Dr. Betz 2018-03-03T16:26:11+00:00

Dr. Alexander Betz

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht

Kanzlei Stevens und Kollegen

Rechtsanwalt Dr. Betz ist spezialisiert auf Sexualdelikte / Sexualstrafrecht sowie die Rechtsmittel gegen gerichtliche Entscheidungen wie etwa Berufung, Revision, Haft- und Verfassungsbeschwerde. Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist dabei die sog. Team- und Konfliktverteidigung.

Ein Strafverteidiger der fehlerhafte Anordnungen eines Gerichts nicht einfach widerspruchslos hinnimmt, einen Richter schon mal wegen Befangenheit ablehnt oder in einem laufenden Verfahren  Beweiserhebungen beantragt, wird von vielen Richtern und Staatsanwälten, aber auch von den eigenen Anwaltskollegen nicht selten als sog. „Konfliktverteidiger“ bezeichnet. In den Augen Vieler eine bloße Form des Krawalls, nur um die Verurteilung des Mandanten zu verzögern. Doch ist nicht die ureigenste Aufgabe eines Rechtsanwaltes, seinem Mandanten den Zugang zum Recht zu verschaffen und ihn vor gerichtlichen Fehlentscheidungen zu bewahren? Ich meine JA! Und genau an dieser Stelle hakt das deutsche Rechtssystem: Denn wer als Verteidiger in der Gerichtsverhandlung nicht weiter auffällt, kaum Fragen oder Anträge stellt und mehr auf eine positive Atmosphäre im Gerichtssaal setzt, hat zwar gute Karten, auch künftig von dem Gericht als sog. Pflichtverteidiger bestellt zu werden, ob aber die gerichtliche Entscheidung dann auch die richtige oder das für den Mandanten Beste ist, steht auf einem anderen Blatt. Gerade im Strafrecht ist das Ergebnis nämlich nicht selten offen, vor allem dann, wenn tatsächliche, wie z.B. beweiserhebliche Tatsachen nicht eindeutig sind, Sachbeweise fehlen oder Zeugen widersprüchliche Angaben machen. Auch aus rechtlicher Sicht können sich oft genug juristische Probleme ergeben, die am Ende ein ganz anderes Ergebnis erwarten lassen. Natürlich kann es nach einer umfassenden Analyse des Falls auch einmal sinnvoll sein, ein langwieriges Verfahren durch eine Verfahrensabsprache (sog. Deal) abzukürzen oder in offensichtlichen Fällen das Strafmaß durch eine geständige Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden zu reduzieren. Doch kann und darf dies nicht der Regelfall sein, will man sein Recht auf ein faires, objektives und vor allem rechtlich einwandfreies Verfahren nicht aufgeben. Da wo erforderlich, muss der konstruktive, juristische Konflikt gesucht und ausgehalten werden. Hauptaufgabe des Verteidigers kann daher nicht sein, Gericht und Staatsanwaltschaft zu umarmen und die Urteilsabsprache als dessen eigentliche Domäne zu begreifen. Schließlich sind es nun einmal widerstreitende Interessen die zwischen einer auf Verurteilung abzielenden Anklage eines Staatsanwaltes und einem auf Freispruch oder einer deutlich geringeren Strafe sinnenden Verteidigung bestehen. Ein Konflikt also, der sich schon aus der divergenten Zielsetzung ergibt. Deswegen kann schon rein begrifflich die Strafverteidigung keine regelmäßige Verurteilungs- oder Geständnisbegleitung bedeuten, sondern vielmehr Kampf um das bestmögliche Ergebnis, sei es ein Freispruch, die Verfahrenseinstellung (ggf. mit Geldauflage) oder eine Strafe zur Bewährung, anstelle von Gefängnis. Unsere Kanzlei hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, sich – anders als die sogenannten „Kuschelverteidiger“ – nicht dem Willen des Gerichts unterzuordnen, sondern zu kämpfen, wenn nötig mit allen hierfür zur Verfügung stehenden strafprozessualen Mitteln – denn dazu gibt es sie. Dabei geht es nicht darum, möglichst respektlos oder vorlaut aufzutreten, sondern – ganz im Gegenteil – mit Intellekt, Erfahrung und Strategie auf Augenhöhe mit dem Gericht zu überzeugen. Ob damit dann letztlich die von Gerichten nachgetragene Verfahrensverzögerung eintritt oder nicht, kann und muss sekundär bleiben und nicht selten führt sie sogar zu neuer Gesprächsbereitschaft angesichts der steten Überlastung der Justiz. Ziel einer ordentlichen Verteidigung ist ausschließlich das für den Mandanten beste Ergebnis.

Zusammen mit seinen Kanzlei-Kollegen hat sich Rechtsanwalt Dr. Betz vor allem auch auf die Verteidigung im Team, sprich der Verteidigung durch zwei oder drei Anwälte gleichzeitig, spezialisiert. Denn was viele nicht wissen, gerade bei Prozessen wo eine hohe Straferwartung und/oder großes öffentliches Interesse drohen (wie etwa bei Sexual- und Haftsachen), steht der Beschuldigte/Angeklagte einer Übermacht an prozessualen Gegnern gegenüber, angefangen von Staatsanwalt, Nebenkläger, Sachverständigen, bis hin zu den Medien und nicht selten auch voreingenommener Richter. Die gerichtliche Verurteilungsquote liegt in Deutschland bei weit über 80 % und wer beim Landgericht verurteilt wird, bekommt zudem faktisch nicht einmal eine zweite Chance sein Urteil von einem nächst höheren Gericht überprüfen zu lassen. Denn Rechtsmittel gegen erstinstanzliche Urteile von Landgerichten scheitern aufgrund sehr enger Anfechtungsmöglichkeiten zu mehr als 90 %. Eine gute Verteidigung ist daher in Verfahren vor den Landgerichten oder in Haftsachen zwingend und eine solche nur dann möglich, wenn etwaige Fehler eines Gerichts frühzeitig erkannt, rechtlich mögliche Finessen genutzt oder mediale Beeinflussungen gekonnt begegnet werden, sodass – mit Blick auf die Möglichkeit eines Freispruchs, einer niedrigen Strafe oder aber auch des Rechtsmittels der Revision – Fehlentscheidungen, zu harte oder schlicht falsche Urteile vermieden werden. Dies ist aber nur dann möglich, wenn man suffizient verteidigt ist, was in der Regel ein Anwalt allein nicht zu leisten vermag, zumindest dann nicht, wenn das Verfahren vor dem Landgericht stattfindet, bei dem deutlich strengere Formalkriterien, überstrapazierte Rügeobliegenheiten (um im Rechtsmittelverfahren überhaupt rechtliches Gehör zu finden) und eine deutlich höhere Anzahl an möglichen Gegnern (am Landgericht verhandeln neben dem Staatsanwalt erstinstanzlich mindestens zwei Richter) vorherrschen. Getreu dem Motto „Vier Augen sehen mehr als zwei“ muss man sich im Strafprozess aber gerade nicht auf einen einzigen Verteidiger beschränken. Wohl aus den oben genannten Gründen erlaubt das Gesetz einem Beschuldigten / Angeklagten die gleichzeitige Verteidigung durch bis zu drei frei wählbare Anwälte (zuzüglich eines etwaigen Pflichtverteidigers). Nur so gelingt, was ein einzelner Verteidiger kaum leisten kann: Eine druckvolle Zeugenbefragung (Stichwort: „Kreuzverhör), eine deutlich höhere Erkennung formaler wie rechtlicher Fehler des Gerichts und eine effizientere Abschirmung von Sympathien und Antipathien gegenüber dem Mandanten. Gerade weil Rechtsanwalt Dr. Betz neben zahlreicher Verfahren in bedeutenden Prozessen – vor allem auch vor den Berufungs- und Revisionsgerichten tätig ist, weiß er alle rechtlichen und tatsächlichen Möglichkeiten für den Mandanten auszuschöpfen und erzielt hierdurch – zusammen mit seinen Kollegen – regelmäßig überdurchschnittlich gute Ergebnisse.

Bevor ich mich für den Beruf des Strafverteidigers entschied, stand ich vor der Wahl Staatsanwalt oder Richter zu werden, entschied mich trotz zweier großer Prädikatsexamen aber bewusst gegen eine Laufbahn in der Justiz, weil ich im Zuge meiner praktischen Ausbildung bei Gericht gesehen habe, dass viele Strafverteidiger den Richtern und Staatsanwälten gerade nicht auf Augenhöhe begegnen, sei es weil sie von vornherein  nicht sonderlich ernst genommen werden oder weil sie sich auch für künftige Fälle eine konstruktive Zusammenarbeit (und vor allem weitere Bestellungen als Pflichtverteidiger) erhoffen. Ich begreife Verteidigung angesichts der widerstreitenden Interessen der Staatsanwaltschaft zu denen der Strafverteidigung als Konflikt, der im Regelfall juristisch-konfrontativ ausgetragen werden muss. Meine Aufgabe als Strafverteidiger ist es den Strafverfolgungsbehörden mit allen sich aus dem Gesetz ergebenden Möglichkeiten Parole zu bieten und alle strafprozessualen Möglichkeiten auszuschöpfen – soweit dem Mandanten dienlich. Ob konstruktive Beweisanträge oder die Ablehnung eines offensichtlich voreingenommenen Richters, die prozessualen Möglichkeiten auch Richter und Staatsanwälte in ihre Schranken zu weisen und rechtlich Zulässiges durchzusetzen ist vielfältig und nötig, um zu dem für den Mandanten bestmöglichen Ergebnis zu kommen – natürlich immer unter Abwägung des Kosten-Nutzen-Faktors und die zur Not immer noch verbleibende Option einer etwaigen Gesprächsbereitschaft oder Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden. Mein Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich der Team- aber auch konfrontativen Verteidigung fußt auf meiner Spezialisierung im Strafprozessrecht, um aufgrund dieses Fachwissens möglichst alle denkbaren Optionen und Möglichkeiten für den Mandanten auszuschöpfen und ihm zum bestmöglichen Ergebnis zu verhelfen. Denn in Strafverfahren werden Urteile nicht selten aus dem Bauch heraus gesprochen zumal der richterliche „Ermessens-Spielraum“ bei den Rechtsfolgen enorm ist. Oft kommt hinzu, dass im Vertrauen auf einen guten Ausgang nicht ausreichend Geld und Zeit für eine vernünftige Verteidigung in die Hand genommen werden. Dabei gilt: Strafverfahren sind nicht nur für den Beschuldigten, sondern auch seine Angehörigen und Freunde eine große Belastung. In der Regel steht viel, wenn nicht alles auf dem Spiel: Die Existenz, Familie, Freunde und nicht zuletzt die persönliche Freiheit. Es lohnt sich daher, bis zuletzt zu kämpfen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Durch meine langjährige forschende und lehrende Tätigkeit an der Universität München und meine große praktische Erfahrung vor Gericht, garantiere ich meinen Mandanten eine fachlich optimale Vertretung und erziele damit regelmäßig überdurchschnittlich gute Ergebnisse.