Müller 2018-06-19T15:46:43+00:00

Philip Müller

Rechtsanwalt

Schwerpunkt Sexualdelikte, Jugendschutzdelikte / Jugendstrafrecht, Team-Verteidigung;

Kanzlei Stevens und Kollegen

Neben dem allgemeinen Strafrecht ist Rechtsanwalt Müller vor allem auf das Medizin- und Sexualstrafrecht sowie die  sog. Teamverteidigung spezialisiert. Weiterer Schwerpunkt ist das Jugendstrafrecht, mithin alle Delikten von Kindern, Jugendlichen  und Heranwachsenden bis 21 Jahre.

Die Sexualdelikte gehören mitunter zu den komplexesten Bereichen des Strafrechts, vor allem mit Blick auf die schwierigen Bereiche der (Aussage)Psychologie, forensischer IT und (Rechts)Medizin.

Ob Vorwürfe wegen sexueller Belästigung, Nötigung, Vergewaltigung,Missbrauch oder Kinderpornographie, die Strafen im Sexualstrafrecht fallen überdurchschnittlich hoch aus (80 % aller Verurteilungen sind Freiheitsstrafen) nicht selten aufgrund von Voreingenommenheit und gesellschaftspolitischem Druck. Gleichzeitig drohen dem Beschuldigten einer Sexualstraftat aber auch schwere außergerichtliche Konsequenzen, wie öffentliche Bloßstellung, Eintragung ins Führungszeugnis oder gravierende Auswirkungen auf Berufs- und Privatleben.

Umso wichtiger ist es gerade bei Sexualstrafverfahren, drohende Nachteile, strafprozessuale Maßnahmen und gerichtliche Entscheidungen, mit allen rechtlichen Mitteln weitestgehend zu verhindern, abzuwenden oder zumindest abzuschwächen – dies unabhängig von Schuld oder Unschuld bzw. von der Frage der Nachweisbarkeit. Denn gerade bei den Sexualstrafverfahren, wo oftmals erhebliche Beweisprobleme bestehen (Stichwort: Aussage gegen Aussage) bzw. es häufig auf reine Rechtsfragen ankommt, ist der Ausgang des Strafverfahrens meist offen.

Aber auch wer Opfer einer Sexualstraftat wird bedarf einer kompetenten anwaltlichen Vertretung: Denn Betroffene haben das Recht, sich mit Fragen und Anträgen in das Strafverfahren einzubringen (Stichwort Nebenklage). Die Erfahrung zeigt, dass eine aktive Beteiligung am Strafverfahren auch einen Beitrag dazu leisten kann, mit den Folgen der Tat besser umgehen zu können.

Auf wenigen anderen Teilgebieten des Strafrechts kommt es so sehr auf die richtige Wahl eines erfahrenen und kompetenten Anwaltes an wie im Sexualstrafrecht.

Das Teilgebiet des Medizinstrafrechts hat sich erst in den letzten Jahren als eigenständiger Fachbereich in der Strafrechtswissenschaft etabliert und ist vor allem der konsequenten Verfolgung der im Bereich des Gesundheitswesens wachsenden Korruption und Abrechnungsbetrügereien geschuldet. Dabei betrifft dies mitnichten ausnahmslos Mediziner, sondern vor allem auch Apotheker und andere Leistungserbringer im Gesundheitswesen, wie etwa Krankenhausverwalter, Zahnärzte, Arzneimittelgroßhändler oder Angehörige von Pflegediensten. Noch selten, aber im Zuge der Abgabe und Verschreibung von Arzneimitteln immer häufiger zum Gegenstand von strafrechtlichen Ermittlungen, werden Vorwürfe wegen fahrlässiger Körperverletzung / fahrlässiger Tötung und Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz.

Die Strafverteidigung in all diesen Fällen erfordert neben dem Blick auf disziplinarrechtliche, berufs- bzw. approbationsrechtliche und Regress-Verfahren, ein qualifiziertes und praktisch geübtes Handeln, um ein strafrechtliches Präjudiz möglichst abzuwenden oder zumindest abzumildern. Hierzu bedarf es neben praktischer Erfahrung im Umgang mit den Strafverfolgungsbehörden und der sehr diffizilen, oft überwiegend wirtschaftsrechtlichen Fragestellungen, vor allem eins: Der richtigen Taktik. Denn nicht selten liegen zwischen Verfahrenseinstellung, Wegbeschränkung einzelner Tatkomplexe und Anklageerhebung nur Nuancen, die mal Fingerspitzengefühl, mal kompromissloses Engagement nebst fundierter rechtswissenschaftlicher Expertise fordern, um drohende berufliche Konsequenzen – bis hin zur Existenzvernichtung des Mandanten suffizient abzuwenden.

Anders als für Erwachsene gilt bei Jugendlichen zwischen 14 und 18, sowie in einschlägigen Fällen auch bei Heranwachsenden zwischen 18 und 21 Jahren ein besonderes Strafrecht. Ausgehend von der Überlegung, dass Jugendliche und Heranwachsende nicht das gleiche Unrechtsbewusstsein wie Erwachsene haben, sich oftmals noch in einer prägenden Lebensphase befinden und nicht selten noch gewisse Reifedefizite aufweisen, sollen hier nicht dieselben strengen Maßstäbe des „normalen“ Strafrechts gelten. Deshalb stellt das sog. Jugendgerichtsgesetz (JGG) ein eigenes Sanktionensystem und gesonderte Regeln für das Gerichtsverfahren und die Strafvollstreckung auf, was von Beginn einer effektiven Verteidigung an zu beachten ist und daher besondere Kenntnisse aber auch Erfahrung in diesem sensiblen Bereich erfordert. Schließlich haben Jugendliche ihr ganzes Leben noch vor sich, sodass oberstes Ziel sein muss, eine unnötige Kriminalisierung von „Jugendsünden“ zu vermeiden. Hierzu bietet das Jugendstrafrecht dem Strafverteidiger deutlich mehr Möglichkeiten als das Erwachsenenstrafrecht – allerdings muss man diese Chancen kennen und anwenden können. Profundes Wissen und reichlich Erfahrung im Umgang mit den Spezialgesetzen und Verfahren im Jugendstrafrecht sind zwingende Voraussetzung dafür. Mögliche Verteidigungs-Strategien eines auch sonst so erfahrenen Verteidigers im Erwachsenenstrafrecht sind hier selten zielführend und können sogar schnell kontraproduktiv sein gerade im Hinblick auf die mannigfaltigen Reaktionsmöglichkeiten eines Jugendstaatsanwaltes oder Jugendrichters wie z.B. das Absehen von Strafverfolgung bei Ersttätern bzw. leichten und mittelschweren Delikten um eine Eröffnung des richterlichen Strafprozesses zu umgehen (sog. Diversion).

Gerade Menschen, die bisher noch nie mit dem Strafrecht zu tun hatten, neigen oft dazu darauf zu vertrauen, dass sich vor Gericht schon alles aufklären wird, man hat ja schließlich nichts zu verbergen. Als Beschuldigter in einem Strafverfahren ist es aber nach meiner Erfahrung nicht ratsam, sich auf einen guten Ausgang verlassen, auch und gerade wenn man gänzlich unschuldig ist oder sich der Sachverhalt womöglich anders zugetragen hat. Denn es steht immer sehr viel auf dem Spiel: Im schlimmsten Fall die eigene Freiheit. Aber auch bei der rechtlichen Beurteilung alltäglicher Fälle, welche aus Sicht der Justiz nicht selten als „Bagatellfälle“ möglichst zügig abgehandelt werden sollen, fällt der Preis für den einzelnen oft hoch aus. Das gesellschaftliche Stigma des „Straftäters“ kann äußerst unangenehme Auswirkungen auf die eigene berufliche wie private Zukunft haben (Stichwort: Führungszeugnis).

Strafrecht ist kein „abgeschlossener Raum“, jede Person kann zu jeder Zeit mit einem Strafverfahren konfrontiert werden. Die meisten Menschen trifft die erste und hoffentlich letzte Begegnung mit dem Strafrecht vollkommen unvorbereitet. Fest steht: als Betroffener in einem Strafverfahren ist die Rolle als Beschuldigter, als Geschädigter oder auch „nur“ als Zeuge nie angenehm. Schreiben der Polizei, der Staatsanwaltschaften und der Gerichte lassen oft mehr Fragen offen, als sie beantworten – nichts Anderes gilt meist auch für persönliche Begegnungen mit den Strafverfolgungsbehörden. Ein zusätzliches Problem ist dabei, dass die Polizei, die Staatsanwaltschaften und die Gerichte ihren staatlichen Auftrag erfüllen müssen und damit als Ansprechpartner für Ihre eigenen Interessen als Betroffener nur sehr eingeschränkt geeignet sind. Nur Ihr Rechtsanwalt ist vollständig Ihren Rechten und Interessen als Mandant verpflichtet und unterliegt dabei einer vollumfassenden Schweigepflicht.

Auch wenn die Ausgangssituation im Strafrecht manchmal einfach erscheint: Die rechtliche Bewertung einer Situation muss deswegen noch lange nicht einfach sein. Und was die gesetzlich streng formalisierten Rechte für Beschuldigte, Geschädigte oder auch Zeugen in einem Strafverfahren angeht, bleibt deren Auslegung und Anwendung im konkreten Einzelfall nicht selten für den „Normalbürger“ völlig unverständlich. Der Weg durch ein Strafverfahren ist für jeden Betroffenen schwierig, und der Verfahrensausgang ist immer von großer Bedeutung wenngleich er meist offen ist.

Dies gilt natürlich besonders für Verfahren im Sexualstrafrecht, aber auch im Jugend- und Heranwachsendenstrafrecht, da ein Eintrag in das Bundeszentralregister oder gar eine Inhaftierung schnell die berufliche Zukunft gefährden kann. Außerdem ist die Vorverurteilung durch die Ermittlungsbehörden, aber auch den Medien in diesen Rechtsgebieten erfahrungsgemäß besonders stark ausgeprägt, was freilich im Jugendstrafrecht immerhin durch verhältnismäßig milde Strafen abgefedert wird. Als Verdächtiger schwererer Straftaten wie etwa von Sexualdelikten steht man odagegenhne das nötige juristische Fachwissen und die erforderliche Erfahrung im Umgang mit der Justiz als schnell ganz alleine da. Meistens steht die Beweislage Aussage gegen Aussage, so, dass eine wohlüberlegte und effektive Verteidigungsstrategie in dem vorliegenden Einzelfall ganz besonders wichtig ist.

Und bei dem Vorwurf von Gewalt-, Verkehrs- und Betäubungsmitteldelikten ist zwar oftmals die Beweislage „dass“ etwas geschehen ist sehr eindeutig; „was“ aber geschehen ist und wie sich die rechtliche Bewertung darstellt ist dagegen selten einfach zu beantworten.

Als Verteidiger setze ich mich im gesamten Strafverfahren für die Rechte und Interessen meiner Mandanten ein. Neben Einsatz hilft mir meine durch zahlreiche Verteidigungen vor dem Amts- und Landgericht in ganz Deutschland gewonnene Erfahrung. Die erfolgreiche Vertretung auch in komplexen erstinstanzlichen Verfahren vor dem Landgericht – alleine oder im Team – befähigt mich, auch in einer schwierigen Prozesssituation den Überblick zu behalten und in jeder Lage des Verfahrens eine geeignete Strategie festzulegen.

Gemeinsam mit Ihnen kann ich als Verteidiger von Anfang an eine erfolgversprechende Strategie für Ihr Verfahren entwerfen und diese auch effektiv umsetzen. Wichtig ist hierbei eine fundierte Analyse der Sach- und Rechtslage in Ihrem konkreten Einzelfall. Nicht zuletzt müssen auf dieser Grundlage auch klare Ziele gesteckt werden: Will man vordringlich einen Eintrag ins Führungszeugnis oder die Belastungen einer Bewährungs- oder gar Vollzugsstrafe vermeiden, kann eine frühe Verständigung mit der Staatsanwaltschaft und dem Gericht vorzugswürdig sein. Im Falle eines Geständnisses ist im Regelfall eine ganz wesentliche Strafmilderung zu erwarten, auch ein langes und zehrendes Verfahren kann ganz erheblich verkürzt werden. Geht es dagegen um eine vollständige Rehabilitierung, muss von Anfang an jede Chance genutzt werden, die Strafverfolgungsbehörden dazu anzuhalten, der gesetzlichen Unschuldsvermutung und den Beweisen zu Ihren Gunsten die rechtsstaatlich gebotene Bedeutung beizumessen.