbstverständlich erscheint, scheuen viele Strafverteidiger einen solch offenen Konflikt, um nicht von Gerichten, aber auch den eigenen Anwaltskollegen als sog. „Konfliktverteidiger“ dazustehen. Denn in den Augen Vieler gilt ein solches Verhalten als eine bloße Form des Krawalls, nur um die Verurteilung des Mandanten zu verzögern. Wir verstehen die ureigenste Aufgabe eines Rechtsanwaltes aber darin, seinem Mandanten den Zugang zum Recht zu verschaffen und ihn vor gerichtlichen Fehlentscheidungen zu bewahren! Gerade im Strafrecht ist das Ergebnis nämlich nicht selten offen, vor allem dann, wenn tatsächliche, wie z.B. beweiserhebliche Tatsachen nicht eindeutig sind, Sachbeweise fehlen oder Zeugen widersprüchliche Angaben machen. Auch aus rechtlicher Sicht können sich oft genug juristische Probleme ergeben, die am Ende ein ganz anderes Ergebnis erwarten lassen.

Natürlich kann es nach einer umfassenden Analyse des Falls auch einmal sinnvoll sein, ein langwieriges Verfahren durch eine Verfahrensabsprache abzukürzen oder in offensichtlichen Fällen das Strafmaß durch eine geständige Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden zu reduzieren. Doch kann und darf dies nicht der Regelfall sein, will man sein Recht auf ein faires, objektives und rechtsstaatliches Verfahren nicht aufgeben. Da wo erforderlich, muss der konstruktive, juristische Konflikt gesucht und ausgehalten werden. Hauptaufgabe des Verteidigers kann daher nicht sein, Gericht und Staatsanwaltschaft zu umarmen und die Urteilsabsprache als dessen eigentliche Domäne zu begreifen. Schließlich sind es nun mal widerstreitende Interessen die zwischen einer auf Verurteilung abzielenden Anklage eines Staatsanwaltes und einem auf Freispruch oder einer deutlich geringeren Strafe sinnenden Verteidigung bestehen.

Unsere Kanzlei hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, sich nicht dem Willen des Gerichts unterzuordnen, sondern zu kämpfen, wenn dies nötig ist – mit allen hierfür zur Verfügung stehenden strafprozessualen Mitteln. Dabei geht es nicht darum, möglichst respektlos oder vorlaut aufzutreten, sondern – ganz im Gegenteil – mit Intellekt, Erfahrung und Strategie auf Augenhöhe mit dem Gericht zu überzeugen.

Nach wie vor nimmt der Zeugenbeweis die wichtigste Rolle im Strafprozess ein – dies obwohl längst feststeht, dass Zeugen die unzuverlässigsten Beweismittel überhaupt sind. Entsprechend muss sich der Prozessverteidiger auf ganz erhebliche Unwägbarkeiten bei der Zeugeneinvernahme blitzschnell einstellen und seine Strategie sofort umstellen können. Dabei bleiben von Anfang an viele Fragen offen: Was haben Zeugen wirklich gesehen? Was glauben sie gesehen zu haben? Was haben sie bereits vergessen und durch Phantasie oder vermeintlich zuverlässige Informationen durch Dritte, die Polizei oder Medienberichte ersetzt? Haben sie ein eigenes Interesse am Ausgang des Verfahrens? Wurden sie beeinflusst oder haben sie sich gar abgesprochen?

In all diesen Problemfällen muss der Prozessanwalt sofort wissen wie und im Rahmen welcher gesetzlichen Möglichkeiten er den Zeugen begegnet, ohne dabei die strengen Regeln der Befragungstechnik zu verletzen. Parallel muss der Verteidiger die vor Gericht getätigte Aussage des Zeugen nicht nur mit der Aktenlage vergleichen, sondern auch wichtige aussagepsychologische Faktoren wie Aussageentstehung, Aussagevalidität, Aussagefähigkeit, Aussagepersönlichkeit, Aussagequalität, mögliche Konfundierungen und mögliche Motive für die Aussage analysieren.

Nur dem erfahrenen und geschulten Prozessverteidiger wird es in der Regel möglich sein, den jeweiligen Aussageinhalt auf logische Konsistenz, Strukturgleichheit, Detaillierungsgrad, Interaktionsschilderungen und Komplikationen im Handlungsablauf, sowie eine nur auf das Randgeschehen, nicht aber auf die Kerninhalte erfolgte Schilderung zu überprüfen und dem Gericht solche Mängel wirksam aufzuzeigen.

Dabei muss der Verteidiger gleichzeitig auch noch gegen die regelmäßig vorhandenen Vorurteile des Gerichtes vorgehen: Hierzu gehören insbesondere antizipierte Typisierungen („der schuldige Angeklagte auf der Anklagebank“), subjektive Vorurteile und Stereotypen („der ist schon so einer!“), Moralvorstellungen und gesellschaftliche Konventionen („so etwas macht man eben nicht!“), grobe Verallgemeinerungen und subjektive Meinungen („bei Vorwurf Betrug sind doch sowieso alle schuldig“). Schließlich gilt es noch, den eigenen Mandanten von Antipathien des Gerichts möglichst effizient abzuschirmen und ihn als Person von dem meist als störend empfundenen Verteidigerverhalten klar abzugrenzen.

Anders als im Zivilrecht werden Strafurteile nicht selten „aus dem Bauch heraus“ gefällt.  Dies mag auch damit zusammenhängen, dass die Urteile im Strafrecht regelmäßig noch am selben Hauptverhandlungstermin im Anschluss an die Beweisaufnahme und die Plädoyers verkündet werden.

Um so wichtiger ist es daher neben fachlicher Kompetenz auch prozessual zu überzeugen – nicht zuletzt mit Blick auf die vielen Freiheiten und weiten Ermessensspielräume des Gerichts. Wenn beweiserhebliche Tatsachen nicht eindeutig sind, Sachbeweise fehlen, Zeugen widersprüchliche Angaben machen oder schwierige rechtliche Fragen komplexe juristische Probleme aufwerfen, muss sich der Verteidiger unbedingt durchsetzen. Hierbei darf der offen ausgetragene Disput mit der Staatsanwaltschaft ebensowenig gescheut werden wie der konfrontative Konflikt in Hinblick auf fehlerhafte Anordnungen des Gerichts bis hin zum Erzwingen von Beweiserhebungen. Denn nur der Anwalt, der alle strafprozessualen und rechtlichen Mittel durchsetzungs- und überzeugungsstark einsetzt, kann vor Gericht das bestmögliche Ergebnis erzielen und den Mandanten vor drohenden gerichtlichen Fehlentscheidungen bewahren.

Umgekehrt ist aber auch nicht immer der konfrontative Konflikt die beste Option, wenngleich reine Geständnisbegleitung sicherlich nicht der Regelfall der Verteidigertätigkeit sein darf  – dazu ist das Ergebnis des Strafprozesses im Hinblick auf die vielfältigen Ausgangsmöglichkeiten zu offen. Aber wenn ein belastendes langwieriges Verfahren abgekürzt oder das Strafmaß drastisch reduziert werden kann, so darf auch der offene Dialog mit dem Gericht nicht gescheut werden. Allerdings erfordern auch  solche Verständigungsgespräche taktisches Verhandlungsgeschick.

Wenn es darum geht, gegen ein bereits ergangenes Urteil vorzugehen oder in einem landgerichtlichen Verfahren alle Möglichkeiten einer Revision offen zu halten, ist es essentiell, einen auf Rechtsmittel spezialisierten Anwalt zu beauftragen. Denn um zu harte oder schlicht falsche Urteile zu revidieren, bedarf es im deutschen Strafprozessrecht schon angesichts der strengen Formalkriterien und überstrapazierten Rügeobliegenheiten sehr spezieller Fachkenntnisse. Nicht umsonst wird etwa das Rechtsmittel der Revision (gegen Urteile eines Landgerichts) als Königsdisziplin des Strafrechts bezeichnet.

Rechtsmittelverteidigung WÄHREND des erstinstanzlichen Verfahren:

Unsere besondere Stärke liegt darin, schon bei der Verteidigung in der Instanz für ein mögliches Rechtsmittel vorzubauen, insbesondere für eine Revision. Dies ist angesichts der nur sehr eingeschränkten Anfechtungsmöglichkeiten gerade bei landgerichtlichen Verfahren unseres Erachtens sogar Pflicht, denn auch in einem Rechtsstaat ist man nicht vor Fehlentscheidungen gefeilt. Insoweit müssen etwaige Beschwerden / Widersprüche / Beweisanträge rechtzeitig gestellt werden, um in einem Folgeverfahren überhaupt Berücksichtigung zu finden. Gleichzeitig lassen sich schon während des Gerichtsverfahrens auch ganz gezielt Revisionsgründe schaffen mit denen sich ein Urteil in der nächsten Instanz erfolgreich anfechten lässt.

Rechtsmittelverteidigung gegen bereits ERGANGENE Urteile

Ist bereits ein Urteil ergangen, empfiehlt es sich im Regelfall die nächst höhere Gerichtsinstanz anzurufen. Nicht selten lassen sich nämlich nicht nur das Urteil im Ganzen, sondern auch nur einzelne Teile des Urteils oder aber nur die Höhe der Strafe erfolgreich anfechten. Die Erfahrung zeigt, dass die Chance auf ein besseres Ergebnis hoch ist. Dies gilt insbesondere für das Rechtsmittel der Berufung. Denn  im Falle einer Revision können ausschließlich Rechtsfehler gerügt werden, sprich es werden keine Beweise mehr erhoben (z.B. Zeugen nochmals vernommen etc.). Einzige Chance auf eine positive Entscheidung sind das Auffinden von gerichtlichen Fehlern z.B. bei der Anwendung des Rechts, im Prozessablauf oder der Strafzumessung, weshalb es bei der Revision allein auf die Erfahrung und das Fachwissen des Anwaltes ankommt.

Spezialwissen und Erfahrung

Gerade bei der sog. Königsdisziplin, der Revision, bedarf es sehr speziellen Fachwissens und wissenschaftlicher Expertise, denn es gilt komplexe und / oder versteckte Fehler im strafprozessualen und / oder materiellen Recht aufzufinden und richtig zu rügen. Gleichzeitig bleibt dem Strafverteidiger nur wenig Zeit, (nämlich gerade mal 1 Monat), um eine fundierte Revisionsbegründung zu fertigen. Es verbleibt dem Anwalt also schon der gesetzlichen Frist wegen keine Möglichkeit, sich erst mit den Gesetzmäßigkeiten der Revision auseinanderzusetzen, er muss sie aus dem „FF“ beherrschen. Mit unseren wissenschaftlich tätigen Anwälten Dr. Betz und Florian Zenger LL.M. haben wir zwei Revisionsspezialisten in unserem Team, die sich schon von Berufs wegen mit den zahlreichen Spezialproblemen aktueller strafrechtlichen Neuerungen in Lehre und Rechtsprechung auseinandersetzen müssen, für die im Praxisalltag des „normalen“ Anwaltes schlicht keine Zeit verbleibt. Gleichzeitig bearbeitet unsere Kanzlei aufgrund unserer ausgewiesenen Spezialisierung auf die strafprozessualen Rechtsmittel überdurchschnittlich viele Revisionsverfahren, sodass uns vor allem unsere Erfahrung bei der Fallbearbeitung hilft, überdurchschnittlich gute Ergebnisse zu erzielen.

Gerade in „großen Verfahren“ vor dem Landgericht,  ist die Verteidigung im Team, also die gleichzeitige Vertretung von mehr als nur einem Anwalt, zum unverzichtbaren Erfolgsfaktor unserer Kanzlei geworden.

Leider wird oft übersehen, dass gerade in Prozessen bei denen eine hohe Straferwartung und/oder großes öffentliches Interesse drohen (wie etwa bei Sexualdelikten, Haftsachen oder Delikten mit hohem Schaden), der Beschuldigte/Angeklagte einer Übermacht an prozessualen Gegnern gegenübersteht. Hinzu kommt, dass die gerichtliche Verurteilungsquote in Deutschland bei weit über 80 % liegt und man bei einer Verurteilung durch ein Landgericht faktisch keine zweite Chance hat, das Urteil von einem nächst höheren Gericht nochmals in Gänze überprüfen zu lassen.

Der Druck der damit auf dem Mandanten und damit auch auf seinem Anwalt lastet ist enorm. Zudem fällt eine suffiziente Verteidigung angesichts der nur sehr eingeschränkten Rechtsmittel gegen Urteile von Landgerichten ungleich schwerer, da parallel Fehler des Gerichts frühzeitig erkannt, rechtlich mögliche Finessen genutzt und medialen Beeinflussungen gekonnt begegnet werden müssen.

Getreu dem Motto „Vier Augen sehen mehr als zwei“ muss man sich im Strafprozess nicht auf einen einzigen Anwalt / Verteidiger beschränken.
Wohl aus den oben genannten Gründen erlaubt das Gesetz einem Beschuldigten / Angeklagten die gleichzeitige Verteidigung durch bis zu drei Anwälte (zuzüglich eines etwaigen Pflichtverteidigers).
Und das macht durchaus Sinn: So lässt sich das Ungleichgewicht gegenüber den anderen Prozessbeteiligten wieder ausgleichen. Außerdem ist im Team eine deutlich druckvollere Zeugenbefragung (Stichwort: „Kreuzverhör), eine deutlich höhere Erkennung formaler wie rechtlicher Fehler des Gerichts und eine effizientere Abschirmung Antipathien gegenüber dem Mandanten möglich. Mehrere Verteidiger können während der Beweisaufnahme parallel Anträge stellen, Prozesshandlungen beanstanden oder Erklärungen vorbereiten und neue Erkenntnisse zeitgleich mit der Sich- und Rechtslage abgleichen.
Entsprechend  erfordert eine Verteidigung im Team eine strukturierte Aufgabenverteilung, weshalb das Team idealer Weise nicht bunt zusammengewürfelt, sondern genau aufeinander und entsprechend der einzelnen Kompetenzbereiche abgestimmt sein sollte:

In geeigneten Fällen ist auch eine Auswahl von Anwälten aus unterschiedlichen Kanzleien mit unterschiedlichem Schwerpunkt zielführend. So erfordern Spezialgebiete wie z.B. Wirtschafts- Medizin- und Steuerstrafrecht besondere fachspezifische Kenntnisse deren strafprozessuale Durchsetzung wiederum nur durch einen erfahrenen Prozessanwalt sichergestellt werden kann – gerade auch mit Blick auf die strafrechtlichen Rechtsmittel, deren erfolgversprechende Grundlagen bereits im ersten Prozess geschaffen werden müssen.

Auch gibt es Konstellationen wo ein vor Ort erfahrener Anwalt zwar den Fall, den Mandanten und das Gericht bestens kennt, aber für fachspezifische Fragen eines  rechtlichen Spezialgebiets oder bei einem Großprozess die Unterstützung eines externen Spezialisten sucht, um für die Verteidigung optimal aufgestellt zu sein.
Und eben das garantieren wir auch unseren Mandanten: Ob Revisionsspezialist, Experte für Sexualstrafrecht oder Prozessanwalt für konfrontative Verteidigung, alle unsere Anwälte sind entsprechend ihren jeweiligen Spezialisierungen gezielt auf den entsprechenden Fall einsetzbar – Ob im eingespielten Kanzlei-Team oder zusammen mit anderen Anwälten und Spezialisten.

…ob Freispruch, Verfahrenseinstellung oder mildes Urteil,

erfolgreiche Strafverteidigung steht und fällt mit der Wahl des richtigen Anwalts!

Ob erste Instanz oder Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts – bei der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht bedarf es nicht nur eines Spezialisten für das jeweilige Rechtsgebiet; der Ausgang des Verfahrens steht und fällt vor allem mit der Prozesserfahrung, Konfliktfähigkeit und den strafprozessualen Fähigkeiten des Strafverteidigers.  Für die bestmöglichen Erfolgschancen bedarf es daher unbedingt (zusätzlich) eines erfahrenen Prozessanwalts.

Dabei schätzen leider auch viele Rechtsanwälte mit wenig Prozesserfahrung und/oder Konfrontationsfreudigkeit die Risiken und Chancen eines Strafprozesses oft falsch ein. Denn vor einem deutschen Strafgericht begegnet man sich nicht auf Augenhöhe sondern muss – bisweilen sehr konfrontativ – für strafprozessuale Rechte des Mandanten kämpfen.

Denn unabhängig vom Interesse des oder der Geschädigten einer Straftat oder dem überhaupt bestehenden Interesse an einer Strafverfolgung, wird der Gerichtsprozess im Strafrecht streng inquisitorisch geführt und dabei mit sehr scharfen Sanktions- und Reaktionsmöglichkeiten durchgesetzt (Zwangsmaßnahmen zur Durchsetzung der Anwesenheitspflicht des Angeklagten und der Zeugen, Durchsuchung, Beschlagnahme und Sicherstellung von beweiserheblichen Tatsachen, Untersuchungshaft, Verurteilung zu langjährigen Freiheitsstrafen).

Schon ob der massiven juristischen, aber auch jenseits des Verfahrens belastenden Konsequenzen für den Mandanten birgt der Strafprozess ein ungeheures Konfliktpotenzial, dem man sich als Strafverteidiger nicht nur juristisch, sondern auch emotional gewachsen sehen muss. Denn im Strafrecht steht und fällt ein günstiger Verfahrensausgang mit den strafprozessualen Fähigkeiten und Erfahrungen des Verteidigers.

Ohne kontemporäre Expertise im Strafprozessrecht, exzeptionellem Verhandlungsmanagement und durchsetzungsstarker Konfliktfähigkeit kann man den Mandanten – im schlimmsten Fall – sogar regelrecht ins Gefängnis „hineinverteidigen“ und ihm dabei auch noch die Chance auf eine bessere Gerichtsentscheidung in der nächsthöheren Instanz nehmen.

Schon eine Gesamtbetrachtung aller Beteiligten am Strafprozess zeigt, dass der Mandant einer schieren Übermacht an Gegnern gegenüberseht, angefangen von dem Staatsanwalt als Ankläger, dem sich zunehmend oft Nebenkläger nebst deren Anwälten anschließen bis hin zu Sachverständigen und letztlich auch dem Gericht selbst.

Denn viele unterschätzen dabei vor allem die gemeinhin angenommene Unparteilichkeit und Ergebnisoffenheit des Gerichts. Denn mit Eröffnung des gerichtlichen Hauptverfahrens machen die Berufsrichter bereits deutlich, dass sie nach Aktenlage eine Verurteilung des Angeklagten für überwiegend wahrscheinlich halten – andernfalls darf das Verfahren gar nicht erst eröffnet werden. Die Hoffnungen auf einen positiven Verfahrensausgang ob der Neutralität des Gerichts getreu dem Motto: „das Gericht wird es schon anders sehen“ sollten also realistischer Weise nicht zu hoch angesetzt werden.
Im Gegenteil sollte die Verteidigung im Rahmen einer konservativen Einschätzung der Lage alle Mitglieder des Gerichts zugleich auch als potentielle Gegner begreifen. Der Prozessanwalt muss sich also nicht nur mit dem Staatsanwalt und etwaigen Nebenklägern und Sachverständigen, sondern  – je nach Gerichtsbesetzung – mit bis zu 3 Berufsrichtern und 2 Schöffen bisweilen sehr konfrontativ auseinandersetzen.

Bei all dieser rein quantitativen Übermacht an prozessualen Gegnern muss man zusätzlich beachten, dass Richter und Staatsanwälte dem „normalen“ Anwalt regelmäßig an Praxiserfahrung vor Gericht weit überlegen sind.
Während sich die meisten Rechtsanwälte nämlich oft um eine Vielzahl außergerichtlicher, rein beratender Fälle teilweise auch in anderen Rechtsgebieten kümmern, sind Staatsanwälte und Strafrichter naturgemäß ausschließlich im Bereich des Strafrechts aktiv und verbringen deutlich mehr Zeit in Gerichtsverhandlungen als selbst erfahrene Strafverteidiger. Dabei ist die vor Gericht „abgesessene“ Zeit selbstverständlich nicht gleichzusetzen mit sinnvoll nutzbarer Erfahrung – hier kommt es vor allem auf schnelle und adäquate Aktion und Reaktion in einer konfliktreichen Situation an.
Insgesamt wird aber auch der schon lange ausschließlich auf das Strafrecht spezialisierte Anwalt selten eine höhere praktische Erfahrung wie die eines langjährigen Staatsanwaltes oder Strafrichters aufweisen können.

Schon der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass ein Strafprozess unter diesen geschilderten Umständen keine ausgewogene Ausgangssituation bietet. In bedeutenden oder schwierigen Verfahren bedarf es daher unbedingt eines ausschließlich auf die Prozessverteidigung spezialisierten Anwaltes, um Staatsanwaltschaft und Gericht auf Augenhöhe begegnen zu können.

Strafverteidigung ist Kampf um das bestmögliche Ergebnis – Ob Freispruch, Verfahrenseinstellung oder eine angemessene Strafe unter Berücksichtigung aller Verfahrens- und außenprozessualen Nachteile, rechtlichen Problemen oder privaten Konsequenzen. Dabei ist eine geständige Strafmaßverteidigung die oft mit einer Verfahrensabsprache (sog. Deal) einhergeht, nicht immer zielführend – Zumindest dann nicht, wenn begründete Aussicht auf eine andere Bewertung des angeklagten Sachverhalts besteht z.B. weil sich die Tat(en) nicht mit der für eine Verurteilung erforderlichen Sicherheit beweisen lässt (lassen), problematische Rechtsfragen bestehen oder andere vielfältige Gründe vorliegen, die den Schluss nahe legen, ein besseres Ergebnis für den Mandanten erzielen zu können, als dies im Rahmen eines Deals oder Geständnisses möglich wäre.

Nicht selten erfordert dies aber eine rigorose Umsetzung der Rechtsposition des Mandanten. Fehlerhafte Anordnungen eines Gerichts können dann nicht einfach widerspruchslos hingenommen, Richter müssen dann schon mal wegen Befangenheit ablehnt oder in einem laufenden Verfahren Beweiserhebungen beantragt werden. Obwohl das völlig selbstverständlich erscheint, scheuen viele Strafverteidiger einen solch offenen Konflikt, um nicht von Gerichten, aber auch den eigenen Anwaltskollegen als sog. „Konfliktverteidiger“ dazustehen. Denn in den Augen Vieler gilt ein solches Verhalten als eine bloße Form des Krawalls, nur um die Verurteilung des Mandanten zu verzögern. Wir verstehen die ureigenste Aufgabe eines Rechtsanwaltes aber darin, seinem Mandanten den Zugang zum Recht zu verschaffen und ihn vor gerichtlichen Fehlentscheidungen zu bewahren! Gerade im Strafrecht ist das Ergebnis nämlich nicht selten offen, vor allem dann, wenn tatsächliche, wie z.B. beweiserhebliche Tatsachen nicht eindeutig sind, Sachbeweise fehlen oder Zeugen widersprüchliche Angaben machen. Auch aus rechtlicher Sicht können sich oft genug juristische Probleme ergeben, die am Ende ein ganz anderes Ergebnis erwarten lassen.

Natürlich kann es nach einer umfassenden Analyse des Falls auch einmal sinnvoll sein, ein langwieriges Verfahren durch eine Verfahrensabsprache abzukürzen oder in offensichtlichen Fällen das Strafmaß durch eine geständige Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden zu reduzieren. Doch kann und darf dies nicht der Regelfall sein, will man sein Recht auf ein faires, objektives und rechtsstaatliches Verfahren nicht aufgeben. Da wo erforderlich, muss der konstruktive, juristische Konflikt gesucht und ausgehalten werden. Hauptaufgabe des Verteidigers kann daher nicht sein, Gericht und Staatsanwaltschaft zu umarmen und die Urteilsabsprache als dessen eigentliche Domäne zu begreifen. Schließlich sind es nun mal widerstreitende Interessen die zwischen einer auf Verurteilung abzielenden Anklage eines Staatsanwaltes und einem auf Freispruch oder einer deutlich geringeren Strafe sinnenden Verteidigung bestehen.

Unsere Kanzlei hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, sich nicht dem Willen des Gerichts unterzuordnen, sondern zu kämpfen, wenn dies nötig ist – mit allen hierfür zur Verfügung stehenden strafprozessualen Mitteln. Dabei geht es nicht darum, möglichst respektlos oder vorlaut aufzutreten, sondern – ganz im Gegenteil – mit Intellekt, Erfahrung und Strategie auf Augenhöhe mit dem Gericht zu überzeugen.

Nach wie vor nimmt der Zeugenbeweis die wichtigste Rolle im Strafprozess ein – dies obwohl längst feststeht, dass Zeugen die unzuverlässigsten Beweismittel überhaupt sind. Entsprechend muss sich der Prozessverteidiger auf ganz erhebliche Unwägbarkeiten bei der Zeugeneinvernahme blitzschnell einstellen und seine Strategie sofort umstellen können. Dabei bleiben von Anfang an viele Fragen offen: Was haben Zeugen wirklich gesehen? Was glauben sie gesehen zu haben? Was haben sie bereits vergessen und durch Phantasie oder vermeintlich zuverlässige Informationen durch Dritte, die Polizei oder Medienberichte ersetzt? Haben sie ein eigenes Interesse am Ausgang des Verfahrens? Wurden sie beeinflusst oder haben sie sich gar abgesprochen?

In all diesen Problemfällen muss der Prozessanwalt sofort wissen wie und im Rahmen welcher gesetzlichen Möglichkeiten er den Zeugen begegnet, ohne dabei die strengen Regeln der Befragungstechnik zu verletzen. Parallel muss der Verteidiger die vor Gericht getätigte Aussage des Zeugen nicht nur mit der Aktenlage vergleichen, sondern auch wichtige aussagepsychologische Faktoren wie Aussageentstehung, Aussagevalidität, Aussagefähigkeit, Aussagepersönlichkeit, Aussagequalität, mögliche Konfundierungen und mögliche Motive für die Aussage analysieren.

Nur dem erfahrenen und geschulten Prozessverteidiger wird es in der Regel möglich sein, den jeweiligen Aussageinhalt auf logische Konsistenz, Strukturgleichheit, Detaillierungsgrad, Interaktionsschilderungen und Komplikationen im Handlungsablauf, sowie eine nur auf das Randgeschehen, nicht aber auf die Kerninhalte erfolgte Schilderung zu überprüfen und dem Gericht solche Mängel wirksam aufzuzeigen.

Dabei muss der Verteidiger gleichzeitig auch noch gegen die regelmäßig vorhandenen Vorurteile des Gerichtes vorgehen: Hierzu gehören insbesondere antizipierte Typisierungen („der schuldige Angeklagte auf der Anklagebank“), subjektive Vorurteile und Stereotypen („der ist schon so einer!“), Moralvorstellungen und gesellschaftliche Konventionen („so etwas macht man eben nicht!“), grobe Verallgemeinerungen und subjektive Meinungen („bei Vorwurf Betrug sind doch sowieso alle schuldig“). Schließlich gilt es noch, den eigenen Mandanten von Antipathien des Gerichts möglichst effizient abzuschirmen und ihn als Person von dem meist als störend empfundenen Verteidigerverhalten klar abzugrenzen.

Anders als im Zivilrecht werden Strafurteile nicht selten „aus dem Bauch heraus“ gefällt.  Dies mag auch damit zusammenhängen, dass die Urteile im Strafrecht regelmäßig noch am selben Hauptverhandlungstermin im Anschluss an die Beweisaufnahme und die Plädoyers verkündet werden.

Um so wichtiger ist es daher neben fachlicher Kompetenz auch prozessual zu überzeugen – nicht zuletzt mit Blick auf die vielen Freiheiten und weiten Ermessensspielräume des Gerichts. Wenn beweiserhebliche Tatsachen nicht eindeutig sind, Sachbeweise fehlen, Zeugen widersprüchliche Angaben machen oder schwierige rechtliche Fragen komplexe juristische Probleme aufwerfen, muss sich der Verteidiger unbedingt durchsetzen. Hierbei darf der offen ausgetragene Disput mit der Staatsanwaltschaft ebensowenig gescheut werden wie der konfrontative Konflikt in Hinblick auf fehlerhafte Anordnungen des Gerichts bis hin zum Erzwingen von Beweiserhebungen. Denn nur der Anwalt, der alle strafprozessualen und rechtlichen Mittel durchsetzungs- und überzeugungsstark einsetzt, kann vor Gericht das bestmögliche Ergebnis erzielen und den Mandanten vor drohenden gerichtlichen Fehlentscheidungen bewahren.

Umgekehrt ist aber auch nicht immer der konfrontative Konflikt die beste Option, wenngleich reine Geständnisbegleitung sicherlich nicht der Regelfall der Verteidigertätigkeit sein darf  – dazu ist das Ergebnis des Strafprozesses im Hinblick auf die vielfältigen Ausgangsmöglichkeiten zu offen. Aber wenn ein belastendes langwieriges Verfahren abgekürzt oder das Strafmaß drastisch reduziert werden kann, so darf auch der offene Dialog mit dem Gericht nicht gescheut werden. Allerdings erfordern auch  solche Verständigungsgespräche taktisches Verhandlungsgeschick.

Wenn es darum geht, gegen ein bereits ergangenes Urteil vorzugehen oder in einem landgerichtlichen Verfahren alle Möglichkeiten einer Revision offen zu halten, ist es essentiell, einen auf Rechtsmittel spezialisierten Anwalt zu beauftragen. Denn um zu harte oder schlicht falsche Urteile zu revidieren, bedarf es im deutschen Strafprozessrecht schon angesichts der strengen Formalkriterien und überstrapazierten Rügeobliegenheiten sehr spezieller Fachkenntnisse. Nicht umsonst wird etwa das Rechtsmittel der Revision (gegen Urteile eines Landgerichts) als Königsdisziplin des Strafrechts bezeichnet.

Rechtsmittelverteidigung WÄHREND des erstinstanzlichen Verfahren:

Unsere besondere Stärke liegt darin, schon bei der Verteidigung in der Instanz für ein mögliches Rechtsmittel vorzubauen, insbesondere für eine Revision. Dies ist angesichts der nur sehr eingeschränkten Anfechtungsmöglichkeiten gerade bei landgerichtlichen Verfahren unseres Erachtens sogar Pflicht, denn auch in einem Rechtsstaat ist man nicht vor Fehlentscheidungen gefeilt. Insoweit müssen etwaige Beschwerden / Widersprüche / Beweisanträge rechtzeitig gestellt werden, um in einem Folgeverfahren überhaupt Berücksichtigung zu finden. Gleichzeitig lassen sich schon während des Gerichtsverfahrens auch ganz gezielt Revisionsgründe schaffen mit denen sich ein Urteil in der nächsten Instanz erfolgreich anfechten lässt.

Rechtsmittelverteidigung gegen bereits ERGANGENE Urteile

Ist bereits ein Urteil ergangen, empfiehlt es sich im Regelfall die nächst höhere Gerichtsinstanz anzurufen. Nicht selten lassen sich nämlich nicht nur das Urteil im Ganzen, sondern auch nur einzelne Teile des Urteils oder aber nur die Höhe der Strafe erfolgreich anfechten. Die Erfahrung zeigt, dass die Chance auf ein besseres Ergebnis hoch ist. Dies gilt insbesondere für das Rechtsmittel der Berufung. Denn  im Falle einer Revision können ausschließlich Rechtsfehler gerügt werden, sprich es werden keine Beweise mehr erhoben (z.B. Zeugen nochmals vernommen etc.). Einzige Chance auf eine positive Entscheidung sind das Auffinden von gerichtlichen Fehlern z.B. bei der Anwendung des Rechts, im Prozessablauf oder der Strafzumessung, weshalb es bei der Revision allein auf die Erfahrung und das Fachwissen des Anwaltes ankommt.

Spezialwissen und Erfahrung

Gerade bei der sog. Königsdisziplin, der Revision, bedarf es sehr speziellen Fachwissens und wissenschaftlicher Expertise, denn es gilt komplexe und / oder versteckte Fehler im strafprozessualen und / oder materiellen Recht aufzufinden und richtig zu rügen. Gleichzeitig bleibt dem Strafverteidiger nur wenig Zeit, (nämlich gerade mal 1 Monat), um eine fundierte Revisionsbegründung zu fertigen. Es verbleibt dem Anwalt also schon der gesetzlichen Frist wegen keine Möglichkeit, sich erst mit den Gesetzmäßigkeiten der Revision auseinanderzusetzen, er muss sie aus dem „FF“ beherrschen. Mit unseren wissenschaftlich tätigen Anwälten Dr. Betz und Florian Zenger LL.M. haben wir zwei Revisionsspezialisten in unserem Team, die sich schon von Berufs wegen mit den zahlreichen Spezialproblemen aktueller strafrechtlichen Neuerungen in Lehre und Rechtsprechung auseinandersetzen müssen, für die im Praxisalltag des „normalen“ Anwaltes schlicht keine Zeit verbleibt. Gleichzeitig bearbeitet unsere Kanzlei aufgrund unserer ausgewiesenen Spezialisierung auf die strafprozessualen Rechtsmittel überdurchschnittlich viele Revisionsverfahren, sodass uns vor allem unsere Erfahrung bei der Fallbearbeitung hilft, überdurchschnittlich gute Ergebnisse zu erzielen.

Gerade in „großen Verfahren“ vor dem Landgericht,  ist die Verteidigung im Team, also die gleichzeitige Vertretung von mehr als nur einem Anwalt, zum unverzichtbaren Erfolgsfaktor unserer Kanzlei geworden.

Leider wird oft übersehen, dass gerade in Prozessen bei denen eine hohe Straferwartung und/oder großes öffentliches Interesse drohen (wie etwa bei Sexualdelikten, Haftsachen oder Delikten mit hohem Schaden), der Beschuldigte/Angeklagte einer Übermacht an prozessualen Gegnern gegenübersteht. Hinzu kommt, dass die gerichtliche Verurteilungsquote in Deutschland bei weit über 80 % liegt und man bei einer Verurteilung durch ein Landgericht faktisch keine zweite Chance hat, das Urteil von einem nächst höheren Gericht nochmals in Gänze überprüfen zu lassen.

Der Druck der damit auf dem Mandanten und damit auch auf seinem Anwalt lastet ist enorm. Zudem fällt eine suffiziente Verteidigung angesichts der nur sehr eingeschränkten Rechtsmittel gegen Urteile von Landgerichten ungleich schwerer, da parallel Fehler des Gerichts frühzeitig erkannt, rechtlich mögliche Finessen genutzt und medialen Beeinflussungen gekonnt begegnet werden müssen.

Getreu dem Motto „Vier Augen sehen mehr als zwei“ muss man sich im Strafprozess nicht auf einen einzigen Anwalt / Verteidiger beschränken.
Wohl aus den oben genannten Gründen erlaubt das Gesetz einem Beschuldigten / Angeklagten die gleichzeitige Verteidigung durch bis zu drei Anwälte (zuzüglich eines etwaigen Pflichtverteidigers).
Und das macht durchaus Sinn: So lässt sich das Ungleichgewicht gegenüber den anderen Prozessbeteiligten wieder ausgleichen. Außerdem ist im Team eine deutlich druckvollere Zeugenbefragung (Stichwort: „Kreuzverhör), eine deutlich höhere Erkennung formaler wie rechtlicher Fehler des Gerichts und eine effizientere Abschirmung Antipathien gegenüber dem Mandanten möglich. Mehrere Verteidiger können während der Beweisaufnahme parallel Anträge stellen, Prozesshandlungen beanstanden oder Erklärungen vorbereiten und neue Erkenntnisse zeitgleich mit der Sich- und Rechtslage abgleichen.
Entsprechend  erfordert eine Verteidigung im Team eine strukturierte Aufgabenverteilung, weshalb das Team idealer Weise nicht bunt zusammengewürfelt, sondern genau aufeinander und entsprechend der einzelnen Kompetenzbereiche abgestimmt sein sollte:

In geeigneten Fällen ist auch eine Auswahl von Anwälten aus unterschiedlichen Kanzleien mit unterschiedlichem Schwerpunkt zielführend. So erfordern Spezialgebiete wie z.B. Wirtschafts- Medizin- und Steuerstrafrecht besondere fachspezifische Kenntnisse deren strafprozessuale Durchsetzung wiederum nur durch einen erfahrenen Prozessanwalt sichergestellt werden kann – gerade auch mit Blick auf die strafrechtlichen Rechtsmittel, deren erfolgversprechende Grundlagen bereits im ersten Prozess geschaffen werden müssen.

Auch gibt es Konstellationen wo ein vor Ort erfahrener Anwalt zwar den Fall, den Mandanten und das Gericht bestens kennt, aber für fachspezifische Fragen eines  rechtlichen Spezialgebiets oder bei einem Großprozess die Unterstützung eines externen Spezialisten sucht, um für die Verteidigung optimal aufgestellt zu sein.
Und eben das garantieren wir auch unseren Mandanten: Ob Revisionsspezialist, Experte für Sexualstrafrecht oder Prozessanwalt für konfrontative Verteidigung, alle unsere Anwälte sind entsprechend ihren jeweiligen Spezialisierungen gezielt auf den entsprechenden Fall einsetzbar – Ob im eingespielten Kanzlei-Team oder zusammen mit anderen Anwälten und Spezialisten.

Was den Erfolg ausmacht

Eine erfolgreiche Strafverteidigung steht und fällt mit der Wahl des richtigen Anwalts. In wenigen Rechtsgebieten hängt der Erfolg so sehr von dem Können, der Erfahrung aber vor allem auch der richtigen Taktik des anwaltlichen Beistandes ab wie im Strafrecht.

Denn nirgends hat ein Richter so viele Freiheiten und Ermessensspielräume, hält man sich allein die weit gefassten Rechtsfolgen und Strafrahmen vor Augen, die das Strafverfahren vorsieht: von einer Verfahrens-Einstellung mit oder ohne Geldauflage bis hin zu Freiheitsstrafen von wenigen Monaten bis zu vielen Jahren;

Dass dann bei der Rechtsfindung große Freiräume bestehen, versteht sich von selbst – Hier braucht man jemanden, der die maximalen Möglichkeiten kennt und das Optimum daraus erzielt….

N
ur mit besonderer prozessualer Erfahrung, Fachwissen und kontemporärer Expertise lassen sich gerichtliche Fehlentscheidungen vermeiden und überdurchschnittlich gute Ergebnisse erzielen.
Deshalb arbeiten bei uns ausschließlich Fachanwälte, Dozenten und spezialisierte Rechtsanwälte für Strafrecht, sowie ein ehemaliger Staatsanwalt, von denen sich jeder nur auf einzelne Teilbereiche innerhalb des Strafrechts konzentriert, so z.B. auf  aktive Prozessverteidigung.
Unsere Kanzlei hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit engagierter, seriöser, und sachkundiger Expertise sämtliche rechtlichen Möglichkeiten des Strafverfahrens auszuschöpfen, die gerade auch auf die typischen Schwachpunkte des Justizsystems zielen.
  • Erstberatung im Strafrecht - Kanzlei für Strafrecht in München & Hamburg

Erstberatung im Strafrecht

Bevor man einen Anwalt beauftragt empfiehlt es sich dringend einen auf das jeweilige strafrechtliche Gebiet spezialisierten Anwalt herauszusuchen und zunächst eine Erstberatung einzuholen. Denn kaum ein anderes [...]

  • Einspruch Strafbefehl

Informationen zum Strafbefehl

Mit dem Strafbefehl sollen "Bagatellstraftaten" und kleinere bis mittlere Kriminalität schnell und unkompliziert geahndet werden. So sparen sich nicht nur Gerichte und Staatsanwaltschaften ein aufwendiges Gerichtsverfahren, sondern auch der Beschuldigte. Weiterer Vorteil: Man muss sich auch nicht auf [...]

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Anklage / Anklageschrift erhalten

Wer überraschend eine Anklageschrift erhält, hat die Angelegenheit oft gar nicht mehr präsent oder innerlich gar abgehakt: Zwar hat man in der Regel einige Monate zuvor eine Vorladung zur Polizei erhalten, diese aber entweder ignoriert oder aber bei [...]

Akteneinsicht im Strafverfahren

Eine wirksame Verteidigung ist nur möglich, wenn man die einem zur Last gelegten Umstände kennt. Deshalb ist es auch fatal sich ohne Kenntnis des Ermittlungstandes zu etwaigen Anschuldigungen oder Vorwürfen zu äußern, auch und gerade dann nicht, wenn man sich keines [...]

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Strafverfahren

Anzeige,
Ermittlungsverfahren
Anklage, Rechtsmittel

Je früher man einen Spezialisten einschaltet, desto besser die Chancen

In den meisten Fällen wird man als Betroffener eines Strafverfahrens aus heiterem Himmel mit Vorwürfen konfrontiert, die bis dato nur die Polizei kennt. Dabei wird dieser Überraschungseffekt sogar bewusst zum Zwecke einer Beschuldigtenvernehmung ausgenutzt.

Bei allen Äußerungen zu einem strafrechtlichen Vorwurf ist daher höchste Vorsicht geboten, denn als Beschuldigter kann man zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht wissen, was die Ermittlungsbehörden tatsächlich zu wissen glauben und welche rechtliche Folgen damit im Raum stehen.

Insgesamt können Betroffene die Gefahren eines Strafverfahrens erfahrungsgemäß so gut wie nie richtig einschätzen. Man sollte daher nach dem Bekanntwerden von polizeilichen Ermittlungen am besten sofort einen spezialisierten Strafverteidiger befragen, und sei es nur im Rahmen einer unverbindlichen ersten Beratung zur besseren Einschätzung der Situation.

 

Anzeige
Ermittlungsverfahren

Als Betroffener wird man in den meisten Fällen aus heiterem Himmel mit Vorwürfen konfrontiert, die bis dato nur die Polizei kennt. Dieser Überraschungseffekt wird nicht selten sogar bewusst genutzt, um zu unüberlegten Äußerungen zu kommen, z.B. im Rahmen eines überraschenden Besuchs am Arbeitsplatz.
Im Strafrecht sollte man daher die abgedroschene Phrase „Ich sage nichts ohne meinen Anwalt“ unter allen Umständen beherzigen!

Unmittelbar nach dem Bekanntwerden von polizeilichen Ermittlungen – aber unbedingt bevor man mit der Polizei oder anderen Behörden spricht – sollte man deshalb umgehend einen spezialisierten Anwalt kontaktieren.
Besteht eine anwaltliche Vertretung, ist es der Polizei grundsätzlich untersagt, den Betroffenen zu behelligen.

Nach erfolgter Akteneinsicht können der Beschuldigte und sein Anwalt entscheiden, ob – und wenn ja, in welchem Umfang – sie zu den Vorwürfen schriftlich Stellung nehmen.
Dabei wird der Anwalt prüfen, inwiefern er mit der Staatsanwaltschaft in Verständigungsgespräche eintritt, um die Möglichkeiten auszuloten, einen (schriftlichen) Strafbefehl (anstelle einer Anklage) oder – bei geringer Schuld – die Einstellung des Verfahrens zu erlangen.

Umgekehrt kann es sinnvoll sein, den Konflikt mit der Staatsanwaltschaft nicht zu scheuen und weitere Beweiserhebungen zu beantragen, um etwa den Tatnachweis zu erschüttern, die Schuld zu entkräften oder aber mögliche strafrechtliche Folgen deutlich abzuschwächen (Durchsuchungen, U-Haft, Anklage etc.).

Wichtig: Der Betroffene hat zu jedem Zeitpunkt das Recht seinen Anwalt selbst zu wählen, bzw. zu wechseln. Besonders im Falle der Bestellung eines Pflichtverteidigers wird dringend angeraten einen eigenen (gerichtsunabhängigen) Anwalt zu beauftragen.

Anklage
Hauptverfahren

Der Erhalt einer Anklageschrift bedeutet, dass sich die Ermittlungen bis dato nicht zu Gunsten des Betroffenen entwickelt haben: Zu beachten bleibt freilich, dass es sich bei der Anklage um eine reine Prognoseentscheidung bei vorläufiger Sachverhaltsbewertung handelt. Das heißt: Das Ergebnis ist weiterhin offen, denn eine Anklage sagt z.B. nichts darüber aus, wie gründlich gegen den Beschuldigten ermittelt wurde, und ob es im Rahmen einer Gerichtsverhandlung tatsächlich auch zu einer Verurteilung kommen wird. Immerhin enden 20% aller Anklagen mit einem Freispruch. Darüber hinaus ändert sich oft auch die rechtliche Bewertung des Falles mit einem entsprechend positiven Verfahrensausgang.

Wichtig: Wer angeklagt wird, kann mit anwaltlicher Hilfe das Ruder immer noch herumreißen. Oftmals werden Ermittlungen wegen der Arbeitsüberlastung der Justiz nur oberflächlich und einseitig geführt, ohne jedoch hinreichend zu prüfen, ob die Tat überhaupt gerichtsfest nachweisbar ist, alle Beweismittel erschöpfend ausermittelt wurden oder der Sachverhalt entsprechend des angeklagten Gesetzesverstoßes wirklich strafbar ist; von fehlenden Sachbeweisen oder widersprüchlichen Zeugenangaben ganz zu schweigen.
Nicht selten gibt es gerade im Strafrecht divergente Rechtsprobleme, welche im Rahmen einer guten Verteidigungsstrategie zum Vorteil des Mandanten genutzt werden können.

Des Weiteren kommt es auch aus prozessualer Sicht zu Umständen, die zum Verfahrensende ein ganz anderes Ergebnis erwarten lassen. So bestehen trotz Anklageerhebung diverse Möglichkeiten, ein (öffentliches) Gerichtsverfahren abzuwenden, sei es weil die Staatsanwaltschaft die Anklage zurücknimmt, sei es weil das Gericht ein entsprechendes Verfahren erst gar nicht eröffnen möchte.

Strafbefehl

Mit dem Strafbefehl werden Bagatellstraftaten und Rechtsverstöße aus dem Bereich der kleineren bis mittleren Kriminalität schnell und unkompliziert geahndet. So sparen sich nicht nur Gerichte und Staatsanwaltschaften ein aufwendiges Verfahren, sondern auch der Beschuldigte.

Der Strafbefehl ist jedoch keine Geldbuße, die man – ähnlich einem Strafzettel – einfach bezahlt, so dass dann die Sache aus der Welt geschafft sei. Der Strafbefehl gleicht vielmehr einer Verurteilung durch ein Strafgericht und ist in den rechtlichen Konsequenzen identisch (Eintrag Führungszeugnis / Bundeszentralregister, Vorstrafe etc).

Daher gilt es unbedingt abzuwägen, inwieweit sich der Einspruch gegen einen Strafbefehl „lohnt“. Die Praxis zeigt, dass im Großteil aller Fälle, das Ergebnis nach einem solchen „Widerspruch“ deutlich besser ist.

Schon wegen der chronischen Überlastung der Strafjustiz sind Staatsanwaltschaft und Gericht nämlich häufig bereit, dem Angeklagten „entgegenzukommen“, sei es bei der Höhe der Strafe oder aber auch durch Verfahrenseinstellung, mit oder gar ohne (Geld)Auflage, um so einer langwierigen und konfliktreichen Verhandlung aus dem Weg gehen zu können

Wichtig: Wer einen Strafbefehl zugestellt bekommt, sollte sich umgehend anwaltlich vertreten lassen, es bleiben nur 2 Wochen Zeit (ab Zustellung im Briefkasten) den Einspruch einzulegen. Im Zweifelsfall sollte man das immer tun, da der Einspruch bis zur Gerichtsverhandlung jederzeit folgenlos zurückgenommen werden kann.

Berufung und Revision

Geht es dagegen um eine vollständige Rehabilitierung (Verfahrenseinstellung / Freispruch / niedrige Strafe), muss von Anfang an jede Chance genutzt werden, um den konstruktiven juristischen Konflikt zu suchen und mit allen zur Verfügung stehenden strafprozessualen Mitteln entschieden – und zur Not auch konfrontativ – zu kämpfen.


Der Verteidiger muss mit Mut und Durchsetzungskraft fehlerhaften Anordnungen des Gerichts widersprechen und notfalls auch komplexe Beweiserhebungen durch entsprechende Anträge erzwingen.
Vor allem dann, wenn beweiserhebliche Tatsachen nicht eindeutig sind, die Indizienlage schwach ist, Sachbeweise fehlen oder Zeugen widersprüchliche Angaben machen, kann am Ende ein ganz anderes Ergebnis stehen. Dies gilt natürlich auch für strittige Rechtsfragen. Hier ist eine zielgerichtete Mischung aus notwendiger Härte und kluger Diplomatie besonders wichtig.

In den meisten Fällen wird man als Betroffener eines Strafverfahrens aus heiterem Himmel mit Vorwürfen konfrontiert, die bis dato nur die Polizei kennt. Dabei wird dieser Überraschungseffekt sogar bewusst zum Zwecke einer Beschuldigtenvernehmung ausgenutzt. Bei allen Äußerungen zu einem strafrechtlichen Vorwurf ist daher höchste Vorsicht geboten, denn als Beschuldigter kann man zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht wissen, was die Ermittlungsbehörden tatsächlich zu wissen glaubenund welche rechtliche Folgen damit im Raum stehen.

Insgesamt können Betroffene die Gefahren eines Strafverfahrens erfahrungsgemäß so gut wie nie richtig einschätzen. Man sollte daher nach dem Bekanntwerden von polizeilichen Ermittlungen am besten sofort einen spezialisierten Strafverteidiger befragen, und sei es nur im Rahmen einer unverbindlichen ersten Beratung zur besseren Einschätzung der Situation.

Keine Angaben machen:
In den meisten Fällen wird man als Betroffener aus heiterem Himmel mit Vorwürfen konfrontiert, die bis dato nur die Polizei kennt. Nicht selten wird dieser Überraschungs- und Überrumpelungseffekt sogar bewusst ausgenutzt. Bei allen Äußerungen zu einem strafrechtlichen Vorwurf ist daher höchste Vorsicht geboten, denn als Beschuldigter kann man zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht wissen, was einem konkret zur Last gelegt wird, was die Ermittlungsbehörden tatsächlich wissen, welche echten oder vermeintlichen Beweise vorliegen, was etwaige Zeugen ausgesagt haben und was für Folgen damit letztlich im Raum stehen.

Besonders gefährlich: Die Polizei ist dazu verpflichtet, sämtliche Erkenntnisse zu protokollieren und an die Staatsanwaltschaft weiterzugeben, auch wenn sich dieses Wissen aus einem scheinbar netten „Smalltalk“ entwickelt hat. Dies ist sogar als Strategie sehr beliebt, denn bei solchen „Spontanäußerungen“ außerhalb einer förmlichen Vernehmung muss der Beschuldigte noch nicht einmal belehrt werden. Aber auch scheinbar harmlose Äußerungen in förmlichen Vernehmungen können sehr gefährlich sein: Denn meistens werden Aussagen nicht wörtlich mitprotokolliert sondern nur sinngemäß aufgeschrieben, was der Beamte vermeintlich verstanden hat – oder verstehen wollte. Außerdem kann die Polizei auch außerhalb des Vernehmungsprotokolls in einem sog. „Eindrucksvermerk“ vermeintlich verdächtige Beobachtungen über den Beschuldigten festhalten.
Als Beschuldigter sollte man daher jeglichen persönlichen / direkten Kontakt mit den Ermittlern vermeiden und dem Anwalt überlassen!

Anwalt kontaktieren:
Unmittelbar nach dem Bekanntwerden von polizeilichen Ermittlungen – aber unbedingt bevor man mit der Polizei oder anderen Behörden spricht (s.o.) – sollte man umgehend einen spezialisierten Anwalt kontaktieren!
Dieser kann den Beschuldigten von einem polizeilichen Erscheinen entschuldigen und zunächst Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft nehmen, eh überhaupt irgendwelche Angaben zur Sache gemacht werden.

Nach erfolgter Akteneinsicht bespricht der Anwalt den Akteninhalt sowie alle möglichen Be- und Entlastungsmomente in tatsächlicher und rechtlicher Sicht. In diesem Zusammenhang hat der Beschuldigte auch die Möglichkeit, zusammen mit bzw. durch seinen Anwalt konkret zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, weitere Beweiserhebungen zu beantragen und etwaige Widersprüche aufzudecken, die dann ggf. der Staatsanwaltschaft in einer sog. Verteidigerschrift mitgeteilt werden, mit dem regelmäßigen Ziel eine Einstellung des Strafverfahrens zu erwirken.

Wichtig: Man hat als Betroffener zu jedem Zeitpunkt das Recht einen selbst gewählten Anwalt beizuziehen. Hieraus dürfen dem Beschuldigten keine Nachteile entstehen oder angedroht werden!
Für den Beschuldigten sind die Polizisten  keine Freunde – so freundlich sie sich auch verhalten mögen. Oft wird versucht mit Sprüchen wie „Da brauchen Sie keinen AnwaltWenn Sie jetzt gestehen, passiert nichts Schlimmeswenn Sie Nichts zu verbergen haben, können Sie doch mit uns reden“ usw. den Beschuldigten davon abzuhalten, einen Anwalt zu beauftragen. Dabei entscheidet am Ende der Staatsanwalt, nicht die Polizei. Selbst wenn sie es wollten, könnten Polizisten keine Zusagen im Hinblick auf eine milde Strafe o.Ä. machen. Denn Absprachen dürfen nur Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung treffen.

Im Strafrecht sollte man daher die abgedroschene Phrase „Ich sage nichts ohne meinen Anwalt“ unter allen Umständen beherzigen!

Der Erhalt einer Anklageschrift bedeutet leider, dass sich das Ermittlungsverfahren bis dato nicht zu Gunsten des Betroffenen entwickelt hat: Schließlich erfolgt eine Anklage grundsätzlich nur dann, wenn die Staatsanwaltschaft hinreichend überzeugt ist, dass es in einem Gerichtsverfahren zu einer Verurteilung kommen wird und dabei die Schuld so schwer wiegt, dass nicht mit milderen Mitteln wie etwa einer Verfahrenseinstellung (z.B. gegen Geldauflage) oder einem schriftlichen Strafbefehl geahndet werden konnte.

Allerdings handelt es sich bei der Anklage um eine reine Prognoseentscheidung bei vorläufiger Sachverhaltsbewertung. Sie sagt nichts darüber aus wie gründlich gegen den Beschuldigten ermittelt wurde und ob es im Rahmen einer Gerichtsverhandlung tatsächlich dann auch zu einer Verurteilung oder dem von der Staatsanwaltschaft angestrebten Ergebnis kommen wird. So enden gut 20% aller Anklagen gerade nicht mit einer Verurteilung und in vielen Fällen ändert sich auch die rechtliche Einschätzung (statt der angeklagten gefährlichen Körperverletzung nur eine abgeurteilte einfache Körperverletzung, anstatt sexuelle Nötigung nur Belästigung etc…)

Dementsprechend ist es auch nicht zu spät, das Ruder noch herumzureißen. Immerhin werden die Ermittlungen wegen der Arbeitsüberlastung der Justiz oftmals nur sehr oberflächlich und einseitig geführt, ohne hinreichend zu prüfen, ob die Tat überhaupt gerichtsfest nachweisbar ist, alle Beweismittel erschöpfend ausermittelt wurden oder der Sachverhalt entsprechend des angeklagten Gesetzesverstoßes überhaupt strafbar ist, von fehlenden Sachbeweisen oder widersprüchlichen Zeugenangaben ganz zu schweigen.

Nicht selten erwachsen aus dem zugrundeliegenden Fall divergente Rechtsprobleme, welche im Rahmen einer dem Fall angepassten erfolgsversprechenden Verteidigungsstrategie genutzt werden können. Als erfahrene Verteidiger wie auch aus eigener Erfahrung (einer unserer Anwälte ist ehemaliger Staatsanwalt) wissen wir sehr gut, dass sich Staatsanwälte gerade bei einem bislang unverteidigten Beschuldigten gerne auch „in die Anklage flüchten“, um komplexe rechtliche Fragen und inhaltliche Auseinandersetzungen dem Richter zu überlassen.

Auch aus prozessualer Sicht können sich hinlänglich oft juristische Probleme ergeben, die am Ende ein ganz anderes Ergebnis erwarten lassen. Daher bestehen trotz Anklageerhebung sogar noch diverse Möglichkeiten, ein (öffentliches) Gerichtsverfahren abzuwenden, sei es weil die Anklage seitens der Staatsanwaltschaft zurückgenommen oder das Verfahren seitens des Gerichts gar nicht erst eröffnet wird.

Ausführliche Informationen zur Anklage

Mit dem Strafbefehl werden Bagatellstraftaten und kleinere bis mittlere Kriminalität schnell und unkompliziert geahndet. So sparen sich nicht nur Gerichte und Staatsanwaltschaften ein aufwendiges Gerichtsverfahren, sondern auch der Beschuldigte.

Was viele allerdings unterschätzen: Der Strafbefehl ist keine Geldbuße, die man – ähnlich einem Strafzettel – einfach bezahlt und dann ist die Sache aus der Welt geschafft. Der Strafbefehl gleicht einer Verurteilung durch ein Strafgericht und ist in den rechtlichen Konsequenzen identisch (Eintrag Führungszeugnis / Bundeszentralregister, Vorstrafe etc).

Ob und inwiefern sich der Einspruch gegen einen Strafbefehl „lohnt“ erfordert allerdings eine qualifizierte Analyse der Akten durch einen Anwalt. Die Erfahrung in der Praxis zeigt, dass im Großteil aller Fälle das Ergebnis nach einem  Einspruch gegen einen Strafbefehl deutlich besser ist. Schon wegen der chronischen Überlastung der Strafjustiz sind Staatsanwaltschaft und Gericht nämlich häufig bereit, dem Angeklagten „entgegenzukommen“ sei es bei der Höhe der Strafe oder aber auch durch Verfahrenseinstellung, mit oder gar ohne (Geld)Auflage.

Wichtig: Wenn Sie einen Strafbefehl zugestellt bekommen, sollten Sie sich umgehend anwaltlich vertreten lassen. Denn man hat nur 2 Wochen Zeit (ab Zustellung im Briefkasten) Einspruch einzulegen. Dies sollte man im Zweifel auch tun, da man den Einspruch bis zur Gerichtsverhandlung folgenlos zurücknehmen, aber nach Ablauf der Zwei-Wochen-Frist nicht mehr nachholen kann.

Ausführliche Informationen zum Strafbefehlsverfahren

Im Falle einer Durchsuchung (regelmäßig beim Vorwurf von Kinderpornographie, unerlaubter Bildaufnahmen oder dem Vorwurf sexueller Belästigung / Missbrauchs) ist es wichtig ruhig zu bleiben. Sie sind nicht verpflichtet zu kooperieren. Verstecke oder Passwörter müssen und sollten Sie nicht preisgeben auch hier gilt der eherne Grundsatz, dass sich niemand selbst einer Straftat belasten muss und entsprechend auch nicht an seiner eigenen Überführung mitwirken sollte.

Natürlich gilt auch hier: Keine Aussage machen! Nur das Nötigste mit den Beamten während der Durchsuchung sprechen.’Guten Tag‘ und ‚Auf Wiedersehen‘ dürften dabei völlig reichen. Jedenfalls Nichts zum Tatvorwurf angeben! Dem Beschuldigten wird wichtig sein, möglichst schnell an sichergestellte Computer, Handys und andere Datenträger zu kommen. Dies ist mit anwaltlicher Unterstützung bei unbelastetem Material vorzeitig möglich. Auch ein rechtliches Vorgehen gegen die Durchsuchung ist mit Hilfe eines spezialisierten Anwalts jederzeit möglich.

Nicht selten wird angesichts der hohen Straferwartung bei Sexual-, Gewalt- oder Drogendelikten ein Haftbefehl (zu 90 % wegen angeblicher Fluchtgefahr) erlassen. Solche Haftbefehle sind regelmäßig, rechtswidrig da sie selten Tatsachen belegen, die tatsächlich für eine Fluchtgefahr sprechen (Ähnliches gilt für den sog. Haftgrund der Wiederholungsgefahr).

In den meisten Fällen werden überhaupt gar keine Tatsachen ermittelt, die für oder gegen eine Flucht- oder Wiederholungsgefahr sprechen. Deshalb ist es wichtig, sofort einen erfahrenen (und nicht etwa einen vom Gericht empfohlenen) Anwalt einzuschalten, der (mit den entsprechenden Kenntnissen) beim Haftrichter die Optionen einer Aufhebung oder zumindest Außervollzugsetzung des Haftbefehls beantragen kann. Ganz wichtig dabei: Auch hier keine Aussage machen! Gerade unter dem Druck einer drohenden Inhaftierung oder der Inaussichtstellung einer Außervollzugsetzung des Haftbefehls im Falle eines Geständnisses werden oft vorschnelle Angaben gemacht, die später aber nur schwer oder gar nicht mehr zu revidieren sind!

Ausführliche Informationen zur U-Haft / Verhaftung

Wird man einer Straftat beschuldigt ist man nicht verpflichtet, polizeilichen Vorladungen Folge zu leisten oder gar auszusagen. Dies ist auch definitiv nicht zu empfehlen.

Wenn man aber als Zeuge zur polizeilichen Vernehmung geladen ist, sieht es anders aus! Seit einer Gesetzesänderung Ende 2017 ist man grundsätzlich dazu verpflichtet, auf Ladung vor „Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft“ (d. h. konkret bei der Polizei) zu erscheinen und zur Sache auszusagen, wenn der Vernehmung und Ladung ein konkreter Auftrag der Staatsanwaltschaft zugrunde liegt (§ 168 Abs. 3 StPO).

Allerdings können Ladungen zur Zeugenvernehmung  problematisch: Denn die Polizei greift nicht selten gerade auch dann auf Ladungen als „Zeuge“ zurück, wenn sie insgeheim davon ausgeht, dass der Zeuge womöglich mit der Tat zu tun haben oder es sich sogar um den noch unbekannten Täter handeln könnte. So gilt dann einerseits die Zeugenpflicht zu wahrheitsgemäßen Angaben, zum anderen hat man (anders als Beschuldigter) grundsätzlich kein Zeugnisverweigerungsrecht!

Wichtig: Auch als Zeuge kann man sich jederzeit eines Rechtsanwaltes als Zeugenbeistand bedienen. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn man sich durch eine Aussage potentiell selbst der Gefahr einer Strafverfolgung aussetzen könnte.

Im Übrigen gilt: Gerade wenn seitens Polizei und Staatsanwaltschaft starker Druck aufgebaut wird, ist es grundsätzlich empfehlenswert  einen im Strafrecht erfahrenen Rechtsanwalt zu konsultieren!

Ausführliche Informationen zur Vorladung als Zeuge

Zu jedem Zeitpunkt eines Strafverfahrens hat der Betroffene das Recht, einen von ihm gewählten Verteidiger beizuziehen. Dieses Recht gehört nach der Europäischen Menschenrechtskonvention zu den Grundsätzen eines jeden fairen Verfahrens.

Bereits vor der ersten Vernehmung zu den Tatvorwürfen ist der Beschuldigte auf sein Recht zur Hinzuziehung eines von ihm gewählten Verteidigers hinzuweisen. Möchte der Beschuldigte sich vor seiner Vernehmung mit einem Rechtsanwalt beraten, ist die Vernehmung sofort zu unterbrechen und auf das Eintreffen des Verteidigers zu warten. Die Polizei muss dem Beschuldigten außerdem Informationen zur Verfügung zu stellen, die es ihm erleichtern, einen Verteidiger zu kontaktieren. Dem Beschuldigten dürfen auch keine Nachteile für den Fall der Hinzuziehung eines Verteidigers angedroht werden.

Soweit die gesetzlichen Vorschriften, oder besser gesagt: die Theorie. Denn in der Praxis sieht es meistens anders aus. Die Bemühungen der Polizei und Justiz, den Beschuldigten bei der Wahrnehmung des Rechts auf Hinzuziehung eines Verteidigers zu unterstützen, kann man vorsichtig ausgedrückt als sehr gering bezeichnen. Die Erfahrung zeigt im Gegenteil, dass die Rechte des Beschuldigten in polizeilichen Vernehmungen gerade in diesem zentralen Punkt mit einiger Regelmäßigkeit verletzt oder zumindest unterminiert werden.

Im Extremfall wird dem Beschuldigten sogar der Zugang zu einem Verteidiger schlicht verweigert – im Zweifel steht dann später die „glaubhafte Aussage der zuverlässigen Polizeibeamten“ gegen die „reine Schutzbehauptung des Beschuldigten“. Aber auch die legalen Methoden der Polizei und Justiz, den Beschuldigten von Verteidigern möglichst frei zu halten, sind zumindest grenzwertig. Da heißt es dann gerne, man brauche doch gar keinen Anwalt, die Kosten doch nur Geld. Oder dem gerade verhafteten Beschuldigten wird „fürsorglich“ ein der Justiz sehr bequemer Pflichtverteidiger beigeordnet, ausgewählt natürlich von genau dem Richter, der den Haftbefehl unterschrieben hat. Zusammengefasst versuchen Polizei und Justiz mit immer neuen kreativen Tricks, gerade „unbequeme“ Verteidiger, welche sich für die Recht ihrer Mandanten einsetzen, aus dem Verfahren „rauszuhalten“ – zumindest bis zu dem Zeitpunkt, wo dem Beschuldigten ein echtes oder falsches Geständnis quasi abgenötigt wurde, nachdem ihm zuvor von „hilfsbereiten“ Beamten die vermeintliche „Auswegslosigkeit“ seiner Situation erläutert worden ist.

Natürlich übt die Polizei nicht in jeder Vernehmungssituation zulässigen oder unzulässigen Druck aus. Dies ist oft auch noch nicht einmal notwendig, da viele Beschuldigte ohne Erfahrung mit Strafverfahren durch die Situation völlig überfordert sind und daher leider darauf verzichten, ihr Recht auf Hinzuziehung eines Verteidigers wahrzunehmen. Kein Wunder: Nicht zuletzt durch die mediale Darstellung in zahlreichen Krimis – ganz vorne dabei der in Deutschland stets beliebte „Tatort“ – hat sich bei vielen mit dem Strafrecht nicht vertrauten Menschen das Bild festgesetzt, man sei ja quasi irgendwie „verpflichtet“ bei der Polizei auszusagen, und am Ende würden die Polizisten schon auch bemüht sein die Wahrheit herauszufinden und auf keinen Fall einen Unschuldigen anklagen.

Um es kurz zu machen: Dem ist nicht so. Die Polizisten sind im Strafverfahren nicht ihre Freunde, so freundlich sie sich auch verhalten mögen! Sie sind im Gegenteil verpflichtet sämtliche verfahrensrelevanten Erkenntnisse zu vermerken und an die Staatsanwaltschaft weiterzugeben, auch wenn sich dieses Wissen aus einem scheinbar netten „Smalltalk“ entwickelt hat. Diese Vernehmungsstrategie ist sogar sehr beliebt, muss der Beschuldigte doch außerhalb einer förmlichen Vernehmung nicht belehrt werden, so dass seine „Spontanäußerungen“ dann vor Gericht voll verwertbar sind.

Es hat also seinen guten Grund, warum Polizei und Justiz einigen Aufwand betreiben, aktive Strafverteidiger möglichst aus dem Strafverfahren herauszuhalten:  Der im „Tatort“ gerne als böser Störenfried dargestellte Strafverteidiger ist nämlich nicht selten der einzige, welcher dem Verdächtigen wirklich noch weiterhelfen kann. Und der Verteidiger darf und sollte im Gegenteil zur medialen Darstellung bei jeder Vernehmung dabei sein! Man kann es nicht oft genug sagen: Im Strafrecht ist die stereotype Phrase „Ich sage nichts ohne meinen Anwalt“ unter allen Umständen zu beherzigen!

Eine wirksame Verteidigung ist nur möglich, wenn man die einem zur Last gelegten Umstände kennt. Deshalb ist es auch fatal sich ohne Kenntnis des Ermittlungstands zu etwaigen Anschuldigungen oder Vorwürfen zu äußern, auch und gerade dann nicht, wenn man sich keines Fehlverhaltens bewusst ist!

Erst die genaue Information über die Vorwürfe, wegen der gegen einen ermittelt wird, ermöglichen die Vorbereitung einer sach- und zielgerechten Verteidigung – je frühzeitiger desto besser. Denn sämtliche Ergebnisse von Strafermittlungen werden schriftlich in der Ermittlungsakte der Staatsanwaltschaft geführt. Im Falle einer Anklage zu Gericht werden die in der Akte enthaltenen Informationen zur alleinigen Grundlage des gerichtlichen Verfahrens.

Das Recht auf vollständige Akteneinsicht steht allerdings nur dem verteidigenden Rechtsanwalt zu. Zur suffizienten und erfolgreichen Verteidigung sollte daher möglichst frühzeitig Einsicht in die Akten genommen werden, um einerseits die Verteidigung optimal vorzubereiten und die Vorwürfe rechtlich prüfen zu können, aber auch um in geeigneten Fällen durch eine frühe Stellungnahme die Tatvorwürfe zu entkräften, beispielsweise auch durch Beantragung von Zeugen, Sachbeweisen oder Sachverständigengutachten. In vielen Fällen können die Tatvorwürfe bereits im vorgerichtlichen staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren soweit entkräftet werden, dass das Verfahren eingestellt oder eine außergerichtliche Beilegung der Vorwürfe vereinbart wird.

Welche Strategie im Einzelfall die richtige ist, kann erst nach Durchsicht der Ermittlungsakte bestimmt werden und muss stets der Aktenlage angepasst sein! Aufgrund der Vorteile frühzeitiger Akteneinsicht ist es daher sinnvoll, sofort nach Kenntnis von einem Ermittlungsverfahren möglichst zeitnah einen Strafverteidiger zu beauftragen.

Ausführliche Informationen zur Akteneinsicht

Was den Erfolg ausmacht

Eine erfolgreiche Strafverteidigung steht und fällt mit der Wahl des richtigen Anwalts. In wenigen Rechtsgebieten hängt der Erfolg so sehr von dem Können, der Erfahrung aber vor allem auch der richtigen Taktik des anwaltlichen Beistandes ab, wie im Strafrecht.

Exzeptionelles Wissen im Strafprozessrecht, hohe Konfliktfähigkeit, erfolgreiche Vernehmungstechnik, Kenntnis der komplexen Materie der Aussagepsychologie, rationales Verhandlungsmanagement auf Augenhöhe mit der Justiz: Eine erfolgreiche Verteidigung erfordert all diese Fähigkeiten und mehr als das.

E
ine sachgerechte und effektive Verteidigung darf den notwendigen Konflikt mit der Justiz nicht scheuen und gründet sich auf einer der individuellen Fallkonstellation angepassten zielgerichteten Mischung aus notwendiger Härte und kluger Diplomatie.
Unsere Kanzlei hat es sich dabei zur Aufgabe gemacht, sich nicht dem Willen des Gerichts unterzuordnen, sondern zu kämpfen, wenn dies nötig ist – mit allen hierfür zur Verfügung stehenden strafprozessualen Mitteln.
Dabei können wir auf ein breit aufgestelltes Team an Strafrechtsexperten zurückgreifen um unseren Mandanten professionell und entschieden zum bestmöglichen Erfolg zu verhelfen. Ob spezialisierter Fachanwalt oder erfahrener Strafverteidiger: Jeder unserer Anwälte ist nochmals dezidiert auf einzelne Teilbereiche des Strafrechts spezialisiert. Unsere sehr enge Schwerpunktsetzung ermöglicht es uns, für jeden Einzelfall den geeigneten Spezialisten anzubieten – sei es für konfrontative Prozessverteidigung oder den einzelnen Spezialbereichen des Strafrechts.

Anzeigen und polizeiliche Ermittlungsverfahren müssen sehr ernst genommen werden, schon allein aufgrund der erheblichen Konsequenzen für Beschuldigte
(Stichwort: Führungszeugnis oder Einreiseverbote in andere Länder wie den USA wenn vorbestraft) aber auch für Zeugen und Opfer
(Stichwort: Falschaussage, Aussageverweigerungsrechte, Wahrnehmung von Zeugenrechten etc.)

Erfolgsmeldungen

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Beratung im Strafrecht

Erstberatung
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Werden strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet oder befürchtet man solche, ist fachanwaltlicher Rat richtungweisend. Viele Rechtssuchenden wollen aber zunächst nur eine erste Einschätzung zu den juristischen Möglichkeiten oder wie man sich gegebenenfalls weiter verhalten soll, ohne sich gleich für eine kostenintensive anwaltliche Beauftragung zu verpflichten.
Nicht selten stellt sich auch die Frage, inwieweit eine strafrechtliche Vertretung angezeigt ist oder es geht dem Betroffenen lediglich um einzelne Rechtsfragen oder eine erste Beurteilung der Sach- und Rechtslage, insbesondere zu den Erfolgsaussichten oder drohender Konsequenzen im besten, respektive schlechtesten Fall.
Häufig dient die Erstberatung auch als Entscheidungsgrundlage, ob der angerufene Anwalt „der Richtige“ ist, sei es in Bezug auf Kompetenz und Erfahrung oder aber auch in Bezug auf die zwischenmenschliche „Chemie“.

Zum Spektrum unserer Kanzlei gehört es daher, Rechtssuchenden eine umfassende Erstberatung anzubieten. Auf dieser Grundlage wollen wir Ihnen die Entscheidungsgrundlage liefern, eine mögliche weitere Beauftragung abzuwägen oder aber auch abschätzen zu können, wie die jeweiligen Erfolgsaussichten einer anwaltlichen Einschaltung zu beurteilen sind.

Je nach Art und Aufwand bieten wir Ihnen hierfür eine pauschale Abgeltung der Rechtsberatungskosten oder eine minutengenaue Abrechnung auf Honorarvertragsbasis an.

Ausführliche Informationen zur Erstberatung

Wenn es um grundlegende Entscheidungen geht, will man nicht selten einen zweiten fachlichen Rat. So wird etwa die Entscheidung eines ärztlichen Eingriffs je nach Risiko und Intensität immer häufiger von der Zweitmeinung eines weiteren Mediziners abhängig gemacht.
Da im Strafrecht vergleichsweise viel, wenn nicht sogar in manchen Fällen Alles auf dem Spiel steht, bieten wir auch hier Rechtssuchenden eine unabhängige Einschätzung und Expertise an, ohne gleich einen zweiten Anwalt zu beauftragen oder gar den Anwalt zu wechseln.

Denn wenngleich auch ein Anwaltswechsel im Strafrecht jederzeit und in jedem Verfahrensstadium einfach und unproblematisch möglich ist, will ein solcher Schritt gut überlegt sein. Umgekehrt kann eine bestätigende Zweitmeinung auch den entscheidenden Ausschlag für das jeweilige weitere Vorgehen geben.
Gerade wenn es um Fragen der Verteidigungslinie (Geständnis- Freispruch- Konflikt oder Teamverteidigung) oder um das Einlegen von Rechtsmitteln geht, macht eine neutrale Zweiteinschätzung durchaus Sinn.

Sprechen Sie uns im Bedarfsfalle jederzeit an. Dabei können Sie sich selbstverständlich auch vertrauensvoll an uns wenden. Im Rahmen unserer anwaltlichen Verschwiegenheit sind wir auch bereits beauftragten Anwaltskollegen gegenüber zum absoluten Stillschweigen verpflichtet.

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Nicht selten stellen ereignen sich im Arbeits- und Unternehmensbereich strafrechtliche Sachverhalte oder es stellen sich mit dem Strafrecht im Zusammenhang stehende (Vor-)Fragen.
Gerade dann, wenn ein Strafverfahren noch gar nicht anhängig ist, weil die Strafverfolgungsbehörden noch nicht eingeschaltet sind oder von dem Verdacht schlicht noch nichts wissen, empfiehlt sich im Falle von im Raum stehenden Straftaten spezialisierten fachanwaltlichen Rat einzuholen. So lässt sich bereits im Vorfeld klären ob strafrechtliche Ermittlungen drohen und wenn ja, mit welchen Konsequenzen zu rechnen ist und wie diese gegebenenfalls abgewendet oder zumindest abgeschwächt werden können.

Im Rahmen unserer Kernkompetenz im Sexualstrafrecht, bieten wir Firmen und Arbeitgebern auch Beratung und Fortbildungen bei Fragen der sexuellen Belästigung und sexuellen Übergriffen am Arbeitsplatz an.
Gerade im Zuge der neueren Gesetzesänderungen seit „Nein-heißt-Nein“ und der aktuellen #metoo Debatte ist es ähnlich wirtschaftsrechtlicher Compliance auch das regelkonforme Verhalten eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter im Hinblick auf gesetzliche Ge- und Verbote des Sexualstrafrechts sicherstellen.

Zur Vermeidung von Vorwürfen nach dem AGG und StGB, aber vor allem auch zur Verhinderung negativer Öffentlichkeitswirkung, beraten wir Unternehmen und Arbeitgeber sowohl bei der Implementierung wirksamer Strategien und Strukturen, als auch in Bezug auf das richtige Vorgehen im Falle strafrechtlich konotierter Vorwürfe von Arbeitnehmern.

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Familie, Verwandte, Freunde und Bekannte von Beschuldigten einer Straftat:

Soweit ein Familienmitglied, Verwandter, Freund oder Bekannter vorläufig festgenommen oder gar verhaftet wurde, stellt sich die Frage, inwieweit man als Außenstehender Hilfe leisten und insbesondere anwaltlichen Rat einholen kann.

Hierzu muss man leider sagen, dass die Strafverfolgungsbehörden wenig bis gar keine Hilfe leisten: In den Polizeidienststellen liegen meist veraltete Telefonbücher aus und das Interesse daran, einem Beschuldigten einen besonders guten Anwalt zu empfehlen dürfte denklogisch auch als gering einzustufen sein. Nicht selten werden dabei „justiznahe“ Rechtsanwälte empfohlen oder aber auch der Beschuldigte mit der Wahl und Entscheidung nach dem richtigen Anwalt schlicht allein gelassen. Wenn der Verhaftete dann keinen Anwalt seines Vertrauens benennen kann (wie auch, wenn man kein „Profi“ ist?), sucht ihm der Haftrichter einen Pflichtverteidiger aus.

Meistens entscheidet also genau der Richter, der den Haftbefehl erlassen hat, auch über die Auswahl des Verteidigers – und kann dabei völlig frei entscheiden. In der Praxis bestellen die Gerichte daher häufig eher unkritische und konfliktscheue Pflichtverteidiger, die gegen die Haftentscheidung nicht effektiv vorgehen. Zudem sind die „Lieblingsanwälte“ des Haftrichters oft auch finanziell auf Aufträge aus der Justiz angewiesen und machen ihm daher garantiert keinen Ärger.

Was viele nicht wissen: Der Verhaftete hat weiterhin ein Anrecht auf einen Verteidiger seiner Wahl! Wenn er diese Auswahl innerhalb von drei Wochen nach Bestellung des Pflichtverteidigers ausübt, muss das Gericht die Pflichtverteidigerbestellung zurücknehmen oder zumindest den Wunschverteidiger des Beschuldigten als (weiteren) Pflichtverteidiger bestellen. Das Gericht hat hier keine Möglichkeit, anders zu entscheiden – seit Dezember 2019 ist das effektive Recht auf den frei gewählten Pflichtverteidiger fest in der Strafprozessordnung verankert!

Daher spielen Angehörige und Bekannte eine zentrale Rolle bei der Auswahl des best geeigneten Rechtsbeistandes, soweit jemand festgenommen oder ein Haftbefehl vollzogen wurde. Auf Bitten von Angehörigen oder Freunden kann der betraute Anwalt einen sogenannten „Sprechschein“ bei der zuständigen Staatsanwaltschaft beantragen und dann beim Beschuldigten vorstellig werden. Dieser kann dann entscheiden, ob auch er den von den Angehörigen oder Freunden betrauten Anwalt offiziell beauftragen will oder nicht.

Familie, Verwandte, Freunde und Bekannte von Opfern einer Straftat:

Eine Strafanzeige für das Opfer einer Straftat zu stellen, bedarf einer wohl besonnenen Überlegung. Denn was viele nicht wissen: In den meisten Fällen MUSS die Polizei ermitteln, sobald sie von einer möglichen Straftat erfährt. Allerdings können Geschädigte durchaus triftige Gründe haben, eine Straftat zu ihrem Nachteil nicht anzuzeigen bzw. strafrechtlich verfolgen zu lassen, angefangen von den psychischen Belastungen bis hin zu Fragen der Tatnachweisbarkeit.
Sofern es sich bei dem oder der Geschädigten um keine Kinder oder Personen handelt, denen gegenüber eine Rechtspflicht zum Handeln besteht, sollte daher nur mit Rücksprache des Opfers der Entschluss zu einer Strafanzeige gefasst werden.
Einen Anwalt als Zeugenbeistand oder Nebenklagevertreter beauftragen kann hingegen nur das Opfer selbst..

Weitere Informationen hier

Was viele nicht wissen: Ein Anwaltswechsel ist jederzeit möglich! Ob Sie nun erst seit wenigen Stunden oder schon seit vielen Monaten anwaltlich vertreten werden. Denn gerade im Strafrecht ist das Vertrauen in seinen Anwalt der wichtigste Faktor einer erfolgreichen Strafverteidigung.
Auch wenn vom Gericht ein Pflichtverteidiger ausgewählt und bestellt wurde, hat man als Beschuldigter nach wie vor ein Recht auf einen frei gewählten Verteidiger! Wenn die Bestellung des Pflichtverteidigers ohne Gewährung einer angemessenen Frist erfolgte (in der Regel mindestens eine Woche) und man innerhalb von drei Wochen nach Bestellung des Pflichtverteidigers einen Verteidigerwechsel beantragt, muss das Gericht die bisherige Pflichtverteidigerbestellung zurücknehmen oder zumindest den Wunschverteidiger des Beschuldigten als (gegebenenfalls weiteren) Pflichtverteidiger bestellen!

Übrigens ist es auch jederzeit möglich einen zweiten Anwalt für ein Strafverfahren zu beuftragen. Das Strafprozessrecht gestattet sogar bis zu 3 frei wählbare Anwälte pro Beschuldigten / Angeklagten zu beauftragen (zusätzlich zu einem bereits bestellten Pflichtverteidiger).
Gerade in „großen Verfahren“ also vor allem vor dem Landgericht und in Haftsachen (U-Haft), ist die gleichzeitige Vertretung von mehr als nur einem Anwalt zum unverzichtbaren Erfolgsfaktor unserer Kanzlei geworden.

Weitere Informationen zu unserem Erfolgskonzept

Zu unserem Erfolgskonzept

Für uns steht immer das bestmögliche Ergebnis im Vordergrund.

Umso wichtiger ist es, eine geeignete Strategie festzulegen:

„Deal“
für milde Strafe

Will man vordringlich einen Eintrag ins Führungszeugnis, die Belastungen eines öffentlichen Gerichtsverfahrens oder gar eine Gefängnisstrafe vermeiden,

 

Freispruch / Einstellung:

Geht es dagegen um eine vollständige Rehabilitierung (Einstellung des Verfahrens, Freispruch, niedrige Strafe), muss von Anfang an jede Chance genutzt werden,


Strafverfahren ernstnehmen!

Je früher man einen Spezialisten einschaltet, desto besser die Chancen

Anzeigen und polizeiliche Ermittlungsverfahren müssen sehr ernst genommen werden, schon allein aufgrund der erheblichen Konsequenzen für Beschuldigte (Stichwort: Führungszeugnis oder Einreiseverbote in andere Länder wie den USA wenn vorbestraft) aber auch für Zeugen und Opfer  (Stichwort: Falschaussage, Aussageverweigerungsrechte, Wahrnehmung von Zeugenrechten etc.)

  • Viele Angelegenheiten lassen sich im Strafrecht außergerichtlich klären

  • Nicht selten besteht auch bloßer Informations- oder Erklärungsbedarf, ohne dass es einer strafrechtlichen Vertretung bedürfte

  • Womöglich ist auch zunächst nur eine profunde Zweitmeinung oder unabhängige Einschätzung gefragt

  • Auch die Scheu einen Anwalt vorab zu beauftragen, ohne sich zunächst einmal ein Bild über Kompetenz, Arbeitsweise oder Sympathie machen zu können, begründet den Wunsch einer (Vorab-)Beratung

Erstberatung im Strafrecht

Bevor man einen Anwalt beauftragt empfiehlt es sich dringend einen auf das jeweilige strafrechtliche Gebiet spezialisierten Anwalt herauszusuchen und zunächst eine Erstberatung einzuholen. Denn kaum ein anderes Rechtsgebiet kennt so viele unterschiedliche Konsequenzen [...]

Anwaltswechsel oder zweiter Anwalt im Strafrecht

Der Ausgang des Strafverfahrens steht und fällt mit der Wahl des richtigen Anwalts Neben Kompetenz und Vertrauen gehört zur essentiellen Basis einer anwaltlichen Vertretung auch das eigene positive Gefühl, ähnlich wie beim Arzt. Angesichts der drohenden Folgen eines Strafverfahrens [...]

Wann braucht man einen Anwalt im Strafrecht?

Strafverfahren stellen für Betroffene in der Regel eine große Belastung dar: Kontakt mit der Polizei, Vorladung zur Vernehmung, die Ungewissheit wie es weitergeht oder Angst vor strafrechtlichen Konsequenzen wie Vorstrafe, Geldstrafe oder gar dem Gefängnis. [...]

Kontaktieren Sie uns jederzeit unverbindlich

Werden strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet oder befürchtet man solche, ist fachanwaltlicher Rat richtungweisend. Viele Rechtssuchenden wollen aber zunächst nur eine erste Einschätzung zu den juristischen Möglichkeiten oder wie man sich gegebenenfalls weiter verhalten soll, ohne sich gleich für eine kostenintensive anwaltliche Beauftragung zu verpflichten.
Nicht selten stellt sich auch die Frage, inwieweit eine strafrechtliche Vertretung angezeigt ist oder es geht dem Betroffenen lediglich um einzelne Rechtsfragen oder eine erste Beurteilung der Sach- und Rechtslage, insbesondere zu den Erfolgsaussichten oder drohender Konsequenzen im besten, respektive schlechtesten Fall.
Häufig dient die Erstberatung auch als Entscheidungsgrundlage, ob der angerufene Anwalt „der Richtige“ ist, sei es in Bezug auf Kompetenz und Erfahrung oder aber auch in Bezug auf die zwischenmenschliche „Chemie“.

Zum Spektrum unserer Kanzlei gehört es daher, Rechtssuchenden eine umfassende Erstberatung anzubieten. Auf dieser Grundlage wollen wir Ihnen die Entscheidungsgrundlage liefern, eine mögliche weitere Beauftragung abzuwägen oder aber auch abschätzen zu können, wie die jeweiligen Erfolgsaussichten einer anwaltlichen Einschaltung zu beurteilen sind.

Je nach Art und Aufwand bieten wir Ihnen hierfür eine pauschale Abgeltung der Rechtsberatungskosten oder eine minutengenaue Abrechnung auf Honorarvertragsbasis an.

Ausführliche Informationen zur Erstberatung

Wenn es um grundlegende Entscheidungen geht, will man nicht selten einen zweiten fachlichen Rat. So wird etwa die Entscheidung eines ärztlichen Eingriffs je nach Risiko und Intensität immer häufiger von der Zweitmeinung eines weiteren Mediziners abhängig gemacht.
Da im Strafrecht vergleichsweise viel, wenn nicht sogar in manchen Fällen Alles auf dem Spiel steht, bieten wir auch hier Rechtssuchenden eine unabhängige Einschätzung und Expertise an, ohne gleich einen zweiten Anwalt zu beauftragen oder gar den Anwalt zu wechseln.

Denn wenngleich auch ein Anwaltswechsel im Strafrecht jederzeit und in jedem Verfahrensstadium einfach und unproblematisch möglich ist, will ein solcher Schritt gut überlegt sein. Umgekehrt kann eine bestätigende Zweitmeinung auch den entscheidenden Ausschlag für das jeweilige weitere Vorgehen geben.
Gerade wenn es um Fragen der Verteidigungslinie (Geständnis- Freispruch- Konflikt oder Teamverteidigung) oder um das Einlegen von Rechtsmitteln geht, macht eine neutrale Zweiteinschätzung durchaus Sinn.

Sprechen Sie uns im Bedarfsfalle jederzeit an. Dabei können Sie sich selbstverständlich auch vertrauensvoll an uns wenden. Im Rahmen unserer anwaltlichen Verschwiegenheit sind wir auch bereits beauftragten Anwaltskollegen gegenüber zum absoluten Stillschweigen verpflichtet.

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Nicht selten stellen ereignen sich im Arbeits- und Unternehmensbereich strafrechtliche Sachverhalte oder es stellen sich mit dem Strafrecht im Zusammenhang stehende (Vor-)Fragen.
Gerade dann, wenn ein Strafverfahren noch gar nicht anhängig ist, weil die Strafverfolgungsbehörden noch nicht eingeschaltet sind oder von dem Verdacht schlicht noch nichts wissen, empfiehlt sich im Falle von im Raum stehenden Straftaten spezialisierten fachanwaltlichen Rat einzuholen. So lässt sich bereits im Vorfeld klären ob strafrechtliche Ermittlungen drohen und wenn ja, mit welchen Konsequenzen zu rechnen ist und wie diese gegebenenfalls abgewendet oder zumindest abgeschwächt werden können.

Im Rahmen unserer Kernkompetenz im Sexualstrafrecht, bieten wir Firmen und Arbeitgebern auch Beratung und Fortbildungen bei Fragen der sexuellen Belästigung und sexuellen Übergriffen am Arbeitsplatz an.
Gerade im Zuge der neueren Gesetzesänderungen seit „Nein-heißt-Nein“ und der aktuellen #metoo Debatte ist es ähnlich wirtschaftsrechtlicher Compliance auch das regelkonforme Verhalten eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter im Hinblick auf gesetzliche Ge- und Verbote des Sexualstrafrechts sicherstellen.

Zur Vermeidung von Vorwürfen nach dem AGG und StGB, aber vor allem auch zur Verhinderung negativer Öffentlichkeitswirkung, beraten wir Unternehmen und Arbeitgeber sowohl bei der Implementierung wirksamer Strategien und Strukturen, als auch in Bezug auf das richtige Vorgehen im Falle strafrechtlich konotierter Vorwürfe von Arbeitnehmern.

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Familie, Verwandte, Freunde und Bekannte von Beschuldigten einer Straftat:

Soweit ein Familienmitglied, Verwandter, Freund oder Bekannter vorläufig festgenommen oder gar verhaftet wurde, stellt sich die Frage, inwieweit man als Außenstehender Hilfe leisten und insbesondere anwaltlichen Rat einholen kann.

Hierzu muss man leider sagen, dass die Strafverfolgungsbehörden wenig bis gar keine Hilfe leisten: In den Polizeidienststellen liegen meist veraltete Telefonbücher aus und das Interesse daran, einem Beschuldigten einen besonders guten Anwalt zu empfehlen dürfte denklogisch auch als gering einzustufen sein. Nicht selten werden dabei „justiznahe“ Rechtsanwälte empfohlen oder aber auch der Beschuldigte mit der Wahl und Entscheidung nach dem richtigen Anwalt schlicht allein gelassen. Wenn der Verhaftete dann keinen Anwalt seines Vertrauens benennen kann (wie auch, wenn man kein „Profi“ ist?), sucht ihm der Haftrichter einen Pflichtverteidiger aus.

Meistens entscheidet also genau der Richter, der den Haftbefehl erlassen hat, auch über die Auswahl des Verteidigers – und kann dabei völlig frei entscheiden. In der Praxis bestellen die Gerichte daher häufig eher unkritische und konfliktscheue Pflichtverteidiger, die gegen die Haftentscheidung nicht effektiv vorgehen. Zudem sind die „Lieblingsanwälte“ des Haftrichters oft auch finanziell auf Aufträge aus der Justiz angewiesen und machen ihm daher garantiert keinen Ärger.

Was viele nicht wissen: Der Verhaftete hat weiterhin ein Anrecht auf einen Verteidiger seiner Wahl! Wenn er diese Auswahl innerhalb von drei Wochen nach Bestellung des Pflichtverteidigers ausübt, muss das Gericht die Pflichtverteidigerbestellung zurücknehmen oder zumindest den Wunschverteidiger des Beschuldigten als (weiteren) Pflichtverteidiger bestellen. Das Gericht hat hier keine Möglichkeit, anders zu entscheiden – seit Dezember 2019 ist das effektive Recht auf den frei gewählten Pflichtverteidiger fest in der Strafprozessordnung verankert!

Daher spielen Angehörige und Bekannte eine zentrale Rolle bei der Auswahl des best geeigneten Rechtsbeistandes, soweit jemand festgenommen oder ein Haftbefehl vollzogen wurde. Auf Bitten von Angehörigen oder Freunden kann der betraute Anwalt einen sogenannten „Sprechschein“ bei der zuständigen Staatsanwaltschaft beantragen und dann beim Beschuldigten vorstellig werden. Dieser kann dann entscheiden, ob auch er den von den Angehörigen oder Freunden betrauten Anwalt offiziell beauftragen will oder nicht.

Familie, Verwandte, Freunde und Bekannte von Opfern einer Straftat:

Eine Strafanzeige für das Opfer einer Straftat zu stellen, bedarf einer wohl besonnenen Überlegung. Denn was viele nicht wissen: In den meisten Fällen MUSS die Polizei ermitteln, sobald sie von einer möglichen Straftat erfährt. Allerdings können Geschädigte durchaus triftige Gründe haben, eine Straftat zu ihrem Nachteil nicht anzuzeigen bzw. strafrechtlich verfolgen zu lassen, angefangen von den psychischen Belastungen bis hin zu Fragen der Tatnachweisbarkeit.
Sofern es sich bei dem oder der Geschädigten um keine Kinder oder Personen handelt, denen gegenüber eine Rechtspflicht zum Handeln besteht, sollte daher nur mit Rücksprache des Opfers der Entschluss zu einer Strafanzeige gefasst werden.
Einen Anwalt als Zeugenbeistand oder Nebenklagevertreter beauftragen kann hingegen nur das Opfer selbst..

Weitere Informationen hier

Was viele nicht wissen: Ein Anwaltswechsel ist jederzeit möglich! Ob Sie nun erst seit wenigen Stunden oder schon seit vielen Monaten anwaltlich vertreten werden. Denn gerade im Strafrecht ist das Vertrauen in seinen Anwalt der wichtigste Faktor einer erfolgreichen Strafverteidigung.
Auch wenn vom Gericht ein Pflichtverteidiger ausgewählt und bestellt wurde, hat man als Beschuldigter nach wie vor ein Recht auf einen frei gewählten Verteidiger! Wenn die Bestellung des Pflichtverteidigers ohne Gewährung einer angemessenen Frist erfolgte (in der Regel mindestens eine Woche) und man innerhalb von drei Wochen nach Bestellung des Pflichtverteidigers einen Verteidigerwechsel beantragt, muss das Gericht die bisherige Pflichtverteidigerbestellung zurücknehmen oder zumindest den Wunschverteidiger des Beschuldigten als (gegebenenfalls weiteren) Pflichtverteidiger bestellen!

Übrigens ist es auch jederzeit möglich einen zweiten Anwalt für ein Strafverfahren zu beuftragen. Das Strafprozessrecht gestattet sogar bis zu 3 frei wählbare Anwälte pro Beschuldigten / Angeklagten zu beauftragen (zusätzlich zu einem bereits bestellten Pflichtverteidiger).
Gerade in „großen Verfahren“ also vor allem vor dem Landgericht und in Haftsachen (U-Haft), ist die gleichzeitige Vertretung von mehr als nur einem Anwalt zum unverzichtbaren Erfolgsfaktor unserer Kanzlei geworden.

Weitere Informationen zu unserem Erfolgskonzept

Zu unserem Erfolgskonzept

Je früher man einen Spezialisten einschaltet, desto besser die Chancen

Anzeigen und polizeiliche Ermittlungsverfahren müssen sehr ernst genommen werden, schon allein aufgrund der erheblichen Konsequenzen für Beschuldigte (Stichwort: Führungszeugnis oder Einreiseverbote in andere Länder wie den USA wenn vorbestraft) aber auch für Zeugen und Opfer  (Stichwort: Falschaussage, Aussageverweigerungsrechte, Wahrnehmung von Zeugenrechten etc.)

Für uns steht daher immer das bestmögliche Ergebnis im Vordergrund.
Umso wichtiger ist es, eine geeignete Strategie festzulegen:

Verfahrensabsprache:
„Deal“ für milde Strafe

Will man vordringlich einen Eintrag ins Führungszeugnis, die Belastungen eines öffentlichen Gerichtsverfahrens oder gar eine Gefängnisstrafe vermeiden, kann eine frühe Verständigung (Deal) mit der Staatsanwaltschaft und dem Gericht vorzugswürdig sein – vor allem mit Blick auf eine milde Strafe oder die Möglichkeit der Bewährung.

So ist z.B. bei einem vom Anwalt vorbereiteten Geständnis (das auch vom Verteidiger verlesen werden kann) eine erhebliche Strafmilderung zu erwarten. Dasselbe gilt für einen von der Verteidigung ausgehandelten Täter-Opfer-Ausgleich sowie andere Formen der Schadenswiedergutmachung.
Zudem kann ein langes und belastendes Verfahren deutlich abgekürzt werden: Der Anwalt kannn etwa mit der Staatsanwaltschaft einen (schriftlichen) Strafbefehl statt öffentlicher Anklage vereinbaren oder durch Absprache mit dem Gericht belastende Beweiserhebungen (Zeugenaussagen, Videos etc.) vermeiden.

Freispruch / Einstellung:
Ausschöpfen aller  Mittel

Geht es dagegen um eine vollständige Rehabilitierung (Verfahrenseinstellung / Freispruch / niedrige Strafe), muss von Anfang an jede Chance genutzt werden, um den konstruktiven juristischen Konflikt zu suchen und mit allen zur Verfügung stehenden strafprozessualen Mitteln entschieden – und zur Not auch konfrontativ – zu kämpfen.


Der Verteidiger muss mit Mut und Durchsetzungskraft fehlerhaften Anordnungen des Gerichts widersprechen und notfalls auch komplexe Beweiserhebungen durch entsprechende Anträge erzwingen.
Vor allem dann, wenn beweiserhebliche Tatsachen nicht eindeutig sind, die Indizienlage schwach ist, Sachbeweise fehlen oder Zeugen widersprüchliche Angaben machen, kann am Ende ein ganz anderes Ergebnis stehen. Dies gilt natürlich auch für strittige Rechtsfragen. Hier ist eine zielgerichtete Mischung aus notwendiger Härte und kluger Diplomatie besonders wichtig.

Fachautor und Fachanwalt

Dr. jur. Alexander Stevens

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht

Kanzlei Stevens und Kollegen

Dr. jur. Alexander Betz

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht

Kanzlei Stevens und Kollegen

Philip Müller

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht

Kanzlei Stevens und Kollegen

Ira Beyer-Distel

Rechtsanwältin

Rechtsanwalt Wittmann

Johannes Wittmann

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht

Karin-Steer-Rieger - Rechtsanwälte und Fachanwälte für Strafrecht in München & Hamburg

Karin Steer-Rieger

Rechtsanwältin

Dr. Jesko Baumhöfener - Rechtsanwälte und Fachanwälte für Strafrecht in München & Hamburg

Dr. jur.  Jesko Baumhöfener

Rechtsanwalt und Fachanwalt frü Strafrecht

Julia Weinmann

Rechtsanwältin und Fachanwältin frü Strafrecht

Christian Gessler

Rechtsanwalt

Mit Fachwissen und Erfahrung zum Erfolg

Wir sind eine ausschließlich auf das Strafrecht spezialisierte Kanzlei, bestehend aus einem Team hochspezialisierter Fachanwälte und Strafverteidiger.

Dabei hat sich jeder unserer Anwälte innerhalb des Strafrechts auf einzelne Teilbereiche spezialisiert.

Was nämlich in der Medizin schon seit Jahrzehnten selbstverständlich ist, wird beim Gang zum Rechtsanwalt oft übersehen: Auch im Strafrecht ist die Materie so umfangreich, dass es sich dringend empfiehlt, einen Spezialisten für das jeweilige Anliegen zu beauftragen – ähnlich dem Kardiologen, der sich  (im Unterschied zum Internisten) ausschließlich mit nur einem einzigen Fachbereich beschäftigt. 

Gerade im Strafrecht, wo es für den Mandanten um Viel geht – wenn nicht sogar um Alles –, ist es immanent wichtig einen erfahrenen und auf das Fachgebiet des Strafrechts spezialisierten Rechtsanwalt zu beauftragen. Denn nur so lassen sich verfahrensentscheidende Nachteile verhindern oder zumindest abschwächen und überdurchschnittlich gute Ergebnisse erzielen.

Aufgrund unserer sehr engen Spezialisierung bieten wir unseren Mandanten die notwendige Erfahrung, um Ihnen fundierte Rechtseinschätzungen, effektive Prozess-Strategien und eine überdurchschnittlich erfolgreiche Vertretung im Strafrecht zu garantieren.

Sprechen Sie uns jederzeit und unverbindlich an!

Verteidigung-Strafrecht Strafrecht, Fachanwalt für Strafrecht, Strafverteidiger, Anwalt Strafrecht hat 4,95 von 5 Sternen 34 Bewertungen auf ProvenExpert.com